In der Seewolf landet die Besatzung eines havarierten Schiffes an Bord des brutalen und anscheinend geisteskranken Captains Rolf Larsons. Larson ist knallhart, quetscht Kartoffeln in der hohlen Hand zusammen, und gibt dann und wann Tiraden von sich, die sich an "The origin of species" von Charles Darwin durchaus messen koennen. Er ist also verdammt zum ueberleben, und er laesst seine Mannschaft und den Erzaehler (Edward Meeks) dies auch wissen. Doch Larson hat seine Schattenseiten: vom Erzaehler heimlich beobachtet, bloekt und bruellt er desweilen durch seine Kabine, schmeisst mit Gegenstanenden, und hat Gewaltausbrueche. Dieser Mann ist eine Bestie, so scheint es, und seine Mannschaft muss darunter leiden: einige Auspeitschungen werden geboten, ein Seemann bekommt von einem Hai beide Beine abgebissen, und kriecht, unter Lachen und Freude der kriminellen Besatzung, mit Stuempfen uebers Deck. Das ist alles schoen und gut, doch sollte dieser inhumane Dreck nicht schoen von der FSK ab 12 freigeben werden. Diese ganze Stimmung ist inhuman, und Raimund Harmstorf, der, neben Klaus Kinski mein Lieblingsschauspieler ist, was die Darstellung von geisteskranken Existenzen betrifft, spielt nicht Larson, er ist Larson. So wie in diesem Film, der sein bester ist, hat er wahrscheinlich auch gelebt, bis ihn die Alzheimerkrankheit gepackt hat, und er seinem Leben ein Ende setzte. Was ein Tod fuer den Seewolf.