Bei „Child of mine“ handelt es sich um einen durchaus sehenswerten Thriller, welcher sich allerdings erst nach einigen Minuten bzw. nach ca. einer halben Stunde als ein solcher herausstellt. Hat man zu Beginn noch die Vermutung der Filme würde eher der Gruselecke, wie z.B. „A Tale of two Sisters“ angehören wird erst ab dem Zeitpunkt eines besseren belehrt. Jedoch besitzt er zu Beginn an durchaus einige kleine leicht unheimliche Momente und wendet sich erst dann komplett dem Thrillergenre zu.
Die Story zieht sich gut über die gesamte Spieldauer (90 Minuten) hin und ist nur etwa zur Hälfte des Filmes kurz vor einem Durchhänger. Langweilig wirkt er jedoch nie, da das Ende stets offen bleibt. Ein klein wenig in die Irre geführt bringt jedoch das Finish nichts neues mit sich, ganz im Gegenteil: Zur Abwechslung gibt es bei „Child of mine“ mal ein „ganz gewöhnliches“ Ende ohne irgendwelche verzwickten Geheimnisse oder ähnliches. Und das ist auch ganz gut.
Die Schauspieler zeigen durchweg eine gute Leistung. Besonders hervorzuheben sind die dabei noch in den Kinderschuhen steckenden Akteure, vor allem Hannah Lochner („Dawn of the Dead“). Aber auch Adrian Dunbar („Thy crying Game“) und Joanne Whalley („Tod im Spiegel“ und „Scarlett“) und der (leider nur) in einer Nebenrolle besetzte Don S. Davis („Stargate“, „Con Air“ und Twin Peaks) machen ihre Sache hervorragend.
„Child of mine“ kommt ohne Spezialeffekte aus und auch schnelle Kameraschnitte sucht man vergebens. Würden auch meiner Meinung nach gar nicht in das Bild des Filmes allgemein passen. Die Erzählung ist flüssig und paar kleine Rückblenden „Wie es wirklich war“ sind gerade noch so ausreichend. Manch harter Kritiker würde wohl bemängeln dass zuviel Handlung um nichts der größte Inhalt des Filmes seien würden, jedoch ist er auf seine Art und Weise gut. Verblüffende Momente und großartige Überraschungen hat er nicht zu bieten, dafür eine gut erzählte (wenn auch wirklich nicht sehr umfangreiche) Story, was aber durch die gute Akteure allemal wieder ausgeglichen wird.
Jeder der seine Ansprüche was das Thriller-Genre betrifft nicht allzu hoch steckt und nicht stets das Genre neu erfunden haben möchte, dürfte mit „Child of mine“ gut bedient sein. Eine gepflegte Unterhaltung mit ein paar kleineren Höhen und auch Tiefen. Der Film hat jedenfalls eine Chance verdient.