Zum dritten und letzten Mal ist Sidney Poitier in der Rolle des schwarzen Ermittlers Virgil Tibbs zu sehen, der es diesmal mit dem Mord an einem Geschäftsführer eines Möbelhauses zu tun hat, das sich jedoch als Rauschgiftlager entpuppt. Bei Tibbs meldet sich eine Organisation, die hinter dem Einbruch auf das Möbelhaus steckt. Die Mitglieder behaupten, dass sie mit dem Mord nichts zu tun hätten und mit der Sicherstellung der Drogen einen Korruptions- und Rauschgiftskandal aufdecken wollten. Sie bitten Tibbs um Hilfe, der nun vor der Frage steht, ob er es tatsächlich mit der Polizei und dem organisierten Verbrechen aufnehmen will.
"In der Hitze der Nacht" war einer der ersten Filme, der mit rassistischen Vorurteilen aufräumte und mit der Figur des Virgil Tibbs einen der größten Leinwandhelden erschuf. Mit "Zehn Stunden Zeit für Virgil Tibbs" folgte ein qualitativ etwas schwächeres Sequel und "Die Organisation", der noch etwas schwächer ist, ist der letzte Fall für Virgil Tibbs.
Wie schon beim zweiten Teil spielt die Rassismus-Thematik keine Rolle und der Vater-Sohn-Konflikt um Tibbs und seinen vorpubatären Sohn ist nicht sonderlich gut konstruiert, womit dem Charakter der Hauptfigur überhaupt keine neuen Facetten zugefügt werden. Die Ermittlungen sind solide konstruiert, bewegen sich aber lediglich innerhalb altbekannter Genre-Stereotypen und die Auflösung erreicht ebenfalls nicht die Qualität und den Überraschungseffekt der beiden vorangegangenen Krimis. Mehr als solide ist bei dieser Handlung leider nichts mehr.
Regie führte mit Don Medford, ein TV-Regisseur, der eigentlich ausschließlich mit diversen TV-Serien Erfahrungen sammeln konnte. Für einen soliden Unterhaltungswert sorgt er, wenn man die Vater-Sohn-Gespräche mal außen vor lässt, teilweise durchaus, aber mehr kann man diesem Film definitiv nicht abgewinnen. So sind die Action-Szenen, die aus heutigem Blickwinkel kaum noch überzeugen, zu hoch dosiert und bremsen den Film noch weiter aus, die Filmmusik, die in den ersten beiden Teilen noch von Quincy Jones stammte, ist ebenfalls eine herbe Enttäuschung und atmosphärisch wird das Werk leider kaum. Mehr als ein 0815-Krimi, der sich im unteren Mittelmaß ansiedelt, ist "Die Organisation" definitiv nicht.
Sidney Poitier, der seine Paraderolle des Virgil Tibbs auch diesmal gekonnt auf die Leinwand bringt und sowohl als versierter Ermittler, als auch als besorgter Familienvater voll und ganz überzeugt, bildet den einzigen darstellerischen Höhepunkt in einem Cast, der sich ansonsten auf mittelmäßigem Niveau bewegt.
Fazit:
"Die Organisation" ist schwächer als seine beiden Vorgänger und unterhält nicht durchweg, da sich einige Längen einschleichen. Inszenatorisch mittelmäßig, die Handlung mit Stereotypen durchzogen ist der starke Sidney Poitier so ziemlich der einzige Grund, sich den Film, der sich knapp unter "Tatort"-Niveau bewegt, anzusehen.
40%