Japan hat ein Problem mit der ansteigenden Arbeitslosigkeit. Eine Folgeerscheinung ist es, dass die Gewalt an den Schulen drastisch zunimmt. Um diese Eskalation in den Griff zu bekommen wählt man per Los jedes Jahr eine Schulklasse aus, die auf einer Insel ausgesetzt wird. Dort sollen sich die Schüler innerhalb von 3 Tages gegenseitig eliminieren. Wer als Letzter überlebt, der hat die Freiheit zurück gewonnen.
Arbeitslosigkeit, fehlende Motivation an Schulen und ein Sinken der Gewalthemmschwelle sind Punkte auf die sich „Battle Royal“ stützt. Hier geht man die Sache zwar nicht sonderlich kritisch an, weiß allerdings unmissverständlich auf deren Bekämpfung hinzuweisen. Das Militärregime geht also auf Nummer Sicher und will den Störfaktor zur Selbstvernichtung bringen. Doch nicht allein dem Störfaktor, sondern auch der Überbevölkerung soll Abhilfe geschaffen werden.
Ein wirklich guter Start mit einer guten Idee. Anklänge von Faschismus/ Kommunismus innerhalb der militarisierten Reihen weisen auf ein fehlerhaftes System hin. Wer ganz dreist und frech ist, der erkennt hier eine Pfeilspitze der parlamentarischen Demokratie sprich Monarchie, in Richtung Volksrepublik. Des weiteren kann auch ein Anspielung auf die Ellbogengesellschaft erkannt werden. Wer nach oben will, der beschreitet den Weg ohne Rücksicht auf Verluste. Egal, wie auch immer…
Was den Film anbelangt so geht es, wie bereits erwähnt richtig gut los. Der Bodycount wird in menschenverachtender Weise und nach dem 10 kleine Negerlein Prinzip auf dem Bildschirm eingeblendet, so dass man stets auf dem Laufenden ist. Innerhalb der musikalischen Untermalung wird man von klassischen Klängen unterhalten. Verdis Dies irae, sowie der Radetzky-Marsch und der Donauwalzer von Johann Strauss attackieren z.B. die Gehörgänge.
Auch wenn „Battle Royal“ nicht in der Lage ist das anfänglich gute Niveau zu halten und mehr in einer mittelprächtigen Gemetzel-Orgie weitermacht, so kann man dem Film nicht absprechen als Anklage zu wirken. Die Sinnlosigkeit der Gewalt wird angeprangert und versucht dieser durch Vertrauen und Freundschaft Paroli zu bieten. Innerhalb dieser Phasen verliert sich der Film auch des Öfteren in Momenten einer unangebracht langatmig ausgespielten Melancholie. Nicht das dieses der falsche Weg ist… nein: die Momente sind einfach nur zu übertrieben ausgespielt, so dass dieses jeder noch so hohle Gore-Bauer erkennen kann.
Fazit: Ein ordentliche und vor allem böse Gesellschaftssatire die mit einigen guten Momenten auch gleichermaßen gut unterhalten kann. Trotzdem war hier wesentlich mehr drin.