Flott gemachtes B-Actionsequel aus dem Hause Nu Image, das den Vorgänger übertrumpfen kann.
Die US-Regierung hat ein neues Waffensystem entwickelt, welches Cobra getauft wurde, aber nach Auflösung der Sowjetunion verschrottet werden soll. Auch wenn man erst später erfährt, worum es sich genau handelt (und dies dann ziemlich lächerlich ist), so kann man sich schon denken, dass Cobra im Verlaufe der Filmhandlung zum Objekt der Begierde wird. Dementsprechend häufen sich dann auch die Vorfälle im dazugehörigen Raketensilo, in dem die Angestellten Überstunden schieben müssen und deshalb am 24ten Dezember eine Weihnachtsfeier ausgerichtet bekommen.
Zu den dort arbeitenden Fachkräften gehört auch Laurie Webber (Beth Toussaint). Keine Fachkraft, sondern nur der neue Hausmeister ist Frank Meade (Bryan Genesse), der Lauries Sohn Ricky (Danny Hill) beim Trampen aufliest und mit zum Silo bringt. Dort macht er sich direkt bei Laurie beliebt: Er ist total versoffen und macht eine sexistische Bemerkung, weshalb sie ihn zu einer Reparatur schickt und danach feuern will. Nach diesem vor Klischees triefenden Start ist dann an sich auch direkt klar, wer wohl die zentralen Charaktere in der Folgezeit sein werden.
Dann stürmt eine Horde Terroristen unter der Führung des Androiden Romulus (Frank Zagarino) das Silo und reißt die Kontrolle mit brutaler Gewalt an sich. Frank, Laurie und Ricky gehören zu den wenigen Leuten, die überleben, stecken aber in verschiedenen Teilen des Gebäudes fest. Doch jeder nimmt auf seine Art den Kampf gegen die Terroristen auf…
Wie schon im Vorgänger muss man auch in „Shadowchaser 2“ Abstriche in den Punkten Logik und Originalität machen. So sollte man sich besser nicht fragen, warum ein Android eine Waffe klauen und verhökern will (wozu braucht er Geld?) und wo er überhaupt herkommt (er wurde ja an sich im Vorgänger zerstört und bildet auch die einzige Verbindung zu Teil eins). Auch die Muster sind bekannt: Wissenschaftlerin, Sohnemann und Hausmeister wachsen im Verlauf der Handlung zur potentiellen Kleinfamilie zusammen, der versoffene Held überwindet seinen Alkoholismus und kommt wieder mit seinem Leben klar etc. Natürlich wird das alles weniger nachvollziehbar als in A-Movies dargestellt, aber damit rechnet man ja eh.
Ansonsten orientiert sich der Plot an bekannten Vorbildern, wobei hier wie im Vorgänger in erster Linie „Stirb langsam“ (für das Grundgerüst) und „Terminator“ (für die Figur des Romulus) als Ideengeber herhalten muss. Die Szene, in der die Terroristen ihre Macht beweisen erinnert hingegen sehr an „Stirb langsam 2“. Doch dafür ist die Geschichte trotz aller Vorhersehbarkeit flott gemacht und beim spritzigen Terroristen-Dezimieren treten keine Längen auf. Auch der sehr gewöhnliche Bunkerschauplatz sieht hier noch recht stimmig und nicht so öde wie vergleichbaren B-Movies aus und es kommt auch eine recht düstere Sci-Fi-Atmosphäre auf.
Auch die Action kann sich sehen lassen, denn die Menge ist auf jeden Fall ordentlich und bietet Shoot-Outs, Martial Arts und Explosionen. Letztere sind für B-Verhältnisse wirklich aufwendig und spektakulär in Szene gesetzt. Die Schießereien konzentrieren sich vor allem auf die Übernahme des Silos durch die Terroristen und sind sehr blutig (zumindest in der unrated Fassung), auch wenn das Niedermetzeln der Belegschaft teilweise doch übertrieben menschenverachtend ist. Der Rest des Films bietet vor allem Zweikämpfe, die aber sehr gut choreographiert sind und überraschend spektakulär ausfallen. Zudem leidet „Shadowchaser 2“ mal nicht unter der üblichen Nu Image Schwäche gegen Ende nachzulassen.
Bryan Genesse gibt hier eine durchaus ordentliche Heldenvorstellung und auch Beth Toussaint in der weiblichen Hauptrolle schlägt sich mehr als wacker. Frank Zagarino zieht hier seine Paraderolle unterschiedlich gut vom Leder: In den Szenen, in denen er einfach nur den Fiesling raushängen lässt, ist er ziemlich überzeugend. Wenn er aber übertrieben einen auf Roboter macht, dann wirkt er wie erblondete „Terminator“-Kopie für Arme (sogar sein Sprachmuster klingt dann leicht nach Arnie). Die Nebendarsteller sind durchaus routiniert.
Alles in allem ein zwar wenig origineller und klischeehafter B-Reißer, der aber überraschend spannend, mit düsterer Atmosphäre und gut gemachter Action daherkommt.