kurz angerissen*
Eastwood war mit der Dollar-Trilogie als Westerndarsteller berühmt geworden und platzt nun wie ein verirrter Hirschbulle in die Großstadt New York, womit Don Siegel nicht nur ein klassisches Motiv des US-Kinos wieder aufgreift (und den Wilden Westen im Grunde nie verlässt), sondern auch den Grundstein für die weitere Zusammenarbeit mit Eastwood legt, die vor allem kurze Zeit später zu „Dirty Harry“ führte, vielleicht den Klassiker des Polizeifilms, für welchen „Coogans Bluff“ heute als vorbereitende Skizze gilt.
Die Einführung ist noch als behutsam zu bezeichnen, fängt Eastwood doch hier einen Indianer in der Wüste mit den Mitteln seines Revolverhelden aus den Dollar-Filmen. Als er mit selbigen Mitteln später in der Hauptstadt aufräumen soll, sieht er sich einer pervertierten, dem Chaos zum Opfer gefallenen Gesellschaft vor, die nach anderen Regeln spielt, tatsächlich den cowboyhaft gekleideten Hilfssheriff aus Arizona immer wieder zum Stereotyp degradiert (ein Vorgesetzter schreibt ihn als Running Gag immer wieder dem US-Bundesstaat Texas zu).
Es gehört zu den Dingen, die Eastwoods Rollen seit jeher ausmachen, dass er sich den veränderten Regeln nicht etwa beugt, sondern stur auf seine Ideale vertraut und sein Umfeld quasi dazu zwingt, seine eigenen Regeln anzunehmen. Siegels Film führt durchgehend über solche Culture-Clash-Situationen; wo der Taxifahrer, der Polizeichef oder die Nutte von nebenan den Fremden unterschätzen und sich ihre Tricks gegen sie wenden, jubelt man dem harten Hund zu; schließlich ist man als Städter auch selbst von der Verdorbenheit im Schatten der Großstadtanonymität gesättigt und sehnt sich der Selbstverwirklichung, die der Mann aus Arizona verkörpert.
Natürlich wird im Zuge dessen der Zeitgeist gestreift (inklusive 60er-Disco mit nackter Haut), allerdings bannt Siegel erstaunlich viele Gesichter New Yorks auf Film, die ansonsten bis heute eher ungefilmt blieben. So bleibt die konservativ-streitbare Handlung trotz des eigentlich überreizten Schauplatzes auch visuell immer interessant. „Dirty Harry“ würde dann später noch sämtliche kleinen Makel beheben, die man in „Coogans Bluff“ finden mag, war dann aber auch bereits viel stärker in der Urbanität verwurzelt.
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