Review

N.N.-H.G.

Ein Hollywoodstar, der besonders für seine Rolle als Superman bekannt war bzw. im Laufe seiner späteren Karriere auf diese reduziert wurde, wird tot aufgefunden. Selbstmord aus Frust wegen der absteigenden Karriere liegt nahe. Doch der von dessen Mutter engagierte Privatdetektiv (passend und stark: Adrien Brody) kommt schnell auf neue Spuren, die die dunkleren Seiten der Traumfabrik offenbaren - von Betrug, Neid und Depressionen…

Jazz, Superman & andere mörderische Eitelkeiten

Regisseur Allen Coulter ist ein absoluter TV-Spezi, mit u.a. „Akte X“, „Sopranos“ oder „Six Feet Under“ hat er bei ein paar der entscheidenderen Serien überhaupt mitgemacht und Erfahrung gesammelt. Für das Kino hat er diese bis heute aber äußerst selten eingesetzt. Der etwas in Vergessenheit geratene „Hollywoodland“ von 2006 zeigt, was in dieser Beziehung noch in ihm stecken könnte. Sehr elegant, genau richtig behäbig, gespickt mit Stars. Bruce Wayne knallt Supermans Mutter. Und ist gleichzeitig selbst Superman. Weird. Der Plot ähnlich undurchsichtig, aber nie zu wirr oder unverständlich. Mit einigen Theorien und Möglichkeiten, Interpretationen und auch Kritik an Hollywood und den oft eher fiesen, egoistischen Menschen dort. Wo ein Leben, egal ob Superstar oder Komparse, nie allzu viel wert ist. Zumindest nicht mehr als das finale Produkt, die Summe der Teile. Oder das Image. Kein Wunder, dass „Hollywoodland“ etwas totgeschwiegen wird von seiner „Heimat“. Erinnert an „Chinatown“. Sepia bis super. Viele Insider. Auch etwas traurig und melancholisch. Affleck war selten besser. Sexy, unsicher, stark. Selbst wenn die Vermischung echter Hollywoodgeschichte (etwa „From Here To Eternity“) mit dieser fiktiven Story nicht immer ganz stimmig wirkt. Und die „Auflösung“ genauso minimalistisch wie genial oder auch enttäuschend aufgenommen werden kann. „Hollywoodland“ verspielt womöglich etwas Potenzial und dümpelt zwischendurch lediglich voran, doch insgesamt kann man da als Noir-Fan auch schonmal entzückt sein. Auch weil man deutlich weniger erwartet. 

Fazit: stilvoll, bedacht, klassisch und unumgänglich für Fans von Detektivgeschichten, die 60 Jahre zuvor noch in schwarz-weißen Kontrasten erzählt wurden. Nun sonnendurchflutet und menschelnd-schwitzig. Die großen Namen halten was sie versprechen. 

Details
Ähnliche Filme