Review

2. Staffel

Nachdem die erste Simpsons-Staffel eher als eine Zeit des Experimentierens angesehen werden konnte und unter Anderem an zeichnerischen Defiziten zu leiden hatte, genauso, wie daran, dass aus der heutigen Sicht sehr viele Nebenfiguren fehlen, die das Simpsons-Universum derart vielfältig, skurril und amüsant machen. In der zweiten Staffel wird nun jedoch vieles besser, so scheint der rote Faden hier schon wesentlich besser gefunden, auch wenn sich die Serie später weiterhin ein wenig steigern konnte.
Aber nun zu den einzelnen Episoden, in der Reihenfolge, in der sie auf DVD vorliegen.

Der Musterschüler
Nach wie vor ist Bart in der Schule unaufmerksam und alles andere als fleißig, da er nun aber sitzen bleiben könnte, muss er sein Lernverhalten binnen kürzester Zeit ändern.
Der Plot ist hier nicht sonderlich einfallsreich, da Bart nie ein sonderlich guter Schüler war und auch nie so recht einer werden sollte und nun steht eben einmal die Versetzung auf dem Spiel. Überaus unterhaltsam ist das Geschehen dennoch, so gibt es den einen oder anderen gelungenen Gag auf Kosten von Barts geistigen Defiziten und auch Homers gleichgültiges Verhalten der Versetzungsgefahr gegenüber ist durchaus amüsant. Außerdem ist auch die Entwicklung von Martin Prince vom Klassenprimus zum coolen Clown sehr gelungen und füllt die Folge mit Leben. Eine unterm Strich eher unauffällige Folge also, da die ganz großen Ideen fehlen, aber dennoch eine sehenswerte.
7,5/10

Karriere mit Köpfchen
Homer prellt die Versicherung des Atomkraftwerks um 1.000 Dollar, um sich ein Haarwuchsmittel zu kaufen, das bei ihm tatsächlich große Erfolge zeigt. Der neue, dynamischer wirkende Homer wird prompt von Mr. Burns befördert.
Allein schon die sehr befremdlich wirkenden Bilder von Homer mit Haaren sind das Ansehen der Episode fast schon wert, aber hier wird noch mehr geboten, als das. Zum einen wird mit Homers neuem, aufopferungsvollen und vielleicht etwas skurrilen Assistenten Carl eine Figur eingeführt, die sehr viel komödiantisches Potential hat, zum anderen ist es sehr amüsant, aber auch bezeichnend für den hintergründigen Humor der Simpsons, dass Homer mit Haaren und trivialen, im Grunde dämlichen Vorschlägen große Erfolge verzeichnen kann, mit einer hervorragenden Rede ohne Haare jedoch wieder auf seinen alten Posten degradiert wird, auch wenn der eine oder andere wirklich satirische Bezug vielleicht noch fehlt. Die amüsante und skurrile Episode ist damit sehr unterhaltsam und ist durchaus zu empfehlen, zumal darüber hinaus noch ein paar gelungene Gags durch Homers Arbeitskollegen eingebracht werden.
8,5/10

Horror frei Haus
An Halloween erzählen sich die Simpsons gegenseitig verschiedene Horror-Geschichten.
Dies ist die erste Halloween-Episode der Simpsons, die bis heute ein fester Bestandteil jeder Staffel bleiben sollten, zum einen, weil sie den Machern die Chance geben, auch jenseits des Mikrokosmos Springfield Geschichten um die Simpsons und ihre Bekannten zu stricken und weil sie sich zum Parodieren verschiedener, meist Horror-Klassiker eignen. So wird in der ersten Geschichte eine Mischung aus "Poltergeist" und "Amityville Horror" präsentiert, die als Parodie zwar den einen oder anderen Verweis auf die beiden Werke bietet , aber ansonsten höchstens aufgrund von ein paar makaberen Stellen amüsiert. Die zweite Episode, die ein paar Anspielungen auf "Twilight Zone" enthält, kann aufgrund der überaus amüsanten Auflösung am Ende der Folge durchaus als gelungen bezeichnet werden, bevor schließlich die beste der drei Episoden folgt. Dabei handelt es sich um eine Hommage an Poe`s "Der Rabe", die stilvoll, atmosphärisch und lyrisch präsentiert wird und so mal eine ganz andere Seite der Simpsons aufzeigt. Da auch die Verknüpfungen mit Bart und Lisa, die sich die Geschichten gegenseitig erzählen, durchaus gelungen sind und den einen oder anderen Gag einwerfen, ist diese Halloween-Episode damit alles in allem sehenswert und unterhaltsam.
7/10

Frische Fische mit drei Augen
Nachdem Bart in der Nähe des Atomkraftwerks einen Fisch mit drei Augen geangelt hat und der Vorfall Inspektoren auf den Plan gerufen hat, die wiederum einige Mängel am Atomkraftwerk beanstandet haben, deren Beseitigung ein Vermögen kosten würde, beschließt Mr. Burns als Gouverneur zu kandidieren, um dem zu entgehen.
Nachdem die Inspektion im Atomkraftwerk überaus amüsant ausgefallen ist, startet die Folge mit dem Beginn des Wahlkampfes schließlich richtig durch. Mit hintergründigen Gags, die kaum lustiger sein könnten, wird überdeutlich gezeigt, wie Burns die Wähler in den USA mit einfachsten Methoden manipuliert und die gutgläubigen Reaktionen der Wähler auf diesen vollkommen inszenierten Wahlkampf, der von falschen Eindrücken und leeren Versprechen lebt, steigern den Unterhaltungswert noch weiter und werfen darüber hinaus noch einen zynischen Blick auf die amerikanische Wählerschaft. Zwar ist die Folge dabei mitunter etwas überzogen, aber es ist vor allem der wahre Kern, der den besonderen Reiz dieser, von hintergründigem Humor getragenen Episode ausmacht. Die, von Burns Beratern initiierte Farce nimmt beim Abendessen im Hause Simpson ihren Höhepunkt und beendet die Folge mit diesem überaus amüsanten Finale perfekt. Eine der besten Simpsons-Episoden.
9,5/10

Das Maskottchen
In Moe`s Taverne erzählt Homer die Geschichte seines Aufstiegs zum Maskottchen der Springfield Isotopes und seinen Fall, nachdem er in Capital City verpflichtet wurde.
Der eine oder andere gelungene Gag ist hier durchaus eingestreut und damit ist diese Episode sicherlich im Ansatz unterhaltsam, aber dennoch ist dies eine der schwächsten Simpsons-Folgen, die es so gibt. So ist der Plot nicht so lustig, wie bei vielen anderen Episoden, auch wenn es stellenweise relativ amüsant ist, wie unglaublich ernst Homer und seine Bekannten seine Funktion als Maskottchen nehmen, dafür ist das clowneske Gehampel von Homer als Maskottchen mehr peinlich als lustig. Damit eine annehmbare Folge, aber nicht mehr.
5,5/10

Der Wettkampf
Um eine Wette mit Ned Flanders zu gewinnen, zwingt Homer seinen Sohn Bart, bei einem Minigolf-Turnier gegen Rod Flanders zu gewinnen.
Dies ist die erste Simpsons-Episode, bei der Ned Flanders als religiöser, zuvorkommender, friedfertiger Bilderbuchnachbar charakterisiert wird, nachdem er in der ersten Staffel im Grunde lediglich eine Nebenrolle zu spielen hatte und es ist ebenfalls die erste Folge, bei der Homers Streitsucht gegenüber seinem Nachbarn mehr als offensichtlich wird. Und Homers vollkommen überzogenes Verhalten, mit dem er immer wieder versucht, Flanders zu reizen, der Ehrgeiz, mit dem er Bart für den Wettkampf vorantreibt, erzeugen dabei durchaus einige Lacher und machen die Episode, die zudem ein sehr amüsantes Ende als großes Plus verbuchen kann, zu einer nicht allzu auffälligen, aber sehr unterhaltsamen, die es auf jeden Fall wert ist, angesehen zu werden.
7,5/10

Bart bleibt hart
Nachdem er eine aufwendige Bastelarbeit von Lisa an Thanksgiving vor den Augen der gesamten Familie zerstört hat, soll sich Bart entschuldigen, setzt nun aber alles daran, dies nicht tun zu müssen.
Diesmal ist es also Bart, der Lisa kränkt und damit eine Episode einleitet, bei der von Anfang an klar ist, wie rührselig sie wohl enden wird und dieser Anflug von Kitsch steht den Simpsons definitiv nicht gut. Mit einer schlechten Folge haben wir es hier dennoch nicht zu tun, sondern mit einer soliden, da einige überaus gelungene Gags gemacht werden. So sind es vor allem die Mitglieder der Familie, Patty und Selma, Grandpa Simpson und Mutter Bouvier, die beim Thanks-Giving-Dinner für Unterhaltung sorgen, vor allem dann, wenn sie mit dem einen oder anderen zynischen Spruch auf Homer oder Marge zielen. In der zweiten Hälfte kippt die Episode dann ein wenig ab, aber die Gagdichte ist doch noch groß genug, dass die sie nicht gänzlich abgleitet.
6,5/10

Der Teufelssprung
Nachdem Bart eine Stuntshow gesehen hat, beschließt er selbst Todesfahrer zu werden und bringt sich prompt mehrfach in Gefahr. Homer versucht ihn davon abzubringen.
Hierbei handelt es sich um eine souverän geführte, durchgehend amüsante Episode, die mal wieder ein gutes Beispiel für die grandiose Situationskomik der Serie ist. Angefangen beim amüsant parodierten Wrestling-Kampf und Homers ungeduldigen Verhalten beim Schulkonzert, bis hin zum Unfall eines Stuntman bei der Monstertruck-Show, sind einige Lacher dabei, was sich bis zum Ende der Folge definitiv nicht ändert. Man denke nur an die Stelle, bei der Homer zweimal in die Schlucht fällt, nachdem er seinem Sohn verdeutlichen wollte, dass dies zu gefährlich für ihn ist. Auch ohne hintergründige oder satirische Gags wird so also gelungene Unterhaltung geliefert.
9/10

Das Fernsehen ist an allem schuld
Nachdem sie die Brutalität in Trickfilmen gesehen hat, schlägt Maggie ihren Vater mit einem Hammer nieder und ruft Marge auf den Plan, die eine Hexenjagd gegen Itchy und Scratchy eröffnet.
Einmal mehr wird anhand von Itchy und Scratchy die Brutalität in Trickfilmen in den Fokus der Kritik gerückt und allein durch die zahlreichen Ausschnitte aus der Sendung kommen schon genügend Lacher zustande, um einen hohen Unterhaltungswert aufrecht erhalten zu können. Doch damit nicht genug. Immer wieder werden die Reaktionen der leicht zu beeinflussenden Maggie gezeigt, die sich 1:1 wie Katz und Maus aus der Sendung benimmt und auch die Szenen, in denen Marge ihrem Ärger über die Sendung freien Lauf lässt, während Homer im Hintergrund kichert, sind überaus amüsant. Satirische Stellen gibt es darüber hinaus noch einige mehr, so wird anhand von Roger Meyers der opportunistische, gewinnorientierte Produzent ein wenig durch den Kakao gezogen, während auch die Ausschnitte aus der Kent-Brockman-Talkshow sehr amüsant sind. Und dann wäre noch die urkomische Pazifistenausgabe von Itchy und Scratchy, die man unbedingt mal gesehen haben muss, zu erwähnen. So oder so ähnlich sollten eigentlich alle Folgen sein.
9,5/10

Bart kommt unter die Räder
Bart wird beim Skateboardfahren von Mr. Burns angefahren, aber nicht allzu schwer verletzt. Von einem hinterhältigen Anwalt beraten, ziehen die Simpsons dennoch mit der Diagnose eines miesen Arztes vor Gericht und versuchen Mr. Burns auf eine Millionen Dollar zu verklagen.
Lionel Hutz und Dr. Nick Riviera gehören zweifelsohne zu den amüsantesten Nebenfiguren der Serie und auch hier gehen einige Lacher auf das Konto des miserablen Arztes und des beinahe kriminellen Anwalts, aber auch ansonsten ist die Episode überaus amüsant. So sind in der Verhandlung vor Gericht, die von Anfang an als Farce initiiert wird, neben ein paar Lachern auch kritische Untertöne vorhanden, die die Episode sehr sarkastisch gestalten. Außerdem wird die, von Grund auf ehrliche Marge hier amüsanter ausgespielt, als in vielen anderen Simpsons-Folgen und die Tatsache, dass die Simpsons nur deshalb verlieren, weil Marge ehrlich ist, spricht ebenfalls überdeutlich für die Kritik an der Verfahrensweise vor amerikanischen Gerichten, oder allgemein Gerichten in der westlichen Welt, wenn es um Schmerzensgelder geht. Sehenswert.
9/10

Die 24-Stunden-Frist
Die Simpsons besuchen ein japanisches Restaurant, in dem Homer einen falsch zubereiteten Kugelfisch verspeist. Nun hat er nur noch 24 Stunden zu leben.
Anfangs startet die Episode ziemlich gut, weil einmal mehr ausführlich dargestellt wird, wie flexibel Homer in seiner Tages- und Wochenplanung ist und, wie ablehnend er allem Neuen gegenübersteht. Dann kommt es schließlich zur Vergiftung und zum letzten Tag im Leben von Homer, der nicht ganz so vergnüglich gerät, wie er durchaus hätte werden können, da sich ein paar ganz gelungene Gags, die teilweise mit überaus schwarzem Humor serviert werden, und einige, doch recht rührselige Momente immer wieder gegenseitig ablösen, wobei vor allem die Szene, in der Homer seinem Sohn erklärt, wie man sich rasiert, wirklich ausgezeichnet geworden ist. Nichts desto trotz eine eher mittelmäßige Episode.
7,5/10

Wie alles begann
Da der Fernseher kaputt ist, erzählen Marge und Homer ihren Kindern, wie sie sich kennen gelernt haben.
Als Simpson-Fan ist man ja durchaus neugierig, welche Vergangenheit die verschiedenen Figuren haben und in dieser Episode wird endlich gezeigt, wie sich Homer und Marge kennen lernten. Damit ist die Folge auch nicht schlecht, langweilig auch zu keinem Zeitpunkt, zumal bekannte Charaktere wie Abraham Simpson, Barney oder Patty und Selma, die auch in der Vergangenheit sehr amüsant daherkommen, auch mal in jüngeren Zeiten zu sehen sind, aber ein wenig kitschig ist die Liebesgeschichte dann schon und zeugt zudem kaum von der Eigenironie (Barts Reaktion auf das Erzählte einmal ausgenommen), die die Episode wohl gebraucht hätte, um nicht im Mittelmaß unterzugehen.
7/10

Das Achte Gebot
Homer hat sich einen illegalen, gebührenfreien Kabelanschluss besorgt, was bei seiner Tochter, die den Kabelklau als Verstoß gegen die zehn Gebote sieht, auf erbitterten Widerstand stößt.
Ein paar kleinere Seitenhiebe auf das Kabelfernsehen, den Pay-TV gibt es hier durchaus und so kommen einige amüsante Stellen beisammen, aber im Endeffekt lebt diese Episode doch von Situationshumor, fährt damit jedoch nicht schlecht und weiß durchaus gelungen zu unterhalten. So werden sowohl Homer als vollkommen unmoralischer Schnorrer, der beim Kabelklau kein schlechtes Gewissen bekommt und sowohl in Moe`s Taverne, als auch auf der Arbeit einiges hat mitgehen lassen, als auch Lisa als übertrieben moralische Gralshüterin von Sitte, Anstand und Religion genutzt, um die Diskussionen um den Kabelklau mit viel Witz servieren zu können. Aber sonderlich auffällig ist diese grundsolide Episode, wenn man das Gesamtwerk so betrachtet, dennoch nicht.
7,5/10

Der Heiratskandidat
Selma sehnt sich nach einem Mann in ihrem Leben und Homer soll diesen finden. Am Ende ist Skinner der potentielle Heiratskandidat, doch dieser verliebt sich beim gemeinsamen Abendessen in Selmas Schwester Patty.
Selmas Liebschaften, ihre Torschlusspanik und ihre Hochzeiten füllten im Laufe der Seriengeschichten einige Simpsons-Episoden und auch hier gelingt dies definitiv ziemlich gut. Die merkwürdige Zwillingsbeziehung zwischen Patty und Selma sorgt auch hier für einige Lacher, genauso, wie die spitzzüngigen Kommentare, die sich Homer und die Zwillinge gegenseitig an den Kopf werfen. Skinner ist ebenfalls recht amüsant eingebracht, auch wenn man durch die Verwendung seiner Mutter vielleicht noch ein paar Lacher mehr aus der Episode hätte herausholen können. Zuletzt wäre da noch der ebenfalls sehr unterhaltsame Subplot um das veränderte Verhältnis von Skinner zu Bart, der seinen Vorteil aus der neuen Beziehung zu ziehen weiß. Auch ohne satirische Ansätze kommt so eine ziemlich vergnügliche Episode zustande, die das Ansehen sicherlich wert ist.
8,5/10

Ein Bruder für Homer
Homer erfährt von seinem Vater, dass er einen Halbbruder hat, den er nun ausfindig machen kann. Überrascht stellt er schließlich fest, dass es sich bei diesem um einen reichen Konzernchef handelt.
Herbert Powell, oder Herb Simpson ist der, in der Serie sehr selten in Erscheinung tretende Halbbruder von Homer, bei dem es sich um keinen allzu lustigen Charakter handelt, was nicht heißt, dass diese Episode sonderlich langweilig wäre. So ist das Geständnis von Abe Simpson, dass Homer noch einen Halbbruder hat, ziemlich unterhaltsam, genauso, wie Homers Versuche das ultimative Auto für den Durchschnittsamerikaner zu kreieren, auch wenn der Handlungsstrang um Lisa und Bart, die schnell Gefallen am Luxusleben finden, nicht allzu gut geworden ist. Damit ist dies unterm Strich eine durchaus sehenswerte Folge, wenn auch keine vollkommen grandiose.
8/10

Betragen mangelhaft
Knecht Ruprecht wird immer verhaltensauffälliger, weswegen ihn die Simpsons auf eine Hundeschule schicken.
Die Haustiere der Simpsons sind ein genauso fester Bestandteil der Serie, wie Nachbar Flanders, Moe oder Patty und Selma, weswegen sie auch immer mal wieder eine Hauptrolle in der einen oder anderen Episode zugestanden bekommen, aber diese Folge funktioniert mit dieser Grundidee leider überhaupt nicht. Sonderlich amüsant ist es nicht, wenn der Hund nach und nach das Haus der Simpsons und die halbe Nachbarschaft zerstört und das Betteln von Bart und Lisa darum, den Hund dennoch behalten zu dürfen ist leider auch eher rührselig als lustig. Damit ist dies die schwächste Episode der Staffel, ja sogar eine der schlechtesten in der Seriengeschichte. Hier und da werden durch die Mitglieder der Familie mal ein paar Gags am Rande platziert, aber das war's dann leider auch schon.
4,5/10

Die Erbschaft
Grandpa Simpson verliebt sich in eine Mitbewohnerin im Altersheim und erbt über 100.000 Dollar als diese verstirbt. Nun steht er vor der Frage, wie er es wohl ausgeben soll.
Hier werden, wie in einigen weiteren Simpsons-Folgen auch, anfangs sehr viele, mitunter etwas respektlose, aber doch amüsante Gags auf Kosten von alten Menschen und den Bewohnern des Altenheims gemacht, man denke nur an die Darstellung der Romanze, die kaum lustiger sein könnte und auch im weiteren Verlauf wird hier gelungene Unterhaltung geboten, unter Anderem, wenn gezeigt wird, wie Gandpa sein gesamtes Geld anfangs verprasst und anschließend potentielle Erben castet, um den betreffenden Menschen weiterhelfen zu können. Außerdem ist es relativ amüsant zu sehen, wie Homer und Familie auf das Geld spekulieren, so ist diese Episode durchgehend unterhaltsam.
8,5/10

Marges Meisterwerk
Während Homer, der im Vergnügungspark vor Augen geführt bekommen hat, dass er zu fett ist, Diät hält, gewinnt Marge einen Künstlerpreis und wird prompt von Mr. Burns zum portraitieren angeheuert.
Die anfänglichen Szenen im Vergnügungspark sind sehr lustig geraten und ähnlich verhält es sich auch mit Homers anfänglichen Versuchen abzunehmen. Der hauptsächliche Plot dreht sich jedoch um Marge und ihren Malkurs, der ebenfalls sehr gut zu unterhalten weiß, da ihr Lehrer, der nicht gerade mit Komplimenten geizt, sehr amüsant konstruiert ist und den einen oder anderen Lacher auf seinem Konto verbucht. Und auch die Versuche von Marge, in oder an Mr. Burns etwas Gutes zu entdecken, sind sehr gelungen und so ist diese Folge unterm Strich sehr unterhaltsam, auch wenn die mitunter ironischen Einblicke in die Malerei ruhig etwas zynischer hätten ausfallen können.
8/10

Der Aushilfslehrer
Mrs. Hover ist krank, weswegen Lisa einen Aushilfslehrer bekommt, der sie mit seinen kreativen Lehrmethoden zutiefst berührt. Während sich die Musterschülerin nach und nach in ihren Lehrer verliebt, kandidiert Bart in seiner Klasse als Klassensprecher.
"Lisa bläßt Trübsal" aus der ersten Staffel war eine der schlechtesten Episoden von allen, weil im Grunde überhaupt kein Witz vorhanden war und einzig und allein Lisas Gefühlsleben im Vordergrund stand, die sich einmal mehr missverstanden fühlte. Diese Episode zeigt hingegen, wie eine Folge, in der es sich um Lisa und ihre unerfüllten Sehnsüchte dreht, sehr wohl unterhalten kann. So ist der Subplot um Bart, der als Klassensprecher kandidiert, sehr vergnüglich geworden, vor allem dann, wenn er mit hohlen Parolen und dämlichen Aktionen die Sympathie seiner Mitschüler gewinnt, während der deutlich qualifiziertere Martin diese nicht verbuchen kann. Außerdem werden einige, überaus amüsante Stellen eingestreut, wenn Homer einmal mehr vollkommen gefühllos und oberflächlich auf die Nöte seiner Tochter reagiert und auch Bergstrom, der als übertrieben engagierter Lehrer im Grunde zu seiner eigenen Karikatur wird, ist durchaus für den einen oder anderen Lacher zu haben. Zwar wird die Episode durchaus mitunter etwas rührselig, vor allem am Ende, aber zu unterhalten weiß sie ziemlich gut.
8/10

Kampf dem Ehekrieg
Die Simpsons veranstalten eine Party, auf der sich Homer betrinkt und anschließend daneben benimmt. Es kommt zum Ehekrach im Hause Simpson und anschließend zur Ehe-Therapie.
Der Anfang, bei dem sich Homer komplett daneben benimmt, ist derart amüsant, dass die Episode kaum besser starten könnte und auch die anschließende Szene, bei der er versucht, sich an den Abend zu erinnern und zunächst einmal die Tatsachen verdreht, strotz nur so vor Ironie. Die anschließende Therapie gelingt ebenfalls sehr gut, da sich Homer auch hier zunächst von seiner schlechtesten Seite zeigt und dann wäre da auch noch der Subplot, um Bart und Lisa, die das Vertrauen ihres Großvaters, der als Babysitter engagiert wurde, missbrauchen, woraufhin sich dieser mit seiner Heul-Attacke zur Wahr setzt, in den ebenfalls zahlreiche Gags integriert sind. Diese Simpson-Folge ist damit durchgehend unterhaltsam und von Anfang an stringent geführt.
9,5/10

Drei Freunde und ein Comic-Heft
Bart und drei Freunde legen ihr Geld zusammen, um sich die Erstausgabe einer Comic-Reihe leisten zu können. Doch dann ist niemand so recht bereit, den gemeinsamen Besitz zu teilen.
Nachdem die Comic-Fans mit einem sarkastischen Blick auf die Comicbuch-Messe durch den Kakao gezogen wurden, wie man es in den späteren Staffeln noch häufiger sehen sollte, wird gezeigt, wie Bart bei einer leicht senilen, älteren Dame das Geld für sein Comic-Heft zu verdienen versucht und auch dieser Abschnitt, Barts Martyrium, weiß durchaus gut zu unterhalten. Dann folgt jedoch der letzte Teil, der von der Zwietracht zwischen Bart, Martin und Millhouse geprägt ist und mit den ewigen Streitereien um das Comicheft ein wenig naiv daherkommt, der weniger amüsant gerät und daher ist diese Episode schwächer als der Staffel-Durchschnitt, aber dennoch recht ansehnlich.
7/10

Der Lebensretter
Mr. Burns liegt im Sterben, wird aber durch eine Blutspende von Bart gerettet. Da er sich bei den Simpsons jedoch finanziell nicht erkenntlich zeigt, schreibt ihm Homer einen herablassenden Brief, der seine Entlassung zur Folge hat.
Während Marge Bart dazu treibt, sein Blut zu spenden, um einem Mitmenschen das Leben zu retten, belustigt der egoistische Homer, der es lediglich auf das Geld abgesehen hat, auch wenn die Episode über weite Strecken wegen mangelnder Gag-Dichte nicht so köstlich unterhalten will, wie es bei anderen Simpsons-Folgen der Fall ist. Dafür kann sich das Ende sehen lassen, zunächst einmal ist das vollkommen nutzlose Geschenk, dass Mr. Burns den Simpsons doch noch macht, ein genialer Einfall und die Szene, in der es überreicht wird, strotzt nur so vor Situationskomik und auch der anschließende Versuch von Marge, doch noch eine Moral aus dem Geschehenen zu ziehen, ist sehr amüsant geraten und spricht für die Eigenironie der Simpsons-Schöpfer. Unterm Strich damit eine grundsolide Episode.
7,5/10


Fazit:
Die erste Simpsons-Staffel kann getrost als Testlauf verbucht werden, da in dieser Phase erste Figuren kreiert und der Mikrokosmos Springfield nach und nach erweitert wurde. In dieser zweiten Staffel pendelt sich das Durchschnittsniveau der einzelnen Episoden bereits auf ziemlich hohem Niveau ein, auch wenn im weiteren Verlauf der Serie noch mehr folgen sollte. Rechnerisch ergeben sich summa summarum:

78%

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