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Vampirfledermäuse lassen sich von Technosounds anlocken und werden durch Hexachlorbenzen aggressiv, - also auf zum nächsten Tierhorror.
Um den Hintergrund für die Mutation gleich vorweg zu nehmen: Klimawandel, zerstörte Lebensräume, Natur aus dem Gleichgewicht und zu allem Überfluss gelangt eine giftige Industriechemikalie ins Trinkwasser der Tiere, - das erklärt auch, warum die Fledermäuse plötzlich acht statt vier Reißzähne haben…
Ansonsten der übliche Ablauf: Angriffe, Heldenbildung, Gegenwehr.

Schauplatz ist Louisiana, rund um die Tate University. Nach einer Rave wird ein Student von Fledermäusen attackiert, sein toter Körper ist daraufhin ziemlich blutleer. Zunächst glaubt die örtliche Polizei an Mord durch Kommilitonen, doch als Schwärme von Vampirfledermäusen zeitgleich die Passagiere eines Raddampfers und eine Technoparty angreifen, wird es für die Biolehrerin Maddy (Lucy Lawless) Zeit zu handeln.

Man sollte den Genrefreunden an dieser Stelle besser gleich mitteilen, dass einmal mehr ein dubioser Bürgermeister mitmischt, der die Tatsachen zunächst verharmlosen will und später definitiv auf die falschen Gegenmaßnahmen setzen wird.
Denn für die Fledermausbrut ist unsere Heldin zuständig, die ihre Studenten so im Griff hat, dass diese sich sogar zu illegalen Aktionen hinreißen lassen und erstmal Wasserproben aus der eigentlich abgesperrten Mülldeponie nehmen. Gegen Tollwut haben sich auch gleich alle impfen lassen. Nachdem es bereits einige Opfer zu beklagen gibt, gehen die sogar nachts ohne Schutzkleidung hinaus, um ein paar dieser Biester einzufangen, - motivierte Studenten, wohin man auch blickt, auch wenn einige nur ans Feiern und Ecstasy denken.

Die Helden scheinen sich von Beginn an einig und die Bösewichter vorzeitig auszumachen, - glücklicherweise runden ein paar kleine Plot Twists diese Vermutungen im Verlauf noch ein wenig ab. Ansonsten herrscht Vorhersehbarkeit und demnach auch wenig Spannung.
Denn die Bats tauchen viel zu selten auf und ihre Attacken sind komplett unspektakulär. Zuviel Zeit nimmt die Vorausgestaltung für einen Angriff in Anspruch, etwa, wenn sich die VIPS auf dem Dampfer befinden und belanglosen Smalltalk betreiben. Ähnlich geschieht dies während der Party, Technoklänge, tanzende junge Menschen und kaum die Andeutung einer Bedrohung.

Indes schnappen sich die Fledermäuse lediglich zwei Angler und eine Truse, die sich auf dem Bett vom Suff erholt, später noch zwei im Swimmingpool. Dies geschieht ausschließlich aus der Egosicht der Blutsauger, Szenen mit Mensch und Fledermaus finden sich bis dato nicht. Entsprechend sind auch keine fesselnden Konfrontationen mit Weglaufen oder Gegenwehr auszumachen, - Angriff, Schrei, schwarzes Bild, - es ist eine TV-Produktion – und nächste Szene.

Das Auftreten der Fledermäuse erzeugt wenig Spannung, sondern eher ein missmutiges Kopfschütteln beim Betrachter. Besonders die Massenszenen, bei denen Hunderte von Viechern durch die Lüfte flattern, sind lieblos animiert und wirken beinahe wie ein Computereffekt in schwarz-weiß. Besser sind demgegenüber die Close Ups von zubeißenden Tieren, da kann man kaum sicher sein, ob es sich da um echte Fledermäuse oder gut modellierte Nachbildungen handelt. Hier sind in wenigen Sekunden auch die einzigen Bluteffekte auszumachen. Doch dem Irrtum, dass Fledermausrufe für den Menschen hörbar sind, liegen die Macher erneut auf, - stumme Bedrohung wäre eine zu geringe Effekthascherei.

So macht das Finale auch einigermaßen Lärm, doch es endet zu luschig und einfallslos. Vor allem aber zu unspektakulär. Da wird noch ein kleiner Plot Twist eingeschoben, der im Nachhinein überhaupt nicht erläutert wird und auch die „Drei Monate später“ Szene trifft so gut wie keine Aussage.

Am Ende steht ein Tierhorrorbeitrag, der zu wenig Interaktion mit der Bedrohung zeigt und zu sehr um Umweltkritik bemüht ist, ohne diese jedoch fundiert zu entfalten. Die Gesichter sämtlicher Darsteller sind wenig einprägsam (kaum zu glauben, dass eine Lucy Lawless einmal die Hauptrolle einer Fantasy-Kämpferin bekleidete) und es ist insgesamt alles zu abgedroschen, um Genrefans eine klare Empfehlung auszusprechen.

Kaum Tierhorror, kaum Spannung, aber immerhin mit genügend Bewegung, um nie wirklich zu langweilen, - wenn auch mit der inhaltlich falschen Gewichtung.
Und eins werde ich mir für künftige Klischeefilmchen merken: Wenn eine Figur einen Parker trägt und nicht Schimanski heißt, ist dies ein potentielles Opfer.
Diesem Streifen hingegen mangelt es an Biss, Turbulenzen und gelungenen Überraschungen,
4 von 10

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