Wer hätte gedacht das es tatsächlich Fernsehserien von Stephen J . Cannell gibt die ziemlich trocken gefloppt sind. The Rousters brachte es neben dem Pilotfilm auf gerade mal 13 Folgen, was aber nach dem nicht gerade den Mund wässrig machenden Piloten auch nicht wirklich überrascht. Im Zentrum steht hier der leibhaftige Enkel eines gewissen Wyatt Earps, der zusammen mit seiner Familie im Wanderzirkus von Jack Slade arbeitet und einen chronischen Gerechtigkeitsfimmel sein eigen nennt.
Dies bekommt zunächst ein junger Tankstellenräuber zu spüren, der dann auch ordnungsgemäß eingeknastelt wird. Dummerweise hat er jedoch einen einflußreichen Daddy der hierfür natürlich Rache üben will. Nebenher muß dann auch ncoh ein Miesling zurecht gerückt werden, der handgreiflich gegenüber Frau und Tochter wurde, aber natürlich geht das gar nicht mit Wyatt dem dritten.
Der Film und die Serie erinnern dabei stets an die typischen 80er und wirken wie der uneheliche Zögling von Ein Colt für alle Fälle und dem A-Team. An letzteres erinnert vor allem das Titelthema, das maximal eine leichte Abwandlung der dortigen Musik erinnert und wäre diese Serie nicht auch von Cannell, hätte eine Plagiatsklage gar nicht mal so schlechte Chancen.
Das Hauptmanko in meinen Augen stellen aber die Charaktere dar. Chad Everett ist einfach ein viel zu farbloser Held, der beispielsweise gegen Hannibal Smith oder Colt Seavers charismatisch gesehen kein Land sieht. Selbiges gilt auch für seinen Filmbruder Jim Varney, der grimassiert als gäbe es keine Morgen mehr und wohl so etwas wie der Comic Relief der Serie sein sollte, es aber nur in den seltensten Fällen wirklich ist. Da hätte man beim Casting sich ruhig etwas mehr anstrengen können.
Ansonsten herrscht die typische Action Krimi Stimmung, die man aus dieser Dekade kennt. Wirklich brutal wird's eigentlich nie, ab und an darf mal geballert werden, oder die Reifen beim Verfolgen zum glühen bringen, aber alles läuft im Grunde klinisch rein ab. Wirklich hinterhertrauern muß man der Serie nicht wirklich, was wohl auch die anderen Zuschauer so sahen und so kamen Earps Nachkommenschaft folgerichtig auch nur auf gerade mal dreizehn Episoden.
5/10