Chopper ist voller Minderwertigkeitskomplexe, ängstlich, voller Geltungsdrang, undiplomatisch und er kann seine Gefühle nicht im Zaum halten.
Er weiß oder zumindest ahnt er, daß er so ist, das macht ihn trotz aller schwarzen Komik zur tragischen Figur in der spärlichen Handlung: Chopper sitzt im Knast, kommt irgendwann frei und später dann wieder in den Knast.
Ich weiß daß der Film zeigen soll zu welch trauriger Berühmtheit ein Verbrecher in der Öffentlichkeit gelangen kann, aber ich kann ehrlich gesagt nicht erkennen, daß dies das Hauptmotiv des Films ist; und wenn, dann ist es in die Hose gegangen.
Aber das macht nichts:
Ziemlich spannend ist der Film dadurch, daß man oft damit rechnet, daß Chopper wieder die Kontrolle verliert, was aber eben nicht immer passiert.
Zudem enthält der Film einige ungewöhnlichere Elemente. Hin und weg war ich von dem Effekt als Chopper und ein anderer Kokain ziehen - es entsteht genau der Eindruck, den man manchmal hat, wenn man total müde ist und alles so schnell abzulaufen scheint.
Was den Film in eine Reihe mit Fargo und ähnlichen Filmen stellt ist der megatrockene Humor; entweder ich war an dem Nachmittag extrem gut drauf oder es war die todernst gespielte dümmliche Naivität in manchen Dialogen die mich fast von der Couch gerissen hat.
Übrigens gefällt mir sehr gut daß das Blut in einem Film mal wieder realistisch dunkelrot ist und nicht wie Tomatensaft aussieht. Ebenso gilt das dafür, daß Chopper trotz einiger Stichverletzungen in den Unterleib locker überlebt. Sehr erholsam gegenüber den dummen Ein-Messerstich-Mann-tot-Filmen.
Zudem habe selten einem Schauspieler seine Rolle so gut abgenommen wie des völlig unberechenbaren Chopper (Eric Bana), der den Film auf das Niveau einer ziemlich abgefahrenen Charakterstudie hebt.
Ich vergebe 8,5 Punkte Für einen Film den Coen- und Tarantino-Fans sich unbedingt mal anschauen sollten !