Review

Leichte Spoiler inside

Der Film „Chopper“ erzählt von einzelnen Lebensabschnitten des in Australien berühmt berüchtigten Mark Brandon „Chopper“ Read – von seiner Zeit im Gefängnis über seine Arbeit als V-Mann der Polizei bis zum Medienrummel um ihn, als er einen Bestsellerroman veröffentlicht.
Bereits in der ersten halben Stunde des Films bekommt der Zuschauer an einigen Grausamkeiten vorgeführt mit was für einer Art Mensch man es beim titelgebenden Protagonisten zu tun hat.
„Chopper“ ist ein Choleriker, der seinen eigentlich vorhandenen Sinn für Gerechtigkeit, von einer Sekunde auf die nächste abschaltet. Man sieht in einigen Szenen wie es in ihm brodelt und befürchtet jederzeit den nächsten Ausbruch – der aber überraschenderweise meistens ausbleibt.

Je länger der Film dauert um so mehr entwickelt sich Mark Brandon „Chopper“ Read zum absoluten Antihelden. Seine Gewalttaten werden immer grundloser und spätestens wenn er seine Freundin und deren Mutter verprügelt, werden anfangs noch vorhandene Sympathien beim Zuschauer verspielt.

Am Ende landet „Chopper“ wieder im Knast, hat sich aber mittlerweile zu einer Medienperson gemausert, als der er Interviews gibt und vielgelesene Romane veröffentlicht. Hier erinnert der Film stark an „Natural Born Killers“, was allerdings nur kurz währt, da die 90 Minuten dann auch schon rum sind.
Leider konnten diese aber nicht das halten, was das lässige Cover ("This is one bloody fuckin movie") verspricht, was wohl vorallem daran liegt, dass die Handlung äußerst spärlich ausgefallen und uninteressant ausgefallen ist. Es wird einiges angerissen, schnell wieder verworfen und eine neue Passage begonnen. Das ganze fand ich persönlich nach einiger Zeit ziemlich langatmig, da es einfach keinen durchgehenden Spannungsbogen gibt.

Tja, und wenn man dann hofft, dass die ausbleibende Spannung wenigstens durch Action- oder Gewaltszenen ersetzt wird, wird man ebenfalls enttäuscht. Action ist eigentlich gar nicht vorhanden und die wenigen härteren Szenen (Ohren abschneiden, Messerattacken, Kopfschuss) sind nicht wirklich explizit dargestellt und rechtfertigen die 18er Freigabe auf keinen Fall.
Positiv fällt die ungewöhnliche Optik auf, mit verschiedenen Farbfilter, Fast-Motion-Einstellungen und skurill ausgeleuchteten Sets.

Insgesamt ist „Chopper“ ein interessanter Film aus „Down Under“, von dem ich mir jedoch mehr versprochen hatte. Die fehlende Spannung, sowie die episodenhafte Handlung machen den guten Ansatz in meinen Augen kaputt und verhindern eine gute Bewertung.
Trotzdem noch gute 3/10.

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