Wieder einmal das alte Spiel „Gut gegen Böse“, in diesem Fall in einer überaus lahmen Mischung aus „Needful Things“, „Kinder des Zorns“ und „Es“.
Auf jeden Fall standen zahlreiche Werke von Stephen King Pate, doch aus der eigentlich brauchbaren Mixtur verwandelte Autor und Regisseur Kevin VanHook ein dialoglastiges Geschehen mit einem Riesenmangel an Action und Tempo.
Die Story mutet auch eher wie ein Comic oder eine Doppelfolge von „Buffy“ und Konsorten an: Vor rund 20 Jahren wurde eine Kleinstadt in Tennessee vom Bösen in Gestalt des dämonischen Daniel (Rik Young) heimgesucht, woraufhin sich nahezu alle Einwohner gegenseitig töteten. Die Geschwister Cole (Eric Mabius) und Heather (Charisma Carpenter) überlebten jedoch und versuchen nun, ausgestattet mit übersinnlichen Fähigkeiten und der Zusammenkunft gleichgesinnter Freunde, Daniel endgültig das Handwerk zu legen.
Da gibt es also den wenig charismatischen Helden Cole, mit langem Ledermantel ausgestattet und den Dämon mit Traumfänger und lateinischen Verfluchungen bekämpfend und seine Schwester Heather, die intuitiv Zeichnungen anfertigt, die sich innerhalb kürzester Zeit in Realität abspielen werden.
Dazu gesellen sich nicht unbekannte Helfer wie Jeffrey Combs, der die überwiegende Zeit als untoter Cop umherwankt, aber merkwürdigerweise auf Seite der Guten ist. Oder Dee Wallace, zu der unser Held ein fast mütterliches Verhältnis hat und die seine Verletzung mit Auflegen eines Waschlappens verschwinden lassen kann. Nicht zu vergessen John Amos, der als Ex-Häftling und Biker zur Truppe stößt und zumindest ab und an einen brauchbaren Spruch loslässt.
Doch das Fatale ist: All diese Personen sind vielleicht insgesamt zehn Minuten in spürbarer Bewegung zu erleben, denn die restliche Zeit zerlabern sie mit Banalitäten über vergangene Ereignisse, spielen Karten oder tauschen auf anödende Weise ihren Bezug zum Helden Cole aus.
Null Tempo, null Spannung, null Atmosphäre.
Zudem spielt sich die überwiegende Handlung in einem einsamen Farmhaus mit angrenzendem Getreidefeld ab, doch anstatt das Böse vielleicht mal Anzeichen seiner Ankunft in Form von kleinen Schockeffekten zu verleihen, spaziert Dämon Daniel einfach so ins Haus und stellt sich der nichts ahnenden Heather als Helfer vor, - davon bemerkt natürlich niemand der übersinnlich begabten Freunde etwas, während Held Cole im Keller hockt und Rituale vorbereitet.
Quintessenz: Daniel entführt Heather und der Rest der Truppe (ein paar werden durch Daniel und Zombies dahingerafft) muss zur Befreiung antreten.
Daraus ergeben sich letztlich auch die einzigen Actionszenen und das nach einer geschlagenen Stunde Laufzeit. Da fliegt dann sogar mal ein abgetrennter Kopf durch die Gegend und Dämon Daniel lässt Krähen angreifen, Steine vom Himmel regnen und Fesseln meterlang in die Luft schnellen, doch wenn man bis dato nicht schon eingeschlafen ist, wird man das nach diesen wenigen Minuten Aktion wieder tun.
Zum Showdown kommt es dann zum unvermeidbaren Duell zwischen Cole und Daniel, die beide über einem Gewässer schweben und CGI-Lichtblitze austauschen, was in seiner Form an eine billige Variante von „Der Rabe – Duell der Zauberer“ erinnert und kaum noch Interesse erweckt.
Dass die Handlung völlig träge erscheint, liegt aber nicht nur an dem hölzernen Script, sondern auch an den schwachen Darstellern, die allesamt mit einer grauenvoll schlecht betonten Synchro ausgestattet wurden.
Wobei die Nebendarsteller deutlich besser agieren, als die drei Hauptfiguren.
Frau Carpenter versprüht wenig Eigenschaften ihres Vornamens und eiert die meiste Zeit hübsch lächelnd durch die Gegend, während Eric Mabius als Cole überhaupt keine Ausstrahlung mitbringt. Ähnlich ergeht es Rik Young in der Rolle seines Gegenspielers, der für einen Bösewicht viel zu jung ist und eher wie ein Milchbubi in einem High School Drama herumgrinst.
Nein, bei alledem fällt es wahrlich schwer, lobende Worte für diesen Streifen zu finden.
Die zwei, drei Krähenangriffe sehen dabei noch am besten aus und auch der selten eingesetzte, leicht sakral klingende Score ist okay, aber der Rest beinhaltet ein träges Geschehen mit vielen Dialogen und einem deutlichen Mangel an Bewegung.
Brauchbare Momente bietet der Streifen ja, nur sie kommen viel zu selten zum Einsatz und lassen von daher alles andere als eine Empfehlung zu.
3 von 10