Review

Minotaurus (Sunfilm) Seit einiger Zeit ist das lange brach liegende Genre des Fantasy Films wieder auf dem Vormarsch. Zu jeder großen Produktion gesellen sich zwangsläufig ähnlich angelehnte B-Produktionen. Gerade unter diesen kleineren Machwerken finden sich immer wieder Filme, die entweder durch eine interessante Geschichte, tollen Schauspielern oder innovativen Ideen glänzen. Minotaurus hat von alledem etwas. Zwar ist der Hauptdarsteller Tom Hardy (zum Beispiel noch zu bewundern in Marie Antoinette oder Layers Cake) nicht gerade das Paradebeispiel für einen charismatischen, ausdrucksstarken Hauptdarsteller, dies wird aber wett gemacht durch einen toll aufgelegten Tony Todd (Candyman) und einen coolen Rutger Hauer (Batman Begins, Sin City). Die Effekte sind gut, die Aufmachung und die Kulissen sind liebevoll und sehr detailfreudig gestaltet, und der Minotaurus sieht zwar nicht so aus, wie man ihn sich aus der Beschreibung der Sage vorstellt (halb Mensch halb Stier), sondern hier wurde Tribut an das Horror – Genre geleistet, er ist ein sabberndes, wild schnaubendes Monstrum von einem wütenden Killer-Stier. Die Geschichte lehnt sich lose an die antike Sage an. Alle paar Jahre muss der Bestie ein Opfer in Form von jungen Menschen dargeboten werden, die vornehmlich aus einem kleinen Dorf Kretas geholt werden. Unter anderem fällt diesem Opfer auch die Freundin des Königssohnes (Tom Hardy) zum Opfer, woraufhin dieser beschließt, die Bestie in ihrem Labyrinth aufzusuchen und umzubringen. Hüter dieses Labyrinthes ist der spielfreudige Tony Todd, welcher alleine mit seiner Statur, vielen Tattoos und Körperschmuck einfach grandios agiert. Es ist ein Riesenspaß, ihm zuzusehen, wie er Leute terrorisiert, dabei wütend agiert, und er damit zum heimlichen Zentrum und Hauptcharakter des Filmes wird. Der Minotaurus ist gut animiert, die Grundstimmung erinnert ein wenig an den 13. Krieger, die Kämpfe sind roh und grob, also alles, wie es sich für einen deftigen Fantasy-Film gehört. Einziges Manko ist, dass der grandios aufgelegte Rutger Hauer so dermaßen in seiner Rolle beschnitten wurde, dass man ihm nur wenige Minuten bei seinem exzellenten Schauspiel zusehen kann (dieses Manko wird ein wenig in den Deleted scenes abgemildert, da diese entfernten Szenen dort zu sehen sind, jedoch meiner Meinung nach im Film besser aufgehoben wären!) Der Ton ist ordentlich ausbalanciert, das Bild ist sauber, die Extras nicht besonders umfangreich aber nett, was will man mehr für einen gelungenen Videoabend?! CFS

Details
Ähnliche Filme