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Es gibt Genres im zeitgenössischen Kino, mit denen sich einfach immer Geld verdienen läßt. Anders läßt sich nicht erklären, wie es ein Film dieser Machart in die Videotheken geschafft hat. Die Qualität des Covers ist das Beste, was sich über den Film sagen läßt ,denn diese vermittelt eine Professionalität, die der Film in keiner Sekunde aufblitzen läßt. Hier werden die berühmten Darsteller aufgeführt (Val Kilmer, Gabriel Byrne) und natürlich Vinnie Jones im Vordergrund gezeigt, seit seiner Rolle in "Bube, Dame, König, Gras" ein Synonym für den harten, kompromißlosen Gewalttäter.

Und schon haben wir das Zugpferd gefunden, daß "Played" zu guten Verleihzahlen führen wird. Dabei wirken Kilmers und Byrnes Rollen so, als wären sie nur einmal unmotiviert am Set aufgetaucht und auch Winnie Jones als korrupter Bulle spielt eine Nebenrolle, bietet kaum einmal Action, sondern bellt meistens Befehle in seinen Telefonhörer. Dabei tut man dem Film keinen Gefallen mit der großen Glocke, an den man ihn hängt, denn er hat durchaus auch seine sympathischen Seiten.

Nicht zuletzt in der Hauptrolle des Kleingenoven Ray, von Mick Rossi zurückhaltend und ohne die genreüblichen Angebereien und Sprüche gespielt. Allerdings wirkt er dadurch wenig überzeugend, wenn er als Rächer auftritt, denn ihm fehlt jegliche Coolness oder Härte. Wenn er allerdings für seine Freunde da ist, einem gescheiterten Mädchen auf der Straße hilft oder wieder an den Ort seiner Tat zurückkehrt, weil er etwas vergessen hat (und prompt der Polizei in die Hände fällt), dann wirkt das in seiner Schusseligkeit und Sanftheit überzeugend.

Doch diese wenigen Momente können nicht darüber hinweg täuschen, daß dieser Film sowohl in seiner Optik als auch von der Story her, so tiefes Niveau darstellt, daß er normalerweise nicht durch die Qualitätskontrolle hätte kommen dürfen. Die Bilder erinnern in ihrer Qualität, Ausleuchtung und Ausgestaltung an einfachstes Fernsehniveau der 70er Jahre und bieten keinerlei Showwerte. Die Story ist trotz einer leicht verschachtelten Erzählweise ohne innere Logik, Spannungsaufbau und Charakterisierung der handelnden Personen. Aber hier wird keineswegs mit übertriebenen Klischees gearbeitet oder eine gänzlich unwahrscheinliche oder überzeichnete Geschichte abgeliefert, die zumindest Trashfreunde noch befriedigen könnte. Nein ,alles plätschert Höhepunkt frei vor sich hin, obwohl diverse Morde und Gewalttaten gezeigt werden und ein Trottel völlig unmotiviert vom Dach fällt, womit das eigentliche Geschehen erst in Gang kommt.

Es steckt schon eine Leistung dahinter, eine solche oberflächlich an Actionfilmen orientierte Story zu erzählen und dabei eine Spannung zu erzeugen, die an die zweistündige Beobachtung von Schwänen im nahegelegenen Park erinnert.

Fazit : Ein Film, der nur Erwähnung verdient, weil der Hauptdarsteller und einige Nebenfiguren so sympathisch menschlich herüber kommen. Doch da man mit diesen kein Bier trinken geht, sondern sie in einem Film beobachten muß, der weder über die geringsten optischen Qualitätsstandards heutiger Kinofilme verfügt, noch eine anständige Story mit nachvollziehbaren Charakteren bietet und schon gar nicht irgendwelche Trashgelüste befriedigt, ist das auch kein Anlaß, sich näher mit "Played" zu beschäftigen.

Jeder Wackelkamera-Film in grober Schwarz-Weiß-Optik, jede Schwachsinns-Geschichte und selbst Küblböcks Filmauftritt sind bemerkenswerter, weil man sich darüber ärgern oder streiten kann. Doch "Played" polarisiert nicht einmal, er plätschert vor sich hin und versucht sein Bestes, welches einfach nicht gut genug ist - ärgerlich ist nur die Vermarktung, die auch mich zum Ausleihen der DVD veranlaßt hat (1,5/10).

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