Finde mal eine Einleitung zu einem Slasher, der auf den Ebenen ´blood` und ´deep` so ziemlich versagt. Deshalb butz der Inhalt: Nach 19 Jahren kehrt Katie in ihr Elternhaus zurück, um mit Freunden eine Widersehensfeier zu schmeißen, doch unter den Gästen befindet sich ein psychotischer Killer.
Das klingt furchtbar austauschbar, liegt qualitativ aber noch darunter.
Denn sage und schreibe 30 Minuten passiert rein gar nichts und so nach einer Stunde kommt in Ansätzen etwas Tempo auf, während die Hälfte der Laufzeit aus Rückblenden besteht, die in ihrer ausgedehnten Form kaum zur Story beitragen.
Die Riege der potentiellen Opfer ist völlig farblos, die Location wirkt lieblos und am schlimmsten: Es fließt kaum Blut.
Hauptfigur Katie geht gar im Verlauf der immer mehr werdenden Partygäste völlig unter, zumal ihr eine andere Blondine ziemlich ähnlich sieht, gleiches gilt für die Kerle.
Klischeetypen geben sich die Klinke in die Hand, fast ohne eine Spur von auflockerndem Humor tummeln sich da der Sprüche klopfende Yuppie, der Schweigsame mit Gedächtnisverlust und weitere Figuren ohne Eigenschaften.
Aufgrund der eingestreuten Flashbacks gilt es zwar Geheimnisse eines Mordes während der Kindheit und das Verschwinden eines Freundes zu klären, doch die Erzählung will einfach nicht auf den Punkt kommen und bringt stattdessen ein dummes Hypnosespiel unter dem Motto „Verrate uns dein Geheimnis“ mit weiteren redundanten Flashbacks.
Doch auch mit dem Einsatz des Killers kommt nur allzu selten Spannung auf, denn seltener bot ein Slasher so unspektakuläre Morde.
Sobald der Gesetzesbrecher mit einer Waffe zum Schlag ansetzt, erfolgt ein Schnitt, der wie durch FSK verursacht aussieht, lediglich ein, zwei Stiche im Halbdunkeln sind letztlich auszumachen.
Furcht einflössend wirkt der Teuflische, gerade nachdem man erst sein Gesicht und nicht nur die Silhouette sieht, überhaupt nicht und man könnte ihn glatt für einen Impulsiven halten, der soeben beim Mau-Mau verloren hat.
Dabei ist inszenatorisch nicht alles von Übel, die Kamera arbeitet solide, die Filter während der Rückblenden auch, nur die billige Nachspiel-Mucke, die ganz offensichtlich „Blue Monday“ von New Order imitiert, klingt grauenvoll.
Was anfänglich noch ein solides Filmchen verspricht kippt nach einer Weile bedenklich. Nach dem fast schon obligatorischen ´Ich dusche gerade, aber huch, da ist doch ein Geräusch, was hier nicht hingehört´ und einem vogeligen Handwerker, der mehr von seiner körperlichen Befindlichkeit erzählt, als der Hauptfigur lieb ist, vergeht das Interesse am Geschehen.
Bis auf kurze Kletterpartien im Essensschacht und dem Verstecken unter Wasser werden viel zu selten spannungstaugliche Momente erzeugt und bei alledem verschwinden Figuren einfach so aus der Handlung, wahrscheinlich, weil man sich an anderer Stelle zu sehr mit den Flashbacks verdaddelt hat.
Und so strandet dieser Beitrag in der Kategorie ´Tut nicht weh, kann aber selbst von Genre-Freaks ignoriert werden`.
Uninspiriert und trotz Geheimniskrämerei um Wahrheiten aus der Vergangenheit und täuschender Identitäten ein recht transusiges Teil.
3,5 von 10