Dr. Shepard, ein Astronom im Dienst der Regierung, ist verschwunden, nachdem er erkannt hat, was alle anderen bald erfahren müssen: Die Sonne, die seit Millionen von Jahren die Quelle allen Lebens darstellt, wird innerhalb von sieben Tagen als Supernova explodieren! Das Ende der Welt scheint besiegelt. Um zu verhindern, dass er mit seinem Wissen eine Panik unter der Bevölkerung auslöst, wird sein junger Kollege Dr. Richardson beauftragt, ihn zu finden.
Supernova ist eigentlich so der typische TV-Katastrophenfilm von der Stange, hat allerdings einen gravierenden Nachteil, nämlich seine epische Länge von beinahe drei Stunden. Da werden reichlich überflüssige Nebenstränge eingeführt, wie der flüchtende Vergewaltiger oder die mühseligen Weltanschauungen einer Reporterschnepfe, die mit festgefrorenenm Blick über ethische Werte schwadroniert. Das hätte man alles viel mehr straffen können, denn so gerät die eigentliche Supernova eher zu einer Randgeschichte nebenher.
Ehrensache das Filme des Genres meist an ihrer Dialoglastigkeit zu leiden haben, so natürlich auch hier. Der Held verpaßt ständig wichtige Termine seiner Tochter, die NIO Agentin will Mutter und Schwester retten, die Reporterin führt Grundsatzdiskussionen und all die wird in voller bandbreite ausdiskutiert, das man unweigerlich irgendwann zur fast forward Taste greift. Das Tempo wird logischerweise dadurch auch ziemlich verschleppt und wenn dann wirklich mal Bilder der Auswirkungen derSonnenkatastrophe kommen, kann man sicher gehen, das diese nicht länger als drei Minuten anhalten.
Dabei ist die CGI für eine Fernsehproduktion gar nicht mal so übel ausgefallen. Die Feuerbälle sehen recht gelungen aus, nur hätte man gerne mehr davon gesehen. Angeblich wird beispielswweise St. Louis verwüstet, aber im Bild zu sehen ist davon gar nichts. Lediglich die ersten Anzeichen der Katastrophe, verwirrte Zugvögel, Stromausfälle oder Störgeräusche in der Kommunikation werden vorgestellt, aber die potentiell teureren Flugzeugabstürze gibts wieder nur als Hörspiel geboten.
Die Charaktere sind dabei mal wieder aus dem Klischeebausatz, das Interessanteste sind dabei noch die unterirdischen Phoenix Anlagen, in denen ausgewählte Menschen eingeladen werden, die dort die nahende Katastrophe überleben und anschließend die Menschheit neu bevölkern sollen. Klar das die üblichen Fragen aufwirft, wer entscheiden soll, ob jemand stirbt oder überlebt, was hier das Militär für sich in Anspruch nimmt. Die Darsteller wirken dabei, trotz des recht prominenten Casts, beinahe alle etwas steif, lediglich Peter Fonda und Lance Henriksen bringen ihre Routine ein, während die Hauptdarsteller nicht wirklich glänzen können.
So gestaltet sich das Filmvergnügen doch ziemlich zähflüssig. Irgendwann mußte ich doch öfters von der Vorspultaste Gebrauch machen, weil das Gelaber überhand nahm. Hätte man den Film nicht künstlich aufgeblasen, wärs ja noch ok, aber so wirds eine ziemliche Geduldsprobe auf Dauer.
4/10