Dass Terence Hill auch lustig kann, wusste man spätestens seit der rechten und der linken Hand des Teufels 1971, doch so selbstironisch wie ein Jahr später in „Verflucht, verdammt und Halleluja“ sah man ihn selten: Ein Soloauftritt ohne Dauerpartner Buddy, der ihn als Greenhorn zeigt, das auf Wunsch seines toten Vaters im Wilden Westen zu einem echten Cowboy heranreifen soll. Ein Glück, dass drei frühere Spießgesellen seines alten Herrn ihn unter ihre Fittiche nehmen und ihn an die rauen Cowboysitten heranführen.
Es hat schon etwas Reizvolles, wenn ein Terence Hill einen versnobten Collegeabsolventen mimt und auf Zugfahrten Dichter rezitiert. Ein Schauspieler, den man bis dato fast nur als Revolverheld mit flotter Zunge und hiebfesten Argumenten kannte, nimmt sich selbst aufs Korn und hat sichtlich seinen Spaß daran, elegant gekleidet und verträumt durch die Gegend zu stolzieren. Das Aufeinandertreffen mit den drei Kumpanen seines Vaters, allesamt urtypische, harte Westernfiguren, erzeugt dann auch eine Menge Lacher. Herausragend ins Sachen Humor vor allem die Annäherung beider Seiten, sozusagen ein Crash der Kulturen: Die drei Kleinganoven trinken, raufen und schießen, Tom schreibt, liest oder fährt mit einem Fahrrad durch die Gegend. Ein Brüller vor dem Herrn sind auch die beiden Kopfgeldjäger in schwarz, deren Köpfe des Öfteren Bekanntschaft mit einer Tischoberfläche machen.
Die Storyline um die Eroberung der Tochter eines Viehbarons geriet dann leider etwas zäh, genauso wie die finale Schlägerei, die lange nicht so witzig ausfällt wie in Filmen mit Bud Spencer. Dafür entschädigt die geniale Schlusseinstellung für manche Länge in der zweiten Hälfte, als die drei klassischen Westernfiguren an die Grenzen des Wilden Westens stoßen (in diesem Falle den Pazifik) und erkennen müssen, dass ihre Zeit langsam zu Ende geht, wie es zuvor im Film schon technische Errungenschaften wie die Eisenbahn andeuteten. Das hat dann schon wieder etwas von einem Genreabgesang, was aber ein Jahr später „Nobody“ noch ausbauen sollte.
In erster Linie ist „Verflucht, verdammt und Halleluja“ ein unbeschwerter Westernspaß für die Feiertage, der einmal einen etwas anderen Terence Hill zeigt. Vor allem für diejenigen, die ihn für seine früheren Western lieben, stellenweise ein Mordsspaß mit kleinen Längen in Hälfte zwei.