Bana mit einer Jahrhundertperformance!
„Chopper“ hangelt sich frei an der wahren Geschichte des titelgebenden Kriminellen entlang, der über Jahrzehnte die Unterwelt und Gefängnisse Australiens unsicher und seinen Namen zu einer düsteren Legende zwischen Wahnsinn und Weckruf machte…
Das australische Gegenstück zu „Bronson“
„Chopper“ ist ein harter Guck. Keine Sympathieträger, kaum Spannungskurve, keine Besserung in Sicht, nur nach unten, nur Tiefschläge. Natürlich steht man das durch und bleibt man für Bana, dessen Darbietung sensationell ist und absolut im Gedächtnis bleibt. Er geht komplett über in seine krasse Figur, sowas sieht man selten! Aber ansonsten bleibt das (vollkommen mit Absicht!) sehr trockenes und deprimierendes Brot. Eine Charakterstudie des Abschaum. Eine trostlose Momentaufnahme und Stagnation über Jahrzehnte. Eine Akupunktur mit Sprungmessern. Ein höllischer Kreislauf aus Knast, Unterwelt und seelischem Schimmel. Eine schmerzhafte Erfahrung. Monoton und niederschmetternd. Nihilistisch und zerstörerisch. Abartig und hoffnungslos. Kein Film, den man öfters sehen will. Aber einer, den man nicht mehr vergisst und erstmal wieder aus den Knochen bekommen muss… Und wenn man nicht mehr kann, einfach an Banas Mammutleistung hochziehen…
Fazit: Böse Menschen, böse Taten, böse Atmo, böse gute Charakterstudie… „Chopper“ ist ein filmisches Reibeisen!