Die Memoiren eines familiären Killers
"Kind Hearts & Coronets" ist eine der feinsten "Ealing Comedies" und prägte alles, was nach ihm von der Insel kommen sollte. Vor allem in Sachen schwarzer Humor und tabubrechenden Genremixen. Erzählt wird die köstliche Geschichte eines eiskalten Aristokraten, der in seiner Gefägniszelle kurz vor seiner Hinrichtung seine Memoiren niederschreibt und der seinen halben Stammbaum unter die Erde gebracht hat, um selbst der erste Erbe des Dukes zu werden... Trocken wie bolle und verdammt mutig für seine Zeit! Revolutionär kann fast man sagen.
"Adel verpflichtet" ist ein Urahn und Klassiker von der Insel, gehört zur unumgänglichen Grundausbildung in Sachen Black Comedies. Und es ist vor allem die Alec Guinness-Show, der 8 (!!!) Rollen und somit fast alle Charakter des aussterbenden Geschlechts der D'Ascoynes spielt. Jeder anders, jeder charmant und witzig - und jeder ohne Chance gegen den raffinierten und völlig skrupellosen Verwandschaftskiller. Selbst die ballonfahrende Lady Agatha kriegt Guinness-Magie ab. Muss man sehen um es zu glauben!
Doch neben dem multiplen Guinness, der wahrscheinlich feinsten und beeindruckendsten und sicher vielfältigsten Leistung seiner Karriere, ist der Film vor allem eins: der trockenste und witzigste Serienkillerfilm aller Zeiten. Strotzend vor britischem Charme und Humor, ist ein es ein wahrer Genuss jedem einzelnen "natürlichen Tod" der D'Ascoynes beizuwohnen. Kreativ, böse, herrlich. Und das Ende ist vielleicht heutzutage vorhersehbar, doch nur weil es alle seitdem nachgemacht haben.
Fazit: Kaltblut statt Blaublut! "Adel verpflichtet" ist eine der besten Ealing Komödien und allein die Guinness-Show macht die Sache zum Klassiker des schwarzen Humors und gleichzeitig der Serienkiller. Töten hatte selten mehr Klasse!