Review

Europudding – der Begriff für die Co-Produktionen vom alten Kontinent über mehrere Länder gestreckt – hat jetzt den Slasher erreicht.
„Swimming Pool“ heißt der Schmu und tarnt sich als der dritte dolle deutsche Slasher nach „Anatomie“ und „Flashback“. Gedreht hat man den Murks in Prag und aus diversen Ländern diverse Darsteller zusammengetrieben, die zumindest Soap-Erfahrung haben.
Dann hat man die Chose auf englisch runtergekurbelt, weswegen einem die Stimmen auch so verdammt bekannt vorkommen, denn man hat die Jungmimen von halbwegs brauchbaren Leuten synchronisieren lassen, weswegen hier aber noch nichts lippensynchron ist.

Auf jeden Fall bringt die Multi-Kulti-Abschlußklasse (aka Opfergruppe) der internationalen Schule uns so dolle Geschenke, wie jeden Namen amerikanisiert auszusprechen. Yeah Baby, der Weltmarkt gehört uns.

Einen Einfall hatte man auch: das ist bestimmt der ersten Slasher im Spaßbad, obwohl sooo einfallsreich ist das nach Zug oder Supermarkt auch nicht mehr. Es geht also der Machetenkiller um und muß nach dem Scream-Prinzip enträtselt werden. Dazu werden uns die Jet-Set-Kids nur so um die Ohren gehauen, schön grob aus Charakterstein gemeißelt.
Allen voran der toughe Greg und das Blondchen Sarah, die sich eh nicht ins Wasser taucht.
Role Models, das muß sein.

Ferner haben wir noch den Kleinen, der Sarah bewundert; das Ego-Arschloch; denjenigen, den keiner so richtig akzeptiert, einen Exschüler ohne Abschluß mit Einbrechkünsten und nicht zu vergessen die gut durchtrainierte Freundin, die zweieinhalb Minuten unter Wasser aushalten kann und die Camels wegzieht, als gäbe es kein Morgen. Ein Bulle ist auch dabei und endet als Kebab, bringt aber eine Knarre ins Spiel. (Das wird doch keine Reminiszenz an „Shining“ (Schneemobil) gewesen sein?)

Was man dem Film kaum bescheinigen kann: Blutsparen!. Da wird gehackt und geschnitten, daß es eine wahre Pracht ist, wenn auch vorzugsweise in den Bauch. Die Soße läuft reichlich und natürlich wird der Fun-Tempel zur Todesfalle.

Durch die Synchro wirkt das Ganze nicht ganz so peinlich, wie es hätte sein können, doch wo immer sich der Film bei den Vorbildern anlehnt (ein Charakter sagt am Ende sogar, hoho, „ich weiß, was du letzten Sommer getan hast), merkt man das deutlich. Die darstellerischen Leistungen sind dementsprechend, aber man hat schon Untalentierteres gesehen, wenn auch gerade die Hauptdarsteller relativ schlecht wegkommen.

Ansonsten wird nach Schema F geslasht, mit ein wenig gelungener Klaustrophobie ergänzt, aber die Originalität erschöpft sich in der Location und hin und wieder wird’s auch mal richtig blöd, aber welcher Slasher hat diese Szenen nicht.
Dumm nur, daß man den Täter schon erkennen kann, wenn die Schlußfete noch gar nicht angefangen hat, denn wenigstens so folgerichtig hat man das alles in Szene gesetzt. Trotzdem zieht sich der Killer zwischendurch noch mal die Badehose an, um uns zu täuschen, ja raffitückisch der Mann...

Ergo: es gibt Öderes und Blöderes, aber das soll kein Qualitätsmerkmal sein. Einen Grund, diesen Film zu besitzen kann ich jedenfalls nicht finden. (3,5/10)

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