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Der in Deutschland als „Black Cat 2“ verkaufte HK-Actionfilm hieß mit internationalem Titel „Fox Hunter“, das tatsächliche „Black Cat“-Sequel wurde hierzulande als „Codename: Cobra“ veröffentlicht.
Es beginnt mit Rückblenden zum ersten Teil und Erklärungen, wer Black Cat (Jade Leung) eigentlich ist: Eine zum Tode verurteilte Mörderin, der ihr Leben geschenkt wurde, damit sie als Auftragskillerin für den Staat arbeitet. Außerdem wurde an ihr herumgebastelt, sodass sie Übermenschliches leisten kann, allerdings auch durch einen in den Kopf implantierten Chip auszuschalten ist. Soweit also schnell die Vorgeschichte von „Black Cat 2“, es fehlt also nur ein neuer Fall.
Selbigen gibt es dann, als russische Superagenten (ebenfalls mit übermenschlichen Fähigkeiten) einen Deserteur nebst Familie erledigen und wichtige Daten klauen, die der Mann bei sich trug. Der auf den Fall angesetzte Agent Robin (Robin Shou) tut sein Möglichstes, doch die beiden entkommen ihm und einem Packen weiterer Agenten in einer wirklich schön gefilmten, ausgesprochen dynamischen Jagd über verschneite Berggipfel, Schneemobile, Snowboards und Schusswechsel während der Hatz inklusive.

Nun soll also Black Cat, welche die Killer orten kann, die Verfolgung übernehmen, mit Robin als Partner und Überwacher an ihrer Seite. Doch die Jagd erweist sich als ziemlich knifflige Angelegenheit...
Im Sog des Kalten Krieges konnte also auch Hongkong das Politisieren nicht lassen und präsentiert die Feindbilder, die man sonst aus den US-Actionfilmen jener Zeit gewohnt ist, allerdings ist das für einen funktionierenden Reißer ja eher unerheblich. Leider liegt da bereits ein Problem von „Black Cat 2“, denn so wirklich funktionieren will der Film nicht. Die Versuche von Black Cat und Robin an die Killer heranzukommen wirken zusammengestoppelt, die verschiedenen Taten der Killer ebenso und auch Subplots wie die wachsende Begeisterung der ungleichen Partner füreinander werden vom Script aufgenommen und fallengelassen, wie es ihm gerade beliebt.
Dadurch verschenkt „Black Cat 2“ leider einiges an Potential, zumal das Buch auch noch ein, zwei dramaturgische Fehlentscheidungen trifft. Kurz vor dem Showdown, wenn die Killerhatz dann so langsam die größtmögliche Intensität erreicht, legt „Black Cat 2“ eine Pause ein, indem er Black Cat schwere Verwundungen erleiden lässt und dann ausgewalzt die Streitigkeiten zwischen Robin und der Behörde thematisiert wie man den nun mit Black Cat verfahren solle. Dank der mit regelmäßiger Frequenz eingestreuten Actionszenen kann man zwar einige der Mängel etwas übertünchen, insgesamt fehlt es „Black Cat 2“ aber an Spannung.

Besagte Actionszenen sind dann in gewohnter HK-Qualität, können aber einem John Woo Film oder „In the Line of Duty 4“ nicht das Wasser reichen. Zu störend ist der unrealistische Wireworkeinsatz in dem Szenario, das sonst so realistisch ist, wie es Agentinnen mit Chip in der Rübe zulassen. Zudem ist das Wirework unnötig, die Kontrahenten beherrschen ihre Kampfkünste wirklich gut und teilen auf sehenswerte Art und Weise aus, zwischendrin gibt es auch mal einige recht blutige Shoot-Outs, die aber nicht ganz so gut choreographiert sind (meist mähen die Übermenschen bloß Gegnerhorden nieder, die nicht in Deckung gehen). Einen Actionoverkill Marke „In the Line of Duty 4“ sollte man nicht erwarten, doch immerhin die Schneejagd und die Fabrikfights bleiben länger im Gedächtnis.
Jade Leung ist als Chip-gesteuerte, mäßig emotionale Agentin nicht groß gefordert, so dass es kaum verwundert, dass sie Rolle ziemlich überzeugend spielt. Robin Shou als Sidekick leistet Ordentliches, der Rest vom Fest spielt solide, ist aber kurz nach Filmende schon wieder vergessen.

Was bleibt, ist solides Mittelmaß. Die Story ist wie vom HK-Reißer jener Zeit gewohnt dünn, aber nicht mit dem Drive der großen Werke dieser Ära erzählt, die Actionszenen recht gelungen, aber zu mehr reicht fehlt es dann an herausragenden Qualitäten.

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