Review

Ein Leuchtturm, eine Felseninsel, ein Gefangenenschiff und ein notorischer Mörder sind die Zutaten für diesen britischen Slasher. Das entfaltet sich zwar wenig originell und bietet keine Überraschungen, doch Ansprüchen der Genrefreunde dürfte er weitestgehend gerecht werden.

Leo Rook heißt das Scheusal, mit dem es hier unsere potentielle Opferschaft zu tun hat. Erst gelingt ihm auf wunderliche Weise die Flucht vom Schiff, dann rudert er gegen den Sturm auf die Insel, killt die Ansässigen im Leuchtturm und schaltet diesen ab. Man läuft auf einen Felsen auf, so dass die Ratten das sinkende Schiff verlassen müssen. Derweil wartet der Killer in einem Versteck auf die Ankunft der Schiffbrüchigen.

Im Mittelpunkt und somit als potentielle Survivor gekennzeichnet, stehen Kriminalpsychologin McCloud (natürlich mit Kindheitstrauma ausgestattet) und Gefangener Spader, der seine Frau ermordet haben soll (die Unschuldsvermutung drängt sich geradezu auf). Die übrigen Figuren bekommen kaum eine Charakterzuweisung, nur ein versoffener Kapitän und ein leicht feister Gefängnisdirektor heben sich ein wenig ab.

Den Killer zeichnen als Markenzeichen eigentlich nur seine weißen Schuhe aus(die im Verlauf, trotz Blut und Sand wie geleckt aussehen) und die Tatsache, dass man lange Zeit nicht sein Gesicht sieht. Allzu angsteinflössend ist dieses jedoch nicht, nur scheint der Kerl aufgrund seiner zahlreichen Gräueltaten ein wenig degeneriert zu sein, da er nicht spricht, aber leicht grunzt.
Die Morde lassen nicht allzu viel Ideenreichtum aufkommen, außer Genickbruch und Kehlenschnitten (erst Messer, später Machete) wird nichts geboten, dies allerdings relativ blutig, wenn auch nicht explizit.

Doch seine spannenden Momente hat der Killer. Als kleinen Höhepunkt weist sich hier eine Szene aus, in der sich eine Person auf der Toilette versteckt hält, den Killer unter der Tür beobachtet und nach dessen Verschwinden um eine rollende Sprühdose bangen muss.
In einer anderen versteckt sich gerade jemand unter einem Kanu, während der Mörder die Köpfe seiner bisherigen Opfer über ihm aufreiht.

Hin und wieder schimmert auch ein handwerkliches Talent durch, etwa, wenn Szenen eines Mordes im Spiegelbild eines klapprigen Fensters zu sehen sind oder später beim Alptraum der Heldin, - surrealistisch gestaltet und mit toller Optik versehen.
Leider schlägt sich das weniger auf die Atmosphäre nieder. Insel und Leuchtturm wirken größtenteils austauschbar, man hat das Gefühl, dass hier nicht das volle Potential ausgeschöpft wurde, zudem wirken einige Szenen arg unterbelichtet.

Ansonsten bietet sich eine recht flott ablaufende Sache, die für den Showdown das Tempo merklich erhöht und mit einer recht schmerzlichen Szene auf Kosten der Überlebenden aufwartet. Dass der Killer nicht gleich beim ersten Gegenschlag liegen bleibt, versteht sich von selbst, da darf auch der Gewitterschauer nicht fehlen.

Bleibt also ein recht okayer Slasher, bei dem keiner der Darsteller enttäuscht, noch Glanzleistungen vollbringt. Immerhin bleiben einem die üblichen Teenieopfer erspart und somit auch die dazugehörigen Softcoreszenen.
Der Rest gestaltet sich unterhaltsam und kann zur einmaligen Sichtung an Genrefreunde durchaus weiterempfohlen werden.
6,5 von 10

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