Es fällt nicht ganz leicht, eine lauwarme Bewertung zu einem Film zu schreiben, der durch eine erstklassige Besetzung und eine handwerklich durchgehend gelungene Machart viel mehr Potenzial hätte, als ihn ein extrem moralinsaures und naives Drehbuch entfalten lässt. Oliver Reed und Klaus Kinski geben hier zwei sehr charismatische Gangster ab, Nicol Williamson brilliert als eiskalter Polizist, und Susan George spielt hervorragend als durchtriebenes Kindermädchen. Sie beschließt in diesem Film zusammen mit dem Chauffeur (Reed) und ihrem Geliebten, einem internationalen Kriminellen (Kinski), den Sohn einer reichen britischen Familie, in deren Dienst sie steht, gefangenzusetzen und so einen Haufen Geld zu erpressen. Leider - was schon haarsträubend genug und als Drehbuchidee nicht leicht zu schlucken ist - wird dem kleinen Jungen in einer Tierhandlung versehentlich (!!) eine Schwarze Mamba als Haustier mitgegeben. Wie sich im Folgenden zeigen wird, ist diese Mamba nicht nur extrem giftig, sondern besitzt aus irgendwelchen Gründen auch die Fähigkeit, zwischen "Gut" und "Böse" zu unterscheiden. Das lässt zumindest der weitere Verlauf der Handlung vermuten. Die Schwäche des Films weiter auszuführen, hieße allzu viel zu verraten. Jedenfalls ist es recht auffällig, dass das moralisch korrekte Verhalten der Mamba gerade dem widerspricht, was zuvor im Film selbst über sie gesagt wird ("sie ist unberechenbar, greift alles an, was sich bewegt" usw.) An der Plattheit, mit dem die Filmhandlung ihr Ende erreicht, ändert auch die Tierhorror-typische Schlusspointe nicht viel. Zu fragen, ob mit der Gegenüberstellung der böse-durchtriebenen Dienstboten gegenüber der lammfrommen reichen Familie irgendwelche zweifelhaften sozialen Implikationen verknüpft sind, hieße vielleicht, dem Film mehr Aussageintentionen zu unterstellen, als darinstecken. Jedenfalls hätte man mit einem weniger moralisierenden Drehbuch viel mehr aus den glänzenden Voraussetzungen des Films machen können als die Zeigefinger-Historie, die daraus geworden ist.