Review

kurz angerissen*

Geschwollene Köpfe nicht nur des Schlangengifts wegen, sondern auch wegen der schwierigen Persönlichkeiten Kinskis und Reeds: Zwei Sturköpfe betreten die Szene mit selbigem bereits in hochroter Farbe, selbst als die Situation im Skript noch nicht eskaliert ist. Dem Film, der Entführungsthriller in gleichen Anteilen mit Tierhorror verknüpft, schadet das nicht direkt: Zumal Kinski den Chefkriminellen spielt und Reed seinen Gehilfen, findet das Gezeter hinter den Kulissen spielend auf die Leinwand. Während Reeds schwitzender Kopf die Zornesadern präsentiert, droht Kinski vor Arroganz zu platzen – ein durchaus spannendes Naturschauspiel. Spannender jedenfalls als das eigentliche Drehbuch, das sich spannender liest, als es sich in Aktion bewährt: Aufgrund einer Verwechslung im Tierhandeln wird einem Jungen also eine schwarze Mamba anstatt einer ungiftigen Hausschlange mit nach Hause gegeben und das Heim verwandelt sich, abgesperrt durch die Entführer, in eine Falle mit einem Suspense-Schema frei nach Alien.

Es dauert leider viel zu lange, bis der Schlangenterror ein wahrhaft physisches Ausmaß annimmt und die Bedrohung tatsächlich aus jedem Winkel zu spüren ist. Bis dahin schaut man ratlos den verängstigten Geiseln und ihren überforderten Peinigern dabei zu, wie sie mit sich selbst und einer unsichtbaren Bedrohung hinter den Wänden zurechtzukommen versuchen.

*weitere Informationen: siehe Profil

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