Review

3. Staffel

Die erste Simpsons-Staffel war ein Probelauf, der zeichnerisch wie inhaltlich qualitativ kaum mit seinen Nachfolgern Schritt halten konnte, woraufhin die zweite Staffel die Latte deutlich höher legen konnte. Auch bei der dritten Staffel, bei der der Einfallsreichtum der Schöpfer erneut ausgesprochen positiv hervorgehoben werden kann, ist eine erneute Steigerung zu verzeichnen. Zu den einzelnen Episoden:

 Die Geburtstagsüberraschung
Mr. Burnes lässt Homer einen psychologischen Test machen, den Bart für ihn ausfüllt, weswegen Homer letztlich in der Psychiatrie landet.
Die erste Episode der dritten Staffel beginnt viel versprechend, ironisch und gesellschaftskritisch. Da Homer ein rosafarbenes Hemd trägt, obwohl er selbst sagt, dass er nicht beliebt genug ist, um anders sein zu können, fällt er zwischen seinen Kollegen, die allesamt in weiß gekleidet sind, unangenehm auf, woraufhin sein Geisteszustand umgehend auf die Probe gestellt wird. Und auch Homers Aufenthalt in der Nervenheilanstalt ist, wie man sich denken kann, überaus unterhaltsam, mit zahlreichen Lachern und Anspielungen auf diverse Filmklassiker wie “Einer flog über das Kuckucksnest“ gespickt. Umso ärgerlicher ist es, dass die Episode zum Ende hin mit dem Subplot rund um Lisas Geburtstag, den Bart vergessen hat, übersentimental wird und einen etwas faden Beigeschmack hinterlässt. Dennoch ein gelungener Einstieg in die Staffel
8/10

 
Einmal Washington und zurück
Lisa gewinnt einen Aufsatzwettbewerb mit dem Thema Amerika, womit sie und ihre Familie einen Ausflug nach Washington gewinnen. Dort ändert sich ihr politisches Weltbild angesichts der vorherrschenden Korruption schlagartig.
“Einmal Washington und zurück“ ist eine der Simpsons-Episoden, denen man wirklich wenig vorwerfen kann, so ist sie ausgesprochen amüsant und hat darüber hinaus viel satirisches Potential. Homers Dummheit wird einmal mehr geschickt ausgespielt, um Lacher zu platzieren, aber auch der sarkastische Blick auf Verlogenheit und Korruption in der Politik fällt nicht schlecht, mitunter sogar recht dreist aus. Der Folge setzten die Macher schließlich die Krone auf, indem sie nach Lisas Rede den perfekten Gang durch alle politischen Instanzen karikieren.
9,5/10 

Ein Fluch auf Flanders
Ned Flanders wirft alles was er hat in die Waagschale und eröffnet einen Linkshänderladen. Homer wünscht ihm im Vorhinein alles schlechte, bekommt jedoch nach und nach Gewissensbisse, als Flanders tatsächlich die Pleite droht.
Dass Homer Ned Flanders nicht sonderlich gut leiden kann ist kein Geheimnis, aber es ist doch ganz amüsant mit anzusehen, wie er sich am Elend seines freundlichen Nachbarn weidet und dessen Misere schamlos ausnutzt. Wenn sich dann zunächst einmal Lisa und Marge, schließlich auch sein Gewissen zu Wort melden und Homer Flanders doch noch zu helfen beginnt, wird die Episode schließlich etwas arg sentimental, ohne jedoch unangenehm kitschig zu wirken, da das versöhnliche Happy Ende nicht allzu weit hergeholt, sondern recht sympathisch erscheint, während der kurze Subplot rund um Barts Karate-Unterricht als Lückenfüller funktioniert, aber auch nicht gerade brüllend komisch ist. Damit kann die Folge als, für den späteren Verlauf der Beziehung Homer/Ned relativ wegweisend, aber keinesfalls überdurchschnittlich abgeharkt werden.
8/10 

Verbrechen lohnt sich
Zufällig gerät Bart an die Mafia und wird prompt von Fat Tony als Barmixer engagiert. Als er dann die Mafia auf Rektor Skinner ansetzt und dieser spurlos verschwindet, findet er sich vor Gericht wieder.
Mit einigen Anspielungen auf diverse Klassiker des Gangsterfilms und das Genre allgemein ist “Verbrechen lohnt sich“ durchaus eine unterhaltsame Simpsons-Episode, kommt aber definitiv nicht über den Durchschnitt hinaus, da die Gagdichte leider nicht derart hoch ist, wie man es von der Serie und auch der dritten Staffel im Allgemeinen gewohnt ist. Vor allem die finale Verhandlung und die Entwicklung von Bart hin zum klischeehaften Gangster-Emporkömmling hätten durchaus Potential geboten, aber die Macher verlassen sich zu sehr darauf, dass die besagten Anspielungen allein für ausreichend Lacher sorgen. Lobend zu erwähnen wäre am Rande noch das recht amüsante Ende.
7,5/10 

Der Ernstfall
Durch pures Glück bewahrt Homer das Kraftwerk vorm Super-Gau und wird prompt zu Springfields neuem Helden gekürt, was ihm anfangs widerstrebt. Doch dann gilt es, erneut zu beweisen, dass er einer ist.
Die drohende Kernschmelze im Kraftwerk, die Reaktion der Medien und besonders die von Mr. Burns könnten kaum amüsanter dargestellt werden, sodass diese Episode mit einem echten Paukenschlag startet und auch im weiteren Verlauf, in dem ein Gag den anderen jagt, überragt die Folge mit ihrem Unterhaltungswert die meisten anderen. Dabei wird geschickt auf das Finale hingearbeitet, das die Episode ähnlich stark beendet, wie sie begonnen hat. Zu mäkeln gibt es hier überhaupt nichts, zu sagen im Grunde nur noch, dass die Simpsons so und nicht anders sein sollten.
10/10 

Der Vater des Clowns
Krusty besucht die Simpsons zum Abendessen, wo er erzählt, dass er vor Jahren von seinem Vater, einem Rabbi verstoßen wurde. Bart und Lisa versuchen daraufhin, die Vater-Sohn-Beziehung zu retten.
Interessant und einzigartig sind in aller Regel besonders die Simpsons-Episoden, in denen Nebenfiguren tiefer konstruiert werden und damit die Geschichte der Figuren aus der zweiten Reihe bekannt wird. So auch bei “Der Vater des Clowns“, in der Krusty zunächst einmal erneut als schlecht gelaunter, moralisch fragwürdiger Lebemann dargestellt wird, dem seine kleinen Fans im Grunde vollkommen egal sind, woraufhin man sich dann seinem Vater, dem Rabbi zuwendet. Aufgrund der dabei gegebenen Informationen ist diese Folge letztlich auch sehenswert und durchaus überzeugend, zumal auch die Gagdichte ordentlich ausfällt, aber es reicht nicht ganz, um zu den besseren Episoden zu gehören, da die Dramaturgie mitunter etwas aufgesetzt wirkt und sich das Happy End zu früh abzeichnet.
8,5/10 

Albträume
Die Simpsons werden an Halloween von zahlreichen Albträumen heimgesucht, in denen unter Anderem eine okkulte Affenpfote, ein Roboter mit Menschengehirn und Bart als übersinnlich begabter Freak vorkommen.
Einmal mehr haben die Simpsons-Macher die gewissermaßen außerplanmäßige Halloween-Episoden genutzt, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und den einen oder anderen altbekannten Horrorfilm zu parodieren, wobei diese Folge, anders als die späteren, noch über eine Rahmenhandlung verfügt, die aber nicht sonderlich lustig und damit im Grunde auch überflüssig ist. Die drei Episoden sind dabei von unterschiedlicher Qualität, so wissen die Super-Bart- und die Affenpfoten-Episoden durchaus zu gefallen, während die dritte Folge weniger überzeugend ausgefallen ist.
7,5/10 

Lisas Pony
Einmal mehr ist Lisa auf Homer nicht gut zu sprechen, weswegen dieser beschließt, ein Pony zu kaufen, um die Liebe seiner Tochter zurück zu gewinnen. Um das kostspielige Haustier finanzieren zu können, nimmt er einen Nebenjob an.
Wie fast alle Episoden, in denen Lisas Gefühlsleben im Vordergrund steht, ist auch diese sicherlich gut gemeint und trägt ein wenig zur Vertiefung der Simpson-Charaktere bei, fällt aber unter den Schnitt, da sie sehr durchschnittlich und austauschbar ist. So hat man durchweg das Gefühl, all dies schon so oder ähnlich gesehen zu haben, zumal die Folge vielleicht ein wenig kitschig geworden ist und allzu glatt auf ihr Happy End zusteuert. Wirklich amüsant ist das Geschehen so nicht, womit die Episode im Grunde überflüssig ist.
6/10 

Das Seifenkistenrennen
Homer fällt bei einem Eignungstest für Väter mit null Punkten durch, weswegen er Bart nun beim Seifenkistenrennen zu unterstützen versucht.
Im Gegensatz zur vorherigen Folge, bei der Homers Beziehung zu Lisa im Vordergrund stand, ist diese, in der es sich mehr um Bart dreht, ziemlich amüsant geworden, so beginnt sie gleich mit ein paar erstklassigen Gags, wenn Patty und Selma erneut über Homer herziehen und dieser beim Eignungstest auf ganzer Linie versagt. Im weiteren Verlauf bleibt die Episode kurzweilig und amüsant, da einige lustige Stellen eingestreut werden, wobei die platte Dramaturgie des Vater-Sohn-Konflikts der Episode mitunter die Fahrt nimmt, so bleibt gutes, unterhaltsames Simpsons-Mittelmaß.
8/10 

Das Erfolgsrezept
Homer erzählt Moe von einem Geheimrezept für einen sehr speziellen Drink, das der Barkeeper stiehlt und unter seinem Namen vermarktet. Während die Bar, die kurz vor der Pleite stand, wieder floriert, sinnt Homer auf Rache.
Hier zeigt der egoistische Barkeeper Moe also mal wieder sein hässliches Gesicht, wobei Homers Reaktion auf das gestohlene Rezept noch lustiger ausfällt. Homer steigert sich immer weiter in seine Wut, was zunehmend amüsanter dargestellt wird, während auch das übertrieben gut laufende Geschäft bei Moe relativ lustig gezeigt wird. So unterhält die Folge durchgehend, ist straff geführt und mündet in ein ebenso komisches Ende.
9/10 

Kraftwerk zu verkaufen
Burns verkauft sein Kraftwerk an deutsche Investoren, die ernsthaft um die Sicherheit des AKWs besorgt sind, wodurch Homers Job in Gefahr ist.
“Kraftwerk zu verkaufen“ ist allein schon deswegen durchweg amüsant und sehenswert, weil permanent Gags auf Kosten der Sicherheitslücken im Atomkraftwerk und vor allem der deutschen Investoren gemacht werden, die durchweg zu zünden vermögen und durchaus recht bissig geworden sind. Und mit diesem Konzept allein geht die Folge auch voll auf, auch ohne einen ernsteren Subplot oder Ähnliches und wird schließlich von einem ebenso amüsanten Ende abgerundet.
9,5/10 

Blick aufs Eheglück
Homer erzählt seinen Kindern die Geschichte seiner Ehe, wobei er mit der ersten Schwangerschaft seiner Frau und der Eheschließung beginnt und mit Barts Geburt schließt.
Die Rückblenden in die Vergangenheit von Homer und Marge sind oftmals recht interessant mit anzusehen und dies nicht nur, weil Patty und Salma damals bereits genauso gemein waren, wie sie es in der Gegenwart sind, sondern auch, weil sich so die Vergangenheit der gelben Familie erschließt, auch wenn sich die verschiedenen Episoden, die die Vergangenheit behandeln, mitunter gegenseitig ausschließen. “Blick aufs Eheglück“ überzeugt dabei besonders, weil es nicht zu überflüssigem Kitsch kommt, sondern zu einem wirklich amüsanten Rückblick, in dem Homers Unvermögen einmal mehr die Grundlage für zahlreiche gelungene Lacher bietet. Lediglich der allzu simple Verlauf und die Kalkulierbarkeit stören ein wenig.
8,5/10 

Wer anderen einen Brunnen gräbt
Bart bekommt ein Funkgerät zum Geburtstag geschenkt und nutzt es natürlich für zahlreiche Streiche, bis er schließlich den Bogen überspannt und über einen Lautsprecher ein Kind, das in einen Brunnen gefallen ist, spielt.
Zwar ist Barts Geburtstag, an dem er hauptsächlich grässliche Geschenke bekommt wirklich lustig, doch dann baut die Episode zunehmend ab. Die Oberflächlichkeit der Öffentlichkeit, die sich nichts sehnlicher wünscht, als den scheinbaren Timmy aus dem Brunnen zu holen, dann jedoch nichts lieber sehen würde, als dass der verschlagene Bart in dem Brunnen stirbt, wird zwar ganz gut karikiert, wozu auch der Medienrummel rund um das Lincoln-Eichhörnchen passt. Doch die etwas plakative Moral, das überzogene Happy-End und der auch hier sehr absehbare Verlauf, lassen die Episode leicht unter den Staffel-Durchschnitt fallen, was jedoch nicht heißt, dass sie schlecht wäre.
8/10 

Der Wettkönig
Um ihrem Vater etwas näher zu kommen, beschließt Lisa, mit Homer Football zu schauen und sich an seinen Wetten zu beteiligen. Doch schnell beschleicht sie der Verdacht, dass ihrem Vater ihre Tipps wichtiger sind als ihre Gesellschaft.
Nach “Lisas Pony“ steht auch hier wieder die Vater-Tochterbeziehung zwischen Homer und Lisa im Fokus und einmal mehr entpuppt sich das Vater-Tochter-Thema als das langweiligste, das die Simpsons-Macher im Petto haben. Letztlich sind es nämlich einzig und allein die Football-Wetten und Moe, der hier und da mal im Rahmen der Wetten zu sehen ist, die für Unterhaltung sorgen. Ansonsten plätschert die Episode langsam vor sich hin und bietet relativ wenige Höhepunkte auf, während das gewohnte Konzept mit Happy-End ebenfalls nicht gerade für Abwechslung sorgt. Damit ist “Der Wettkönig“ nicht ganz so schlecht wie “Lisas Pony“, aber dennoch unterer Staffelschnitt.
7/10 

Wenn Mutter streikt
Nach einem Nervenzusammenbruch beschließt Marge, in eine Kur zu fahren, während Bart und Lisa bei Patty und Selma untergebracht werden und Homer auf Maggie aufpassen soll.
Der Alltag der Simpsons, in dem Marge wie eine Putzfrau/Haushaltshilfe behandelt wird, weswegen ihr anschließender Nervenzusammenbruch zustande kommt, wird bewusst übertrieben und damit sehr amüsant dargestellt, was auch für die anschließende Eskalation gilt. Aber auch während Marges Abstinenz in der Kur bleibt die Episode überaus unterhaltsam. So könnten die Torturen, die Bart uns Lisa bei Marges Schwestern durchleben kaum lustiger sein, während auch Homers Versuche den Haushalt zu übernehmen und auf Maggie aufzupassen durchaus überzeugen, wobei Gagdichte und Amüsanz der Gesamtsituation immer weiter gesteigert werden und gelungen im Finale gipfeln. Dabei ist der Subplot um die sich erholende Marge leider weniger lustig, kontrastiert das restliche Geschehen aber ganz gut und sorgt für eine gewisse Abwechslung. “Wenn Mutter streikt“ ist vielleicht keine überragende Folge, aber zweifelsohne eine gute, bei der es ebenfalls eine gelungene Idee war, immer mal wieder Barney ins Geschehen einzubringen.
9/10 

Die Kontaktanzeige
Mrs. Krabappel ist einsam, weswegen sie eine Kontaktanzeige aufgibt, die wiederum zufällig in die Hände von Bart gerät, der auf die Anzeige antwortet, um ihr einen Streich zu spielen.
Der anfängliche Jo-Jo-Hype an der Grundschule sorgt für einen unterhaltsamen Einstieg, woraufhin Barts Streich an seiner Lehrerin ins Rollen kommt, der nicht einmal so sehr aufgrund seiner hohen Gagdichte unterhaltsam ausfällt, sondern auch wegen der gelungenen Grundidee, die für eine gewisse Abwechslung sorgt und einen Nebencharakter aus Springfield weiter vertieft. Für den nötigen Kurzweil sorgen dabei Homer, dessen Versuche, eine Hundehütte zu bauen sowie das Fluchglas, in das er Geld einwerfen muss, wenn ihm ein Kraftausdruck entgleitet.
8,5/10 

Der Wunderschläger
Homer tritt mit der Mannschaft des Atomkraftwerks und einem selbstgebauten Wunderschläger beim Städtewettkampf an und schafft es bis ins Finale. Doch dann heuert Mr. Burns Baseball-Profis an, da er den Sieg und seine Millionen-Dollar-Wette nicht gefährden will.
Mit ein paar soliden Gags und einer routinierten Rahmenhandlung unterhält die Episode über weite Strecken, kommt aber auch erst dann wirklich in Fahrt, wenn die Football-Profis schließlich unter dem Deckmantel, dass sie im Kraftwerk arbeiten würden, für das Team gekauft werden, wobei die professionellen Sportler und Millionäre zwischendurch seicht karikiert werden, ohne, dass echter Biss aufkommen würde. So ist “Der Wunderschläger“ im Endeffekt eine runde Folge, die ganz nett unterhält, aber bis auf ihren finalen Paukenschlag und die zahlreichen Unfälle der Profis kurz vorm Finale wenig zu bieten hat, was sie übers Mittelmaß hieven könnte.
7,5/10 

Der Eignungstest
An der Grundschule wird ein Eignungstest für die verschiedensten Berufsfelder durchgeführt, bei dem am Ende herauskommt, dass Bart Polizist wird, woran er schließlich auch Gefallen findet, während Lisa Hausfrau werden soll, was die Rebellin in ihr weckt.
Satirisch ist diese Episode vor allem dann, wenn der vollkommen oberflächliche Eignungstest von allen Seiten ernster genommen wird, als dies eigentlich der Fall sein sollte und natürlich, wenn Lisa die Unwissenheit ihrer Lehrer durch den Diebstahl der Lösungsbücher demaskiert. Ansonsten liefert die Episode solide Unterhaltung, vor allem deshalb, weil Bart und Lisa die umgekehrten Rollen wirklich gut stehen und auch damit für Abwechslung und Kurzweil gesorgt wird.
8,5/10 

Auf den Hund gekommen
Knecht Ruprecht ist krank und um die rettende Operation bezahlen zu können müssen die Simpsons knallharte Sparpläne umsetzen.
Homer gibt sich dem naiven Glauben hin, er könnte mit seinen fünfzig Losen den Hauptgewinn im Lotto erzielen, woraufhin auch die Sparmaßnahmen der Simpsons für Kurzweil sorgen. So startet die Episode gelungen und bleibt es auch im weiteren Verlauf, da sie recht wendungsreich geworden ist und zu keinem Zeitpunkt harkt, auch wenn es weder zu den ganz großen Ansätzen noch zu größeren Gag-Gewittern reicht.
8,5/10 

Homer auf Abwegen
Homer lernt eine singende Kellnerin kennen, die er zu fördern beginnt, weswegen ihr der Durchbruch gelingt. Marge wird immer eifersüchtiger, während seine Sängerin zunehmende Erfolge feiert.
Eine wirklich hohe Gagdichte hat “Homer auf Abwegen“ vergleichsweise nicht unbedingt zu bieten, ist aber dennoch sehenswert. Dies ist zum einen auf die ganz netten Countrymusic-Einlagen zurückzuführen, auch wenn eine satirische Auseinandersetzung mit dem Genre letztlich nicht wirklich stattfindet, zum anderen aber auch auf die gelungene Entwicklung der Geschichte auf dramaturgischer Ebene. Wirkt die finale Versöhnung zwischen Marge und Homer sonst oft gestellt, aufgesetzt oder wie die finale Erfüllung des Pflichtprogramms, wirkt diese Episode einfach ehrlich.
8/10 

Bis dass der Tod euch scheidet
Selma sucht mal wieder einen Mann fürs Leben, diesmal versucht sie es bei einem Date aus dem Knast. Bei diesem handelt es sich jedoch um Tingel Tangel Bob, den Bart nach wie vor verdächtigt, nichts Gutes im Sinn zu haben.
Einmal mehr ist Selma, die hier mal wieder als Inbegriff einer Antifrau gezeichnet wird, durchaus amüsant, sodass man Tingel Tangel Bob bei seinen Fußmassagen fast schon bedauert. Ansonsten ist die Episode schnell und abwechslungsreich konstruiert und erzählt und dabei aufgrund gelungener Gags überaus unterhaltsam, zumal sich der ewige Konflikt zwischen Bart und seinem Widersacher hier noch nicht totgelaufen hat oder durch Übertreibungen seinen Reiz verliert.
8,5/10 

Der Fahrschüler
Da auffliegt, dass Otto keinen Führerschein hat, darf er den Schulbus nicht mehr fahren, wird jedoch von Bart gegen den Willen seiner Eltern zu den Simpsons eingeladen und zieht in die Garage, während er für den Führerschein lernt.
Zunächst einmal karikieren die Simpsons-Macher durchaus amüsant und hintergründig die klassischen Klischees zu Rockmusikern und deren Fans, woraufhin der eigentliche Plot rund um Otto in Gang kommt. Und auch im weiteren Verlauf leistet sich die Episode keinen Hänger, ist durchaus amüsant und nicht zuletzt dank Patty und Selma von der Führerscheinprüfstelle sehr unterhaltsam. Außerdem gehen einige Gags auf das Konto von Otto selbst, der hier einmal mehr als quasi-erwachsener Taugenichts dargestellt wird und natürlich stellvertretend für gescheiterte Jugendliche im Allgemeinen steht. Damit ist die Episode allein schon deshalb sehenswert, weil Otto hier erstmals wirklich tief konstruiert wird und seinen Platz im Simpsons-Universum zugewiesen bekommt.
8,5/10 

Liebe und Intrigen
Milhouse verliebt sich in eine neue Mitschülerin, woraufhin die beiden ein Paar werden und sehr viel Zeit miteinander verbringen. Bart, für den Milhouse deshalb kaum noch Zeit hat, versucht die Beziehung zu torpedieren.
“Liebe und Intrigen“ ist ein weiteres Beispiel dafür, auf welch ordentlichem Niveau sich die Simpsons-Episoden im Laufe der dritten Staffel schließlich eingependelt haben. Auch diese Folge ist sicherlich nicht herausragend, aber mit vielen unterhaltsamen Gags gespickt und damit durchweg unterhaltsam. Besonders lobenswert ist, dass anfangs recht scharf gegen das prüde Amerika geschossen wird, im weiteren Verlauf trägt dann besonders Barts kindliches und naives Verhalten der Beziehung seines Freundes gegenüber die Episode, die unterm Strich sehr sehenswert ist.
8/10 

Der vermisste Halbbruder
Bei der Gesundheitsuntersuchung im Kraftwerk finden die Mediziner heraus, dass Homer zeugungsunfähig ist, wofür man verklagt werden könnte. Homer erhält 2000 Dollar. Doch dann taucht sein mittlerweile obdachloser Halbbruder Herb auf, der für die Verwirklichung seiner neuen Geschäftsidee eben diese Summe benötigt.
Herb taucht hier ein zweites Mal auf und sorgt durchaus für eine gewisse Abwechslung gegenüber den vorherigen Episoden. Erneut ist den Machern hier eine überaus glatte Episode gelungen, die mit Slapstick gefällt, aber auch mit satirischem Humor, so wird etwa der “Land der unbegrenzten Möglichkeiten“-Mythos ein paar Mal ironisch aufgegriffen.
8/10    

Fazit:
Nach der ersten und der zweiten Staffel konnten sich die Simpsons-Macher hier ein weiteres Mal steigern und liefern eine hervorragende Staffel ab, die zeichnerisch bereits gut gelungen ist und nur wenige schlechte Episoden beinhaltet. Rechnerisch ergeben sich: 

83%

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