Review

Viergeteilt im Morgengrauen gab es einst im Kino als Appetizer im Vorprogramm von Scream 3 zu sehen und schaffte es so sogar als Bonustrack auf die 2-DVD Veröffentlichung. Mit knapp 15 Minuten Länge ist er allerdings eher eine gefilmte Kurzgeschichte, denn zumindest lyrisch bis hin zur Schlußpointe arbeitet man in diesem Stil.
Ganz geschnallt hab ich die Story aber nicht. Wir steigen ein bei einem jungen Paar das in verschneiter Landschaft eine winterliche Nummer plant (und gefühlte halbe Laufzeit mit knutschen beschäftigt sind), während unweit eine andere Frau einen unliebsamen Kontakt mit einem Baum hatte und mit abgetrenntem Fuß malerisch den weißen Schnee farblich ihrem Lippenstift anpaßt.
Wer oder was die verunfallte Frau ist, wird nie deutlich. Sie wird von zwei Killern verfolgt, hat sogar eine Pistole dabei, aber so etwas wie Hintergründe erfährt man leider nicht. Stattdessen wird noch etwas mit den Killern geschnetzelt (und ja es fließt mehr Blut als in Scream 3), während unsere Langzeitknutscher nicht mal den Unfall, geschweige denn den Pistolenschuß hören (und kurz den Kopf heben und "war da was" murmeln zählt nicht).
Wirklich Sinn macht die ganze Nummer, ist aber schön anzusehen. Ich denke mal das ganze war so etwas wie ein Demoband für Norbert Keil, um sich für größere Aufgaben zu bewerben. Handwerklich ist hier alles nämlich blitzsauber. Die Kamera auf alle Fälle wäre auch bei Blockbustern gut aufgehoben und auch der Schnitt ist sauber gemacht (also der Szenenschnitt jetzt nicht die Axtgeschichte). Da Kurzfilme sonst ja keinen wirklichen Markt haben, macht das schon Sinn einen guten davon mit einem Kinofilm zu koppeln. Viergeteilt dauert nicht lang, ist gut gemacht und auf jeden Fall besser wie der sonstige Werbeblödsinn, der sonst läuft.
6/10

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