Behind the Mask
Haben Sie sich auch schon mal gefragt, was Sie als Zuschauer machen würden, wenn Sie die Möglichkeit hätten, den Opfern von Jason, Michael, Leatherface und Co zu helfen. Ihnen einfach zu sagen: "Hey, das ist die falsche Richtung, in die Du läufst!" Oder: "Der Killer steht direkt hinter Dir! Paß auf!" oder auch "Nicht mit der Tussie rummachen, sonst bist Du gleich dran!".
Nun, im Film "Behind the Mask" hat das Kamerateam, das einen angehenden Killer vor dessen ersten Mord begleitet, filmt und dessen Tricks kennen lernt, die Möglichkeit.
Einerseits ist das Team fasziniert von der Präzision des Killers, der alle platten Vorgehensweisen der Opfer eines typischen Slashers kennt und dies voll ausnutzt.
Andererseits ist das Team nach dem ersten Mord so angewiedert, daß ihnen die Opfer einfach nur leid tun.
Doch die Sensation ihres Berichtes geht natürlich vor!
Oder doch nicht?
Debut-Regisseur Scott Glosserman spielt gekonnt mit den Erwartungen des Zuschauers und läßt ihn einfach mal einen Blick hinter die Maske / Psyche des Killers eines durchschnittlichen Slashers schauen. Dabei benutzt er eine wacklige Handkamera, damit man man immer der Meinung ist, "live" dabei zu sein. Die Darstellerriege bringt ihre Charaktere glaubhaft rüber, sodaß auch hier keine nennenswerten Mängel auftreten.
Fans des Slasher-Genres, die ihre Erwartungen in Form eines 08/15-Blutspritz-Film beschränken, sei allerdings gesagt, daß sie hier kaum Freude dran haben werden: Es gibt nur ganz wenige Effekte.
Ähnlich wie bei "The Last Horror-Movie" gab es wohl eine 18er Freigabe, da der gesamte Film so gestaltet wurde, als wenn man quasi selber dabei ist, wenn der Killer seine Opfer erlegt.
Wer sich allerdings dem Film öffnet wird mit Sicherheit sehr gut unterhalten und kann sich den einen oder anderen Schmunzler abringen.
7/10