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Der italienische Horrorfilm hat einige Knaller zu bieten...und Filme wie „Patrick vive ancora“. Selbst Fans des italienischen Horrors werden hier sicherlich geteilter Meinung sein.


Nach einem Autounfall liegt Patrick Herschell in der Klinik seines Vaters Professor Herschell im Koma. Hoffnung gibt es eigentlich keine, dass der Junge je wieder aus dem Koma erwacht. Doch unfähig, irgendwas zu tun, ist patrick bei weitem nicht. Mit Hilfe seiner Gedanken kann er Gegenstände bewegen, Leute hypnotisieren und vieles mehr. Die ersten, die dran glauben müssen, ist eine Gruppe von Leuten, die eigentlich gar nicht wissen, warum sie in der Klinik sind. Einer nach dem anderen wird Opfer von Patrick...


Oje oje, hier wird selbst der hartgesottenste Italienfan auf die Probe gestellt, denn „Patrick vive ancora“ ist wirklich ein Machtwerk der besonderen Sorte. Schon allein die Einleitung ist der Hammer. Für die Idee dieses Unfalls hat man bestimmt Wochen gebraucht. Herausgekommen ist die aberwitzige Situation. Spätestens da weiß man, wo man gelandet ist und im weiteren Verlauf noch landen wird.
„Patrick vive ancora“ ist ein billiger Film von Mario Landi, der schon Filme wie „Giallo a Venezia“ verbrochen hat. Besagten Film kenne ich zwar nur vom Hörensagen, aber es reicht.
Nun ist mir auch endlich dieser italienische Film in die Hände gefallen. Fangen wir an.

Zunächst bietet der Film allerhand Knallchargen als Darsteller. Glaubte man bislang, das Acting in den Fulci-Filmen wäre schlecht, der sollte sich mal diesen Haufen ansehen. Hinzu kommen Dialoge, die die Grenze der Lächerlichkeit schon lange überschritten haben. Eben noch will man getrennte Wege gehen, ach was, schnell entscheidet man sich um und geht dann doch noch zusammen durch den Park. Die Dialoge will ich im einzelnen gar nicht wiedergeben, aber zu 95% ist es blanker Unsinn, den niemanden interessiert und der auch für das Verständnis des Film nicht wichtig wäre.
Wie kompensiert man dann so einen Schwachsinn? Na klar, man lässt alle Darstellerinnen im Film mehrmals nackt herumlaufen, ob es einen Sinn macht oder nicht, ist doch egal, dem Zuschauer muss was geboten werden. Hinzu kommt, dass es scheinbar eine ungeschriebene Regel in dem Sanatorium gibt. Zu schlafen hat man immer nackt, egal wo und wann man sich befindet. Scheinbar kann zumindest der weibliche Teil der Darsteller nichts anderes, als sich so zu präsentieren. Viel schlimmer ist eigentlich, dass man sich diese Experten eine Dreiviertelstunde antun muss, bevor es dann doch endlich mal losgeht und der Film in seine beste Phase kommt. Bis dahin wäre „Patrick vive ancora“ Schrott hoch zehn.

Natürlich wird der Film nicht plötzlich zum Hit, aber jetzt lässt sich der im Koma liegende Patrick endlich mal was einfallen, um die ganze Besatzung endlich über den Jordan gehen zu lassen. Und wie man es von den italienischen Filmen gewohnt ist, darf es richtig graphisch werden. Aufgrund der Anzahl der Menschen in dieser Klinik, gibt es nur eine geringe Anzahl von Morden, doch die haben es teilweise wirklich in sich. Man kommt immer an einen Punkt, wo man denkt, im Horrorbereich hat man wirklich alles gesehen in jeder Form, dann gibt es aber „Patrick viva ancora“, der noch einen Schritt weiter geht, geschmackvoll ist es natürlich nicht. Immerhin hat die nervigste Schauspielerin den brutalsten Abgang, wenn sich eine Eisenstange in ihren heiligen Bereich hineinbohrt und irgendwann auch mal wieder raus will. Für normale Zuseher kommt spätestens hier ein Punkt, in dem wohl alles versagt, denn eine gewisses Maß an Toleranz muss man hier haben. Die anderen Tötung sind weniger spektakulär, aber teilweise doch sehr graphisch. Jedenfalls hat Patrick zwei bis drei sehr gute Ideen, andere Tötungen sind sehr langweilig.
Natürlich kann es besagter Patrick nicht lassen, sich die Sekretärin seines Vater immer wieder ins Zimmer zu holen. Anfangs ist sie noch angezogen, später dann natürlich wie alle Frauen nackt und dann wird es wirklich komplett idiotisch, was die Frau auf der Couch virtuell treibt, das muss man wirklich sehen, um dann wieder mal weinend aus dem Zimmer zu laufen.

Ein weiterer Vorteil der italienischen Filme war meiner Meinung nach immer die recht gute Musik. „Patrick viva ancora“ bietet das natürlich auch nicht. Es gibt eigentlich immer nur eine nervige Musik, wenn Patrick ansetzt, jemanden zu töten. Nach fünf Minuten hat man schon genug von dieser nervtötenden Musik, aber es kommt ja noch besser. Wenn Patricks fliegende Augen durch die Gegend fliegen und sie Opfer anguckt, bleibt wirklich kein Auge trocken, zumindest beim Zuschauer. Und da die Beteiligten alles andere als Nobelpreisträger sind, hat Patrick leichtes Spiel. Wer sich nach dem Vater von Patrick fragt, der wird schon in relativ kurzer Zeit drauf kommen, was hier eigentlich abgeht. Die Story ist so derbe zusammengewürfelt, da passt dies auch zum ganz tollen Ende.
Es sei noch bemerkt, dass dieser Film eigentlich nur ein Remake ist eines australischen Thrillers. Da es zu dieser Zeit aber Gang und Gebe war, daraus einen anderen Film zu machen (sprich Sex und Gewalt), erblickte „Patrick vive ancora“ das Leben. Man fragt sich nur warum.


Fazit: „Patrick vive ancora“ ist eigentlich ein ganz übles Machtwerk, welcher für das normale Publikum zu dumm, zu krank ist. Nur hartgesottene Italienfans werden an diesem Film etwas gefallen finden, selbst mich hat er nicht wirklich überzeugt. Der Film ist für seinen Inhalt einfach zu lang, da die erste Hälfte des Filmes wirklich zum gähnen langweilig ist und mehr an einen Softsexfilm erinnert. Dann bekommt der Film aber noch so halb die Kurve und befreit uns von den Darstellern. Dennoch ist „Patrick vive ancora“ ein relativ schwacher Vertreter des italienischen Kinos. Gut, Niveau erwartet keiner, aber so was eigentlich auch nicht. Ich kann den Film wirklich nur Hardcore-Fans empfehlen, der Rest sollte wirklich einen ganz großen Bogen um diesen Film machen.

P.S. Der beste Darsteller ist übrigens Gianni Dei aka Patrick. Warum? Weil er nur einen Dialog hat.

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