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Mit Psycho Cop versucht Regisseur Wallace Potts, einen neuen ikonischen Slasher-Bösewicht zu etablieren – ein Vorhaben, das leider klar scheitert.

Es geht um eine Gruppe junger Leute, die ein Wochenende in einem abgelegenen Haus verbringen wollen. Was als entspannter Ausflug beginnt, entwickelt sich schnell zum Albtraum, als ein mysteriöser Polizist auftaucht. Dieser entpuppt sich als sadistischer Killer, der seine Opfer mit religiös anmutenden Rechtfertigungen verfolgt und brutal tötet. Nach und nach dezimiert er die Gruppe, während die verbleibenden Überlebenden verzweifelt versuchen, dem sogenannten „Psycho Cop“ zu entkommen.

Die Handlung bietet das typische Schema an, doch die Figur des Psycho Cops bleibt von der ersten Minute an blass und erreicht nie die bedrohliche Präsenz, die Genre-Klassiker auszeichnet. Dies liegt vor allem daran, das man den Cop direkt zu Beginn des Films sieht und die Bedrohung direkt minimiert wird. Ein weiterer zentraler Schwachpunkt ist der praktisch nicht vorhandene Spannungsaufbau – die Handlung plätschert ohne echtes Tempo oder Nervenkitzel dahin.

Aufgrund des geringen Budgets sind kaum nennenswerte Effekte vorhanden. Statt expliziter oder kreativ inszenierter Gewalt bekommt man meist nur das Ergebnis der Taten zu sehen, was die ohnehin geringe Wirkung zusätzlich abschwächt. Gerade im Slasher-Genre, das stark von Atmosphäre und Inszenierung lebt, fällt das besonders negativ auf.

Die Sprüche des Psycho Cops sollen offenbar für schwarzen Humor sorgen, wirken jedoch meist erzwungen und zünden selten. Statt Kultstatus zu erreichen, hinterlassen sie eher Fremdscham. Auch die Darsteller tragen wenig zur Rettung des Films bei – ihre Figuren bleiben eindimensional und wirken in ihrer Charakterisierung stark eingeschränkt. Emotionale Bindung oder echtes Mitfiebern kommen dadurch nicht zustande.

Insgesamt bleibt Psycho Cop ein recht belangloser Vertreter seines Genres, der weder durch Spannung noch durch Originalität überzeugen kann. Zumindest macht es die Fortsetzung Psycho Coo Returns deutlich besser.

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