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Wer kennt sie nicht? Die gelbe Chaos-Familie aus Springfield!
Seit 1989 zaubern Matt Groening und sein engagiertes Team bereits in schöner Regelmäßigkeit eine Staffel nach der anderen auf die Bildschirme, ohne daß die Popularität oder der Erfolg nachlassen - im Gegenteil: Derzeit gibt es wohl kaum eine andere Serie, die eine größere Fangemeinde besitzt als „Die Simpsons“.
Zwar zeigen die letzten Folgen schon gewisse Verschleißerscheinungen und besitzen längst nicht mehr den hintergründig-respektlosen Humor der ersten Staffeln, aber mein Interesse ist ungebrochen. Mittlerweile kann ich mir ein Fernsehleben ohne „Die Simpsons“ gar nicht mehr vorstellen, so sehr habe ich die Familie in mein Herz geschlossen - und nahezu jede Folge ist es wert, mehrmals angesehen zu werden. Langeweile kommt zumindest bei mir keine auf, auch wenn ich die ersten Folgen bestimmt schon fünf-, sechsmal gesehen habe.
Homer, der dick-dumme, aber weitestgehend liebenswürdige Familienvater (wenn er seinen Sohn nicht gerade mit zwei Händen den Hals umzudrehen versucht); Marge, die besonnene und liebevolle Hausfrau; Bart, der gnadenlos freche Rowdy, der seinen Mitmenschen das Leben immens schwer macht; Lisa, der intelligente Kopf der Simpsons; Maggie, das Nesthäkchen mit einem Schnuller im Mund, das seit dem Start der Serie noch kein einziges Wort gesprochen hat - um diese fünf grundverschiedenen Charaktere dreht sich jede Folge. Bereichert werden sie außerdem von anderen kuriosen Gesellen, die ich fast genauso liebgewonnen habe wie die Titelfiguren: Moe, der Barkeeper; der gebrechliche Raffzahn Mr. Burns, Homers Arbeitgeber, und dessen (ungewöhnlich) treuer Diener Mr. Smithers; die ehrfurchtsvoll an Gott glaubenden Simpsons-Nachbarn Flanders, Homers Saufkumpan Barney, der seine Nächte in der Bar verbringt usw. Es gibt Dutzende liebenswürdige unverwechselbare Protagonisten, deren charakterliche Besonderheiten nicht in Worten wiedergegeben werden können.
Fast jede Folge ist ein echtes Erlebnis und weist unglaublich kreative Einfälle auf, die immer wieder zum herzhaften Lachen einladen. Ein weiteres Kennzeichen sind die zahlreichen Gastauftritte diverser Berühmtheiten, die zum großen Teil herrlichst parodiert werden, wie die Serie überhaupt das ein oder andere filmische Meisterwerk gekonnt auf die Schippe nimmt. Musterbeispiele für gelungene Parodien stellen sicherlich die Folgen „Die Akte Springfield“ und „Ein grausiger Verdacht“ dar - zwei meiner absoluten Lieblingsepisoden. In ersterer wird die beliebte Mystery-Serie „Akte X“ persifliert, in der sogar Scully und Mulder auftreten dürfen, während letztere Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“ in simpsonscher Manier wiedererzählt - mit Bart im Rollstuhl und dem guten Flanders als vermeintlich bösen Nachbarn, der seine Frau umgebracht haben soll.
Immer wieder gern gesehen sind auch die „Halloween“-Sonderfolgen, die mit Fortdauer der Staffeln immer frecher geworden sind (z.B. als Homer versehentlich die gesamte Menschheit auslöscht).
Daß „Die Simpsons“ keine Serie mit Hauruckwitz ist, beweisen auch die mehr oder weniger versteckten Seitenhiebe auf die Vereinigten Staaten, die fast jedesmal ausgesprochen treffsicher sind. Die gewalthaltigen „Itchy und Scratchy“-Folgen (hier bekriegen sich Katz und Maus ungleich brutaler als „Tom und Jerry“), die sich Lisa und Bart immer wieder zu Gemüte führen und nicht nur hierzulande die Sittenwächter auf den Plan rufen, treffen damit den Kern der waffenverliebten amerikanischen Gesellschaft in einer Art und Weise, wie es in den USA nur selten ist.

Fazit: „Die Simpsons“ ist und wird wohl noch lange meine Lieblingsserie im deutschen Fernsehen bleiben. Ich verbinde mit ihnen meine halbe Kindheit und kann mir auch die x-te Wiederholung der einzelnen Staffeln ständig ansehen, ohne daß sie langweilig werden. Wahrlich mein persönliches Muß im Vorabendprogramm! Fast jede Folge ist einfach nur ein Genuß.
GESAMT: 10/10

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