Wer den ersten Teil der „Shadowchaser“-Reihe kennt, dürfte beim Ansehen des Sequels sehr bald feststellen, dass die grundliegende Storykonstruktion nahezu unverändert übernommen wurde: Auch hier stürmt der Android Romulus (Frank Zagarino) mit einer Handvoll skrupelloser Spießgesellen ein Gebäude. Der Unterschied: Diesmal handelt es sich nicht um ein Hochhaus, sondern um ein schwer bewachtes Army-Labor, in dessen Untergeschoss eine Waffe gelagert wird, die die Kraft hat, ganze Länder zu vernichten. Des weiteren wird die Geiselthematik nicht übernommen – der Belegschaft entledigen sich die Terrorristen gleich zu Beginn kaltblütig. Einzige Überlebende: Die Wissenschaftlerin Laurie (Beth Toussaint), der versoffene Techniker Frank (Bryan Genesse) und Lauries Sohn Ricky (Danny Hill).
Wie die Geschichte in etwa weitergeht, ist sicher nicht schwer zu erraten. Auch die Tatsache, dass die Charaktere farblos bleiben und insgesamt ziemlich plump agieren, dürfte niemanden überraschen. Eines haben sie den Knallchargen aus Teil Eins aber in jedem Fall voraus: Ein gewisses Maß an Sympathie, auch wenn es recht schwer fällt, dem ständig Whisky schlürfenden Frank die Kickboxer-Fähigkeiten abzunehmen, die er in den hübsch choreographierten Fights an den Tag legt, von der absehbaren Entführung und Befreiung des Jungen, der hier weit weniger nervig rüberkommt als zu befürchten ist, mal ganz zu schweigen. Auch Zagarino spult hier über weite Strecken sein Standardprogramm herunter, darf gegen Ende aber noch einmal richtig in die vollen gehen und eine reichlich überdrehte Michael-Buffer-Nummer abziehen, die durchaus witzig rüberkommt, auch wenn sie letztlich der ohnehin kaum vorhandenen Logik des Streifens den endgültigen Todesstoß gibt.
Erwartungsgemäß hat sich also auf handlungstechnischer Ebene kaum etwas getan, dafür aber umso mehr bei der Inszenierung der Actionszenen: Diese sind deutlich zahlreicher, spektakulärer und um einiges härter als im Vorgänger. An blutigen Erschießungen wird genauso wenig gespart wie an knüppelharten Kämpfen und kaltblütigen Hinrichtungen, man erdreistete sich sogar, den erzwungenen Flugzeugabsturz aus „Die Hard 2“ für eine nicht weniger bedrückende Szene zu recyceln. Auch die Pyrotechniker durften sich hier gut austoben – neben als lebendige Fackel durch die Gegend laufende Terroristen gehen in einer Szene schätzungsweise zehn Polizeiautos durch Raketenbeschuss in Flammen auf, nette Sprungeinlagen der Stuntcrew inklusive. Insgesamt haben die Macher hier grundsolide Arbeit abgeliefert, denn die Action ist schön anzusehen, sehr gut geschnitten, wenn auch mit einem auffälligen Hang zu Zeitlupenaufnahmen, die aber die Kickbox-Sequenzen recht gut betonen. Dank der insgesamt längenfreien Inszenierung tritt der krude Plot um die Superwaffe recht schnell in den Hintergrund, was dem Unterhaltungswert des Streifens aber mehr als gut tut.
Das Storygerüst von „Shadowchaser 2“ ist zwar genauso dreist aus genreverwandten Werken zusammengeklaut wie sein deutlich schwächerer Vorgänger, bietet Genre-Fans aber dank jeder Menge gut choreographierter Action und halbwegs passablen Darstellern neunzig Minuten solide Unterhaltung.