Review

Japan in naher Zukunft:
Die Gesellschaft ist am Abgrund, die Arbeitslosenquote ist ins unermessliche gestiegen. Die Jugend hat keinen Respekt mehr vor den Erwachsenen und lässt sie das durch Gewaltbereitschaft und das Boykottieren des Schulunterrichts spüren. Aufgrund dessen entwickelt der Staat den BATTLE ROYALE ACT.
Weg von der Rahmenhandlung, hin zum Hauptgeschehen:
Die 9. Klasse einer japanischen Schule befindet sich auf dem Weg zu einem Ausflug(wie die Schüler und ihr Lehrer meinen). Die Busfahrt verläuft wie man sich einen Schulausflug vorstellt. Es wird herumgealbert,Spiele werden gespielt, man fährt durch eine Art militärisches Gelände umstellt von Soldaten. Na gut, nicht ganz so wie man sich einen Schulausflug vorstellt. Ein paar Schülern sowie dem Lehrer kommt dies auch seltsam vor. Nachdem die Kids von einem Gas betäubt werden, finden sie sich auf einmal in einem heruntergekommenen Klassenzimmer wieder. Sie haben keine Ahnung was los ist und müssen feststellen, dass sie alle eine Art Halsband umhaben. Plötzlich donnert ein Hubschrauber heran und ein älterer Mann im Jogging-Anzug, sowie einige Soldaten betreten das Zimmer. Die Schüler stellen fest ,dass es sich bei besagtem Modefettischisten um ihren ehemaligen Lehrer KITANO(gespielt vom einmaligen "BEAT" TAKESHI KITANO) handelt.
Ohne eine Miene zu verziehen schreibt der grimmige
ehemalige Lehrkörper BR ACT an die Tafel.
Was das zu bedeuten hat, wird den Jungs und Mädels anhand eines Videofilmes erklärt, von einer jungen Frau in TOMB RAIDER ähnlicher Aufmachung. Das "Spiel" läuft folgendermaßen:
Jeder der Schüler wird mit ausreichend Proviant,einem Kompass, einer Karte(hatte ich schon erwähnt dass sie sich auf einer Insel befinden?)und einer Waffe ausgestattet , die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt ist. Wenn man eine automatische Pistole erwischt hat hat man Glück, wenn man nur einen Topfdeckel erwischt hat, dann ist das eben Pech. Das ziel des spieles ist , dass die Schüler sich innerhalb von 3 Tagen gegenseitg umbringen. Wenn am Ende dieser drei Tage mehr als einer überlebt, werden alle noch lebenden durch Explodieren des Halsbandes exekutiert. Sollte am Ende dieser drei Tage wirklich einer als Alleiniger übrig bleiben, so darf dieser die Insel lebend verlassen und in die Gesellschaft zurückkehren.Dass die erwähnten Halsbänder keine Atrappen sind wird eindrucksvoll an einem aufmüpfigen Schüler bewiesen.
Bevor die verängstigten und verstörten Kinder jedoch mit den Worten "wir haben Eure Eltern benachrichtigt, also kämpft mit Leib und Seele. Das Leben ist ein Spiel!" in die Dunkelheit geschickt werden, stellt ihnen KITANO noch 2 weitere Mitstreiter vor. Einen Freiwilligen, der sich aus Spass(!) angemeldet hat und einen weniger Freiwilligen(was das bedeutet sollte an dieser Stelle mal nicht verraten werden).
Das Spiel beginnt!

Ich kann mir denken, dass einige jetzt denken mögen dass die Handlung total krank und abstoßend ist. Andere werden jetzt vielleicht aufgrund der krassen thematik mit der Zunge schnalzen und sich auf ein Splatterfest freuen. Doch beides ist auf den Film bezogen so nicht ganz richtig, obwohl es handlungsbedingt viel Blut zu sehen
gibt. Trotzdem ist der Film mehr als eine sinnlose Metzelorgie. Vor allem schonmal ist er nicht gewaltverherrlichend. Im Gegenteil,er verurteilt sie sogar, auch wenn man das anhand der Inhaltsangabe vielleicht nicht so leicht glauben mag. Er zeigt wie Menschen sich in Extremsituationen verhalten. Die einen wachsen über sich hinaus indem sie versuchen sich und ihre besten Freunde zu retten, obwohl eigentlich klar ist dass die Situation ausweglos ist. Andere versuchen einen Weg zu finden das System zu überlisten und schließen sich in Gruppen zusammen. Dann gibt es natürlich noch die Einzelgänger, die aufgrund des immensen Drucks durchdrehen und sofort mit dem Töten beginnen. Andere wiederum werden mit der Situation nicht fertig und begehen Selbstmord.
Was den Film meiner Ansicht nach  auszeichnet, sind dieCharakterzeichnungen der einzelnen Figuren , sowie seine durch und durch professionelle Machart.
Die Todesszenen sind sehr emotional geraten, vor allem durch den Einsatz der klassischen Musik
wirkt alles noch etwas verstörender und bedrückender. Die jungen Schauspieler die alle zwischen 14 und 17 jahren sind(mal abgesehen von den beiden Neuzugängen) sind vortrefflich besetzt und wissen ihre Rollen gut auszufüllen.
Was haben wir hier also?
Einen Film der seine Stärken aus guten Schauspielern, einer mutigen(vielleicht sogar provokannten) Story, sehr gut inszenierter Action(die jedoch nie irgendwie überzogen, sondern ausschließlich realistisch und hart daherkommt), toller Filmmusik und sozialkritischen sowie leicht satirischen Untertönen zieht.
Ein meiner Meinung nach rundum gelungener Film, der zu keiner zeit langweillig wird und einen einfach mit sich reisst, sofern man sich auf ihn einlässt und ihm nicht von vornerein ablehnend gegenübersteht.

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