Review

Schon bezeichnend, wenn man innerhalb der Anatomie eines Teenie-Slashers kaum über die Referenzen der bekanntesten Vorbilder hinauskommt.
Dabei steckt durchaus Potential hinter der Idee, einen Serienkiller von einem Filmteam bei seinen Vorbereitungen zum ganz großen Coup zu begleiten, wie man es ähnlich in „Mann beißt Hund“ erlebt hat.

Doch während man sich in der ersten Stunde einer fast durchweg drögen Mockumentary widmet, stellt sich der Streifen während des letzten Drittels selbst ein Bein, indem der Genrefreund mit den zuvor analysierten Konventionen überraschungsfrei bedient wird.
Aber zumindest kommt da noch etwas Leben in die Slasher-Bude.

Der Prämisse ist prinzipiell nichts anzulasten, wenn Killer Leslie (Nathan Baesel) Reporterin Taylor (Angela Goethals) sämtliche Details seiner Vorbereitungen präsentiert.
Da kommt sogar ein leichtes Schmunzeln auf, wenn man erfährt, warum ein Killer grundsätzlich in aller Seelenruhe hinter seinem Opfer herstapft oder weshalb manche Türen scheinbar wie durch Geisterhand ins Schloss fallen.

Doch die Inszenierung des Ganzen mündet in einem einseitigen Abspulen sämtlicher Slasher-Klischees, ohne dabei die parodistischen Ansätze auf die Spitze zu treiben.
Bereits nach 15 Minuten stellt sich Langeweile ein, man erzählt dem Genrefreund schlicht nichts Neues und fixiert sich dabei sehr auf Hauptfigur Leslie.
Was phasenweise ebenfalls von Nachteil ist, denn Darsteller Nathan Baesel erinnert nicht nur rein äußerlich an Jim Carrey, er neigt auch zu dessen gnadenlosen Overacting aus früheren Tagen und ist somit als „Privatmensch“ Serienkiller kaum ernst zu nehmen.
Stellenweise verträgt sich das einfach nicht mit seinen durchaus sorgfältigen Analysen potentieller Opfer.

Etwas lebendiger wird der Streifen erst, als Leslie und das Filmteam den späteren Tatort durchgehen und die kompletten Vorkehrungen des Killers abchecken.
Während Leslie von seinem Plan erzählt, wird die mögliche Szenerie für den Zuschauer bereits in Form einer kurzen Sequenz sichtbar, teilweise auch in verschiedenen Figuren-Konstellationen.
Nach etwa einer Stunde Laufzeit schreitet Leslie endlich zur Tat und man landet im handelsüblichen Teenie-Slasher, der genau die Klischees trocken, nahezu blutleer und ohne Augenzwinkern wiedergibt, die man uns zuvor teilweise treffend unter die Nase gerieben hat.
Zumal man den unabwendbaren Plot Twist schon meilenweit erahnt hat, bringt das in den letzten Minuten zwar ein wenig Tempo, stellenweise auch atmosphärische Momente, aber eben null Spannung. Genau hier hätte man die Klischees ad absurdum führen müssen, um den Genrefreund wirklich zu überraschen.

So bleibt am Ende ein recht unausgegorener Streifen. Zwar mit gelungenen Ansätzen und ein paar angenehmen Auftritten (Zelda Rubinstein als Bibliothekarin und Robert Englund, hier dem Psychiater aus „Halloween“ nachempfunden). Doch in der ersten Stunde gibt er sich zu analytisch und farblos, während er im letzten Drittel zwar ein wenig lebendiger wirkt, aber überraschungsfrei abläuft.
Recht gut in der Analyse typischer Genrekonventionen, doch in Sachen Unterhaltungswert liegt er weit hinter den Erwartungen zurück.
Knapp
5 von 10

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