Hört man von „Die schwarze Mamba“, muss man sich erst mal die Darstellerliste ins Gedächtnis rufen: Klaus Kinski und Oliver Reed in einem Film.
Da kann ja nur Böses auf uns zukommen, doch Piers Haggards B-Thriller ist ein sauberes Stück Spannungskino, auch wenn die Produktion wohl durch mancherlei Probleme behindert wurde.
Während Oliver Reed mal wieder aufs Feinste die Rolle eines stets kurz vor der Explosion stehenden Fieslings, dessen archaische Triebe jeden Augenblick durchkommen wollen, spielt, ist Kinski tatsächlich in absoluter Hochform. Und das heißt nicht Chargieren um jeden Preis, im Gegenteil. Kinski wirkt kühl, hart und äußerst diszipliniert und verzichtet auch auf seine üblichen darstellerischen Wahnsinnsmacken, obwohl er als Terrorist hier Anrecht auf leichtes Durchknallen gehabt hätte.
Zusammen mit dem Hausmädchen einer wohlhabenden Familie (Reed ist der Chauffeur) wollen sie den Sohn entführen, doch leider bekommt der an just diesem Tag versehentlich statt einer Baumschlange (harmlos) eine schwarze Mamba im Tierladen mitgegeben (absolut tödlich). Und wie es denn das Schicksal so will, springt das Vieh im entscheidenden Moment aus der Kiste.
Nach einem eher ruhigen Beginn kommt der Film extremst auf Touren, sobald die Schlange aus dem Sack ist, denn das Vieh ist hochaggressiv und knuspert sich durch alles, was Beine hat. Während die draußen die Polizei um ein Eindringen/Verhandeln bemüht ist, kochen drinnen die Gemüter hoch, Reed wird nervös, Kinski gefährlich und Sterling Hayden als Großvater liefert einen Bravourritt als alternder Großwildjäger. Die Szene, in der er gezwungen wird, in einem Wohnzimmer nach dem Vieh zu suchen, ist absolute spitze, da er die einzige, überhelle Lichtquelle hält.
Natürlich kriegen hier alle, was sie verdienen und das recht effektvoll, denn die Schlange hüpft uns immer dann ins Gesicht, wenn wir gerade nicht damit rechnen und diverse Aufnahmen aus Schlangenperspektive sind auch nicht zu verachten. Den üblichen Schlussgag hätte man sich zwar sparen können, aber sonst gibt’s hier grundsolide Thrillerkost für alle und jeden, gekrönt von Reeds wahrlich schrecklichem Schicksal (Hosenbein, hähä...) und einem der effektvollsten Vergiftungstode aller Zeiten, der beinahe kein Ende nehmen will. Dafür ein extra „Cheers“ für die arme Susan George. (6,5/10)