Review

Eigentlich sind es ja meist kreischende Teenager, die in einem Slasher-Streifen dran glauben müssen. Doch nicht immer wird diese Regel konsequent verfolgt. In "High Tension" war es z. Bsp. eine ganze Familie, die um ihr Leben fürchten musste und in William Lustigs "Maniac Cop" ging der Mörder im Kreis von Polizisten, auf seine mörderische Blut-Rache. Und auch "Lighthouse" ist so eine Ausnahme, denn dieses mal sind es vor allem ausgewachsene Männer, die einem Killer zum Opfer fallen. Herausgekommen ist dabei ein astreines Killer-Stück, das an den Nerven zerrt.

Die Geschichte zu "Lighthouse" ist zwar simpel, passt aber zum Slasher-Genre recht gut und ist in diesem Bereich sogar ein wenig innovativ. Es geht den Massenmörder Leo Rook, der von einem Gefängnisschiff auf das nahe gelegene Festland fliehen kann. Dort bringt er den Leuchtturmwärter um und schaltet das Licht aus, wodurch das Schiff wenig später auf Land läuft und versinkt. Nur ein paar Insassen können sich auf die Insel retten, darunter auch einige der Gefangenen. Doch sie ahnen nicht, dass Rook schon auf sie wartet... Sicher, wirklich etwas wert ist die Geschichte nicht unbedingt, doch etwas Anderes, als das sonst Übliche im Slasher-Einerlei, ist sie allemal. Nicht nur das hier halt keine Teenies abgeschlachtet werden, sondern meist ausgewachsene Männer, so mordet unser Psychopath hier teilweise sogar unter seines Gleichen. Und das hat man doch noch nicht allzu oft gesehen. Auf Logik und Verstand sollte man dabei natürlich nicht allzu sehr achten, denn diese beiden Sachen sind selbstredend auch hier nur recht spärlich gesäht. Spannung und Atmosphäre sind hier das Ah und Oh!

Und in dieser Hinsicht hat es "Lighthouse" wirklich in sich. Angefangen bei der Atmosphäre, die durchweg knisternd geraten ist. Die Location sind allesamt gut getroffen und die durchgehend dunkle Ausleuchtung birgt für höchste Spannung. Es wird im ganzen Film nicht hell und auch alle Innenaufnahmen sind äuserst fahl in Sachen Beleuchtung ausgefallen, wodurch wirklich eine mitunter eisige Atmosphäre entstehen kann. Dazu eine Sounduntermalung die sich gewaschen hat, vor allem wenn man sich den Streifen im Heimkino bei voller Lautstärke reinzieht. Die Schocks kommen mitunter sehr unvorhersehbar daher, wodurch vor allem Anfänger leicht ins Zittern geraten können. In Sachen Inszenierung hat man wirklich alles richtig gemacht, um im Genre überzeugen zu können.

Aber auch die Spannung bricht bis zum bitteren Ende nicht ab. Wer nun wirklich alles ins Grass beißen muss und vor allem wie, bleibt bis zum Schluss immer wieder die Frage. Wie gerade schon erwähnt kommen die Kills unerwartet um die Ecke und treiben immer wieder diese oder jene Figur in den Tod, mit der man nun nicht unbedingt gerechnet hat. Nicht nur schwache Figuren müssen dieses mal dran glauben, auch kräftig wirkende Charaktere gehen dem Hühnen von einem Massenmörder hier ins Netz.

Dazu dann noch ein Gore-Gehalt der sich gewaschen hat. Starke Männer bluten kräftig, wenn ihnen die Kehle oder sonst etwas aufgeschlitzt wird und somit gibt es hier mitunter Splatter-Sequenzen, die sich gewaschen haben und die FSK 18-Freigabe etwas verwunderlich dreinschauen lassen. Knackig, düster und brutal geht es mitunter zur Sache, so das Gore-Freaks ihre Freude daran haben dürften. Zudem sind diese Effekte auch allesamt aufwendig und sauber inszeniert worden, so dass es mitunter wirklich eine Freude ist, dem Splatterfest zuzuschauen.

Schauspielerisch haut dafür allerdings keiner aus den Socken. Wie so oft sind die Leistungen der einzelnen Darsteller für einen Slasher ganz erbringlich, für einen großen Film aber nicht wirklich zu gebrauchen. Allen nimmt man ihre Figuren durchaus ab, aber mehr eben auch nicht. Standard eben!

Fazit: Atmosphärisch, spannend, düster und brutal kommt der Slasher "Lighthouse" daher und bietet somit einen der besten Genre-Beiträge der letzten Jahre, welcher zudem mal ausgewachsene Männern als Opfer bietet und nicht dusselige Teenies. Durch die wunderbare Inszenierung, schweißtreibend bis zum Schluss und mit einigen gar heftigen Gore- und Splattereffekten ausgestattet, bietet dieser Schlitzer eigentlich für jeden Horrorfreund etwas. Unterm Strich sicherlich kein Referenz-Kino, aber dennoch erstaunlich gute Horrorunterhaltung für Freunde der etwas härteren Gangart. Für Slasher-Freaks jedenfalls Pflicht!

Wertung: 7,5+/10 Punkte

Details
Ähnliche Filme