Nachdem Wes Craven mit "Scream" diese Lawine von Slashern losgetreten hat, ergriffen auch die deutschen Filmemacher die Initiative. Heraus kamen gar nicht mal üble Beiträge wie "Flashback - Mörderische Ferien" oder die beiden "School´s Out" Filme. Da kann Boris von Sychowskis "Swimming Pool" nicht ganz mithalten. Trotzdem fand eine internationale Auswertung statt, die dieser Senator Produktion mit den nötigen Erfolg lieferte. Und würde man nicht so tief in die Klischeekiste greifen und hätte vielleicht das Design des Killers etwas ernster genommen, so wäre eine höhere Wertung durchaus drin gewesen.
Die reiche Clique um Greg (Thorsten Grasshoff) hat ihr Abitur endlich in der Tasche und nach der offiziellen Abschlussfeier planen sie eine weitere Party. Dafür brechen sie in ein öffentliches Erlebnisbad ein, ohne zu ahnen, dass unter ihnen ein Killer ist. Derweil muss Kadankov (Jan Vlasàk) von der Mordkommission, sich schon mit den ersten Opfern des maskierten Killers herumschlagen. Mit allen Mitteln versucht er die inoffizielle Party der Clique zu finden, doch es ist schon zu spät. Der Killer hat alle Ausgänge verriegelt und beginnt die Teenies abzuschlachten. Besonders das Misstrauen untereinander verschlimmert die Situation noch, der erste Verdacht fällt auf Greg.
Den Reiz hier macht der Ort aus, wo sich das Massaker abspielt. Das große Erlebnisbad nutzt Sychowski auch voll aus, leider ist ansonsten Schema F angesagt. Zu Beginn gibt es den obligatorischen Auftaktsmord, wo sich das Opfer schon reichlich blöde anstellt. Man lässt einfach die Haustüre offen und dann den Schlüssel stecken. Quasi besiegelt man stets das Todesurteil durch die eigene Blödheit. Dann haben wir eine Gruppe von Abiturienten, die im wirklichen Leben schon alle Mitte zwanzig sind und man ihnen daher nur bedingt die Rolle abnimmt. Es geht darum wer mit wem, der Alkohol muss reichlich fließen und genügend kriminelle Energie ist auch vorhanden. Doch insgesamt bleiben alle Figuren oberflächlich, wobei ihr kompromissloses Ableben dem Zuschauer nicht viel ausmacht. Wie üblich kommt das Geschehen erst zur Halbzeitspauke richtig in Gang, davor darf der Killer zweimal zuschlagen. Was aber wirklich nervt sind die ständigen Streitereien. Jeder vernünftig beginnende Dialog endet hier in einem Gewitter. Und die üblichen Machenschaften im Hintergrund, beispielsweise die beste Freundin mit ihrem Lover betrügen, sind auch vorhanden. Sychowski lässt die Gruppe sich schön gegenseitig verdächtigen, um den Zuschauer zu verwirren, man soll ja nicht zu früh wissen, wer sich in dieses lächerliche Dress geschmissen hat.
Dies besteht aus einem hautengen schwarzen Anzug und einer weissen Totenkopfmaske im "Punisher" Stil. Bewaffnet ist der Killer mit einer scharfen Machete und leider wird auch nur mit dieser gemordet. Abwechslung darf man daher nicht erwarten, aber Sychowski ist die Vorbereitung einiger Morde gut gelungen. Herrlich fies ist der Tod in der Wasserrutsche, doch unser Killer darf meist nur im Off hantieren. Diverse Einstiche gibt es zu sehen, an Kunstblut ist auch reichlich vorhanden, aber erinnerungswürdige Morde hat "Swimming Pool" in keinster Weise zu bieten. Für den Slasherfan eine recht zahme Angelegenheit, der Bodycount bleibt auch ziemlich niedrig. Doch unterhaltsam ist die Chose trotzdem, vor allem da Sychowski einige spannende Sequenzen gelungen sind. Was den Killer betrifft hat man ordentlich gepatzt, denn eine Person ist die ganze Zeit über abwesend. Mit ein bisschen Aufmerksamkeit ist die Identität des Killers sehr leicht zu bestimmen, über das lächerliche Motiv will ich gar nicht reden. So ist man im Schwimmbad gefangen, doch niemand kommt auf die Idee per Telefon um Hilfe zu rufen, oder einfach mal eine Scheibe einzuschlagen. Auch weiss der Killer stets, welchen Fluchtweg seine Opfer einschlagen und ist somit immer zugegen. Die Darsteller, darunter auch James McAvoy (Wanted, Der Letzte König von Schottland), erreichen höchstens das übliche Slasherniveau, also nervig bis einigermaßen brauchbar.
Man bekommt das volle Programm an Klischees um die Ohren gehauen, doch einen hohen Unterhaltungswert hat "Swimming Pool" schon. Auf Spannung und gute Darsteller sollte man keinen allzu großen Wert legen, leider ist auch die Identität des Killers sehr leicht zu bestimmen. Ein paar blutige Morde mit passabler Vorbereitung hat Sychowski zu bieten und mit einer durchschnittlichen Wertung ist sein Regiedebüt schon gut bedient.