Review

In einer Kleinstadt sind die Bewohner gewarnt und verschreckt von deren prominentesten Mitbürgern, die illustre Namen wie Michael Myers, Freddy Krüger oder Jason Vorhees tragen, welche große Vorbilder für Leslie Vernon sind, einen aufstrebenden Serienkiller, der sein Fach von A bis Z gelernt hat, zumindest in der Theorie. Ein Filmteam porträtiert den Mann hinter der blauen Schlitzermaske vor seinem ersten anzurichtenden Massaker, lässt ihn erzählen, wie man Angst und Schrecken verbreitet, das bevorzugte Motiv für ihn und seinesgleichen... Programmtisch reißt dieser Film nicht nur die Sicht auf das eigene Genre ab, wozu ein peusdodokumentarischer Stil mit wackeliger Handkamera und Schärfefehlern dient, sondern bemüht sich eben vornehmlich damit, die Klischees des Slashergenres unterzubringen, wo es nur geht. Im Vordergrund steht selbstverständlich Leslie, der fein säuberlich in seiner an "Mann Beißt Hund" erinnernden Naivität sein Vorhaben seziert und die gesamte Vorgehensweise eines dieser omnipotenten Serienkiller mit legendärem Ruf entmystifizierend und belustigend zum Besten gibt. Auf Dauer ist das etwas viel des Guten, denn die erste Stunde besteht so gut wie nur aus Dialogen, die er mit seinem bescheidenen Umfeld sowie den drei Filmern führt, reine Horrorfans können sich da einige Male gehörig langweilen. Denn im Grunde führt das Drehbuch das auf die Spitze, womit "Scream" damals begann und was seitdem nur zu gern ausgeschlachtet wird, wenn es um das Abschlachten von bekifften, sexhungrigen Teenies geht. Den allseits beliebten Cameoauftritt hat Kane Hodder inne, während die als Darsteller für Genrekundige Zelda Rubinstein als Bibliothekarin von der Vergangenheit murmelt und Robert Englund uninspiriert als Dr. Halloran quasi die Figur des Dr. "Halloween" Loomis einnimmt, schließlich ist Donald Pleasance nicht mehr verfügbar. Vornehmlich lebt Scott Glossermanns Regiedebüt sichtlich von der Idee, eine dieser anonymisierten Killerikonen tritt mit ihrem normalen Antlitz vor die Kamera und gibt amüsante Anekdoten genau so wieder, wie so manchen Kniff, schließlich will das Business gut vorbereitet sein, will man maximalen Erfolg erzielen. Zeugen zurücklassen gilt nicht, mal abgesehen vom Survivorgirl, das Jungfrau sein sollte, was wiederum einen gewissen Unsicherheitsfaktor darstellt. Von solchen pikanten Details, angefangen von Leslies Ausführungen zur phallischen Symbolik gewisser Waffen bis zum Pochen auf die Slasherkonventionen, kommt das anvisierte Ziel etwas spät dran und vermag dann leider auch nicht mehr so richtig dolle zu überraschen. Als leichte Kost mit einigen Gags ist das auf jeden Fall besser, statt als selbstironischer Slasher durchzugehen, der er nicht ist und nach dem er mangels Blutarmut auch kaum aussieht.

Fazit: Als Mischung aus "Scream" und "Mann Beißt Hund" ganz witzig, allerdings bei genauer Betrachtung gar nicht so neu, wie es erscheint. 5/10 Punkten

Details
Ähnliche Filme