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Freddy Krüger, Michael Myers und Jason Vorhees ... Massenmörder und Kultpsychopathen - Auch für Leslie Vernon sind sie das. Sein Plan, ein similäres Blutbad anzurichten und wie Obengenannte in die Geschichte einzugehen, soll durch eine Live-Dokumentation intensiviert werden. Eine junge Journalistin nebst Filmcrew soll die Rolle des Adjutanten übernehmen. Sorgfältig und schrittweise wird jeder Handlungsakt bis zur Mordnacht dokumentarisch festgehalten. Doch zum Tatzeitpunkt kommt es für das Dokumentationsteam anders als erwartet ...

Stereotype Bösewichte waren gestern. Hier befinden wir uns in einer Welt, in der Jason, Myers und Co. tatsächlich gelebt haben. Von der Zusammenstellung der Opfer über Diskussionen bei Ex-Serienkillern, die sich zur Ruhe gesetzt haben, bis hin zum Auskundschaften und Manipulieren des Tatortes einschließlich der Realisierung ist das Kamerateam perpetuell dabei. Nathan Baesel spielt charismatisch jenen Leslie Vernon und hat somit den Zuschauer vollends auf seiner Seite.

"Du hast keine Ahnung, wieviel Kondition ich bolzen muss."
"Warum so viel?"
"Du musst spurten können wie 'ne aufgeschreckte Gazelle, ohne außer Atem zu geraten. Und man, dann die Nummer, dass es so aussehen muss, als würdest du bedrohlich schleichen, während die Bande wie der Teufel von dir davonrennt - Und ich darf mich nicht abhängen lassen."

Ähnlich wie der Film MANN BEIßT HUND funktioniert auch BEHIND THE MASK. Es ist jedoch ein wenig Genre-Erfahrung notwendig, um im Verständnis des Slasher-Universums mitzuschwimmen. Denn geradezu selbstschöpferisch wird hier der Normativ des Slashers unterschwellig sardonisiert, was noch am ehesten an SCREAM erinnert, nur dass zwei Drittel des Filmes im prunklosen Dokumentarstil gehalten wurden. Intelligent gemachtes Kino, dass psychologische Aspekte luminiert, Slasher-Klischees auseinandernimmt und am Ende interessante Wendungen darlegt. Meint man noch einen Lehrfilm über die 'korrekte Mordplanung' zu sehen, kann man es auch nachvollziehen, warum die FSK keine Jugendfreigabe stipulierte. Hier wird gezeigt, dass Serien-Killer sein ein ganz normaler Beruf sein kann - Hat schon etwas Schwarzhumoriges. Des Weiteren huscht Robert Englund in einigen Szenen als Neuinterpretation von Dr. Loomis durch das Geschehen. Auch Kane Hodder, welcher bereits etliche Male die Rolle des Machetenmörders Jason Vorhees, aber auch die des Victor Crowley aus dem US-Splattslasher HATCHET übernahm, ist mit von der Partie.

"Der Wandschrank ist ein heiliger Ort für uns. Er symbolisiert den Mutterleib."

BEHIND THE MASK ist nicht brillant, aber interessant. Gore gibt es hier keinen! Mit einigen filmisch-intravitalen Schwächen navigiert der Film letzten Endes dann doch unglücklicherweise gegen die Wand. Sehr enttäuschendes Finale. Schade - Eine solche Vergeudung von Possibilitäten.

(Film bitte zu Ende schauen - Im Abspann ist ein latentes Gimmick vorhanden.)

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