Dieser Film hat mich überrascht. Hatte ich doch mit einem Film in der Art von "Mann beißt Hund" gerechnet, der auf mich sehr beklemmend gewirkt hat. "Behind The Mask" ist aber größtenteils einfach lustig.
Der Film versetzt uns in eine Welt, in der die bekannten Psychokiller (Krueger, Jason, Myers...) reale Personen sind, die durch ihre blutrünstigen Taten zu Legenden geworden sind. Eine solche "Karriere" strebt auch der junge Leslie an. Sein Aufstieg soll von einer jungen Reporterin (samt Filmteam) in Interviews und Filmaufnahmen dokumentiert werden. Dabei verrät Leslie nicht nur die Tricks mit denen die Leute seiner Branche arbeiten sondern bezieht das Team zum Teil schon mit in seine Arbeit ein. Den Höhepunkt bildet die erste Nacht, in der Leslie seiner selbstgewählten Bestimmung nachgeht.
Es gibt in den "Dokumentarteilen" jede Menge Anspielungen auf Klischees des Genres, die persifliert werden.
So sucht Leslie sich eine Jungfrau als Heldin und die passende Begleitung zum abmetzeln aus. Das Erscheinen eines Widersachers wird gefeiert, weil er für die Legendenbildung so wichtig ist, und ein geeigneter Ort wird akribisch für den ersten Schlag vorbereitet - an was man dabei alles denken muss. ;-)
Das alles ist so aufbereitet, dass man endlich versteht warum die Opfer eines psychopathischen Mörders nicht so einfach fliehen können.
Meine Lieblingsfigur ist die des Massenmörders und väterlichen Freunds Leslies, der in Rente (!) gegangen ist und mit seiner Frau ein ruhiges Leben führt. (Mit dem Messer kann er aber immer noch gut umgehen.) Von diesem erhält Leslie Rat und Beistand. Und zusammen erklären sie dem Zuschauer auch warum sie tun müssen, was sie tun.
Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg gut und überragen die der meisten "echten" Slasherfilme bei weitem.
Fazit:
Man sollte schon einen Hang zu schwarzem Humor haben, aber dann kann man sich wirklich köstlich amüsieren.
Abzüge bekommt der Film auch, aber diese Punkte kann ich nur in einem ***SPOILER*** erklären:
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Gefallen hat mir nicht, wie lange das Kamerateam braucht, um zu erkennen, dass sie selbst zum Plan dazugehören. Die Reporterin hätte doch zuerst wissen müssen wer die Jungfrau ist. (Spätestens als sie die andere beim Sex überraschen.)
Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass sie, nachdem sie Bescheid wissen, anders handeln als vorher geplant und dadurch den Plan von Leslie total versauen.
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