Summ, summ, summ! Bienchen summ herum!
In einem kleinen Kaff im amerikanischen Nirgendwo steht das Weingut der vor Generationen aus Südafrika immigrierten van Bohlen's. Madame van Bohlen (Stummfilmstar Gloria Swanson) regiert die Familie mit harter Hand, was nicht nur Enkel Edward und seine Verlobte Victoria (Charlie's Angel Kate Jackson) zu spüren bekommen. Zusätzlich umgibt sie und das Anwesen ein mysteriöses Geheimnis. Die alte Frau kann einen Schwarm von Bienen mit ihren Gedanken steuern und jeder, der eine potenzielle Bedrohung für die Familie darstellt, bekommt "Besuch" ihrer schwarz-gelben Freunde...
Kaum jemand in Deutschland dürfte dieses rare Stück TV-Tierhorror aus den goldenen "Nature-Strikes-Back-70's" kennen, was dem Film nicht ganz gerecht wird, da im ähnlichen Zeitraum entstandene Streifen wie Mörderbienen greifen an oder Operation Todesstachel hierzulande öfters über den Bildschirm flimmern, qualitativ aber kaum besser sind und dieses Teil hier dazu auch noch recht prominent besetzt ist.
Schauspielerisch kann man dann auch gar nicht groß meckern. Der männliche Part des Cast's fällt eher durch miese Frisuren auf, als durch schlechtes Spiel, Gloria Swanson in einem ihrer letzten Auftritte ist wirklich toll und auch Mrs. King, ich meine Ms. Jackson, agiert kurz vor ihrem Durchbruch als Engel ziemlich passabel.
Mankos sind vielmehr die Angriffe der Tierchen und das lahme Tempo in dem die ganze Geschichte vonstattengeht. Die Pre-Title Attacke und das Finale auf der Beerdigung sind die einzigen wirklichen Aufreger in Sachen Kills, zwischendurch muss zwar auch noch wer dran glauben, aber insgesamt ist das Alles doch eher dürftig. Die Angriffe der Bienen sind dazu auch tricktechnisch nicht grade der Bringer (die Viecher wurden deutlich sichtbar ins Bild kopiert und Einstiche oder Ähnliches sieht man nicht), aber bei einem TV-Movie aus den 70ern sollte man vielleicht auch nicht zu dolle meckern. So kocht die Spannunng dann allerdings zum größten Teil auf Sparflamme, was auch an den endlosen Palavereien über familiäre Loyalität und einer, bis auf das Ende, wenig überraschenden Geschichte liegt.
Trotzdem ist das Ganze kein Totalausfall, da hier nichts dabei ist, was wirklich gänzlich daneben wäre. Neben den schauspielerischen Leistungen ist auch der Score sehr ordentlich und einen dicken Nostalgiebonus bekommt das Ding sowieso.
Dennoch bleibt unter dem Strich dann aber Old-School TV-Tierhorror, der trotz der geringen Laufzeit leider nie so richtig in die Gänge kommt. Zwischen den wenig aufregenden Bienenangriffen herrscht ordentlich Leerlauf und spannend ist die ganze Chose auch nicht wirklich. Der Genrefreund kann trotzdem einen Blick riskieren, denn schlecht im Sinne des Wortes ist hier kaum etwas und besser als Müll à la The Hive ist das Ganze definitiv. (4/10)