Eine Hommage an die Blaxploitation-Movies mit den alten Stars in den Hauptrollen und inszeniert vom alten Genreregisseur Larry Cohen („Hell up in Harlem“) – für mich als Fan des Genres eine verlockende Vorstellung. Umso ernüchternder ist das Ergebnis dieses traurigen Klassentreffens:
Fred Williamson (der auch als Produzent fungierte) hat die größte Rolle und hat von seiner physischen Präsenz nicht viel verloren, was er in zahlreichen zweitklassig choreographierten Kämpfen beweisen muss. Alle anderen alten Stars verkommen in ihren nichts sagenden Nebenrollen zu Abziehbildern ihrer selbst, das gilt sowohl für Pam Grier als auch für Jim Brown, Ron O’Neal oder Robert Forster. Obwohl alle mit Spass an der Sache dabei sind, scheitert der Film an dem erbärmlichen Drehbuch, welches wohl versucht den plakativen Stil der Blaxploitation-Klassiker aufzugreifen.
Dabei heraus kommen allerdings nur hirnrissige Dialoge, eine völlig unglaubwürdig konstruierte Story und mit Klischees beladene Charaktere. Das mögen zwar auch Kriterien sein um alte Genrefilme schlecht zu beurteilen, doch was 20-25 Jahre früher noch eigenwilligen Charme, Atmosphäre und Charakter hatte verkommt im Jahr 1996 einfach nur zur peinlichen Chose.
Larry Cohen drehte den Film auf gewohnte Weise: Mit wenig Budget schafft er es eine stets unterhaltsame Action-Gurke herunter zu kurbeln, die optisch längst nicht so billig und lächerlich daher kommt wie inhaltlich. Der Unterhaltungswert ist dabei enorm hoch, was aber mitunter an der unfreiwilligen Komik liegt; nichtsdestotrotz wird Cohens Werk niemals langweilig wie vergleichbare Filme, so z.b. die TV-Produktion „Auf den Straßen von L.A.“ oder der Billigfilm „Misled“.
Der Soundtrack macht nicht grade viel her, neben dem obligatorischen Hip-Hop (der sehr konventionell ausfällt) und unspektakulärer Originalmusik gibt es nichts zu erwähnen also ist „Original Gangstas“ auch akustisch nicht unbedingt überzeugend.
Fazit: Gerade als Fan der alten Filme und Stars sollte man sich diesen peinlichen Film ersparen, es sei denn man möchte mal sehen wie tief die Kultstars gesunken sind oder einfach mal über einen der unrealistischsten Ghettofilme überhaupt herzhaft lachen will.
3,5 / 10