Review
von Leimbacher-Mario
I Killed In The Downunder
In diesem australischen (Noch-immer-etwas-)Geheimtipp hängt sich ein stoischer, hartnäckiger und unterschlafener Fahrer eines Fleischtransports an die Hinweise und Reifenspuren eines womöglichen Serienkillers. Wie eine Kreuzung aus „Joy Ride“, „Hitcher“ und „Duel“ im hitzig-staubigen Outback. Ein reifer, intelligenter und stilvoller „Slasher“. Ein Sommertipp!
„Roadgames“ hat keinen erwähnenswerten Bodycount, er ist sehr zahm was Gore angeht, Jamie Lee Curtis hat als damals ganz klar amtierende Scream Queen kaum Screentime und der Killer ist im Endeffekt nicht gerade furchteinflössend, erst recht wenn man die lange Wartezeit zu ihm in die Betrachtung nimmt. Und dennoch hat „Roadgames“ eine wirklich schwitzig-tolle Atmosphäre, Stacy Keach als grummeliger, kantiger Held ist mal etwas anderes und man spürt förmlich seine Paranoia (?), Langeweile, Verzweiflung und Einsamkeit auf den weiten Straßen Australiens. Zwischen Schweinekadavern und abgetrennten Frauenköpfen, zwischen Wahnsinn und Hitze, zwischen einer attraktiven Anhalterin und einem gefährlichen Versteckspiel. Gar nicht mal allzu unrealistisch. Das Poster würde ich mir jederzeit groß ins Zimmer hängen. Viel australischer geht’s kaum. „Roadgames“ ist erstaunlich kompetent und klassisch. Klar noch eher den 70ern verschrieben. Selbst wenn er für meinen Geschmack stellenweise noch etwas halluzinatorischer hätte sein können.
Fazit: ziemlich famose Mixtur aus Giallo, Highwayhorror und Hitchcock. „Dingos“ rule. Ein australischer Smaragd aus Schweiß, Staub, Benzin und getrocknetem Blut!