„Chain of Command“ ist eine der letzten Cannon-Produktionen, kann aber mit Michael Dudikoff noch einen der Stammschauspieler des Studios in der Hauptrolle aufbieten.
Qumeri-Wüste: Der Terrorist Rawlins (Todd Curtis) und seine Horde überfallen eine Ölförderstation, töten das einheimische Personal und nehmen die amerikanischen Ingenieure gefangen. Lediglich der US-Ingenieur Merrill Ross (Michael Dudikoff) kann der Bande entkommen und muss das Geschehen mitansehen. Bietet gleichzeitig auch einen netten Auftakt mit moderatem Geballer und etwas Pyrotechnik, sodass der Genrefan zwar nicht total begeistert, aber doch ganz erfreut ist.
Ross ist natürlich kein simpler Ingenieur, sondern hat davor eine Spezialausbildung beim Militär erhalten – andernfalls würde der Zuschauer Dudikoff ja auch nicht abkaufen, dass er seine Gegner so einfach platt macht. Auch die Behörden, denen Ross von den Vorfällen erzählt, staunen nicht schlecht über seine Vergangenheit, aber wir sind hier ja auch bei Cannon, wo nur die Ami-Militärs was auf die Kette kriegen, während die einheimischen Soldaten da nicht so recht mitkommen.
Doch dann wird Ross von der Qumeri Liberation Initiative gekidnappt, die von den Zeitungen für die Entführung verantwortlich gemacht werden. Die QLI schäumt vor Wut und glaubt, Ross habe das Gerücht verbreitet. Mit ihm als Beobachter wollen sie die Geiseln befreien, um ihre Unschuld zu beweisen, doch hinter der Sache steckt eine große Verschwörung...
„Chain of Command“ versucht sich mit einem Plot, der für B-Verhältnisse sogar relativ komplex erdacht ist. Langsam kommt Ross der Verschwörung auf die Schliche, was für Spannung sorgt. Leider verliert Worths Film gegen Ende ein wenig den Faden und man kapiert die Auflösung zwar, versteht aber nicht ganz wer jetzt wie mit drinhängt. Doch der Ansatz ist mehr als löblich und dank der flotten Inszenierung treten auch keine Längen auf, sondern es wird für ein solides Maß an Spannung gesorgt.
Leider ist die Action nicht ganz auf dem Niveau der Story, sondern liefert eher soliden Cannon-Durchschnitt. In den ersten zwei Dritteln überzeugt die Action jedoch eher, da Regisseur David Worth die Actionszenen in flotter Frequenz kommen lässt. Zwar ist der Mix aus Schießereien, kleinen Kämpfen und einer Miniverfolgungsjagd zwar nicht so spektakulär wie andere Produktionen des Hauses Cannon, doch die Inszenierung mit ein paar Stilmitteln wie Zeitlupe usw. ist schick. Da sieht man auch über die Klischees hinweg, z.B. dass die QLI-Rebellen alleine nichts so richtig auf die Kette kriegen und die Entführer erst mit Ross’ Hilfe richtig wegballern können.
Leider sackt das letzte Drittel actionmäßig deutlich ab. Bis zum Showdown wird dann mit Action geknausert und da kloppt Ross dann erst drei lächerliche Wachen um, ehe es zum Schlussfight kommt. Der ist annehmbar, doch nichts herausragendes. Danach kommt danach ein kurzes Ballerspiel, das enttäuschend daherkommt. War die Action vorher noch recht realistisch gehalten, so mutiert Ross dann zum mit zwei AK-47 ballernden Supermann, der ganze Gegnerhorden übern Jordan schickt, was einfach nicht zum Rest des Films passt.
Darstellerisch ist das Ganze für Cannon-Verhältnisse ganz solide. Dudikoff gibt einen relativ überzeugenden Helden ab und R. Lee Ermey spielt den Rest der Besetzung eh ohne große Schwierigkeiten an die Wand. Lediglich Todd Curtis als Terrorist mit Wolle Petri Frisur ist doch etwas mau, denn Rest der Besetzung ist halbwegs ordentlich.
Bleibt unterm Strich ein ganz nettes B-Vehikel aus der Cannon-Schmiede mit überraschend komplexen Plot; leider kann die Action nicht ganz so wie in anderen Filmen des Studios überzeugen, was vor allem schwachen letzten Drittel liegt.