Frisch von der Militärakademie West Point wird Lt. Jeff Knight an einen Außenposten in Vietnam versetzt. Dort soll er das Kommando übernehmen, aber die Soldaten begegnen dem Neuling ablehnend und respektlos. Schon der erste Einsatz endet lebensgefährlich, Jeff wird schwer verletzt. Als er zurückkehrt, ist er einer von ihnen geworden. Der Krieg hat die ungleiche Truppe zusammen geschweißt und jetzt müssen sie wirklich gemeinsam kämpfen und einander auf Leben und Tod vertrauen, um das nahe gelegene Dorf vor der Zerstörung zu schützen.
Auch mit seiner zweiten Regiearbeit hat Aaron Norris einen absolut gelungenen Film geschaffen, der einmal mehr den Vietnam-Krieg thematisiert. Dabei handelt es sich zwar nicht um einen spektakulären Blockbuster, dafür aber um einen B-Movie, der eigentlich alles beinhaltet, was diese Filme so absolut sehenswert macht. in der Hauptrolle ist Michael Dudikoff zu sehen, der den Lt Jeff Knight darstellt und frisch von der Militärakademie zu einem wahren Himmelfahrtskommando versetzt wird. Mit einer gerade einmal 18 Mann starken Gruppe soll er ein kleines vietnamesisches Dorf gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Vietkongs beschützen, was sich schon nach einer relativ kurzen Zeitspanne als äußerst schwieriges Unterfangen herausstellen soll. Gerade zu Beginn der Geschichte wird hier vor allem der Unterschied zwischen Theorie und Praxis in den Vordergrund gestellt, stehen doch die auf der Akademie erlernten Dinge in keinem Vergleich zum echten Kriegsgeschehen. So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich , das Knight mit seinen Methoden am Anfang bei seinen kampferprobten Männern auf wenig Gegenliebe stößt und eher belächelt als respektiert wird.
Der Aspekt der Gegensätze zieht sich dann auch wie ein roter Leitfaden durch die gesamte Story und die Ansichten des Vorgesetzten ändern sich mit der Zeit fast zwangsläufig. In immer wieder stattfindenden Kampfhandlungen muss er leidvoll erfahren, das sein erworbenes theoretisches Wissen in etlichen Situationen vollkommen weltfremd erscheint und ein Krieg seine ganz eigenen Gesetze hat. Norris hat diesen Punkt meiner Meinung nach wirklich ganz ausgezeichnet in Szene gesetzt und sich nicht ausschließlich auf die Action-Passagen gesetzt, wie man es eventuell vermuten könnte. Doch auch diese können sich jederzeit sehen lassen, sind sie doch sehr gut ins Bild gesetzt worden und vermitteln auch gleichzeitig einen größtenteils glaubwürdigen Eindruck beim Zuschauer, der sich die Härte-und Brutalität des Krieges gut vorstellen kann. Das Kriege ganz generell nicht gerade sinnvoll sind muss man nicht weiter erwähnen, doch das gerade auch der Vietnam-Krieg immer wieder als sinnlosester aller kriege bezeichnet wird, kommt hier einmal mehr äußerst gut zum Ausdruck. Sei es durch visuelle-oder auch verbale Andeutungen, man fragt sich eigentlich ständig, wem das ganze Szenario nun eigentlich dienen soll.
Auch wenn manch einer das eventuell nicht nachvollziehen kann, dieser eher kleine B-Movie aus der berühmten Cannon-Schmiede hat meines Erachtens weitaus mehr Tiefgang zu bieten, als man ihm im ersten Moment zutraut. Es handelt sich nicht um einen der ansonsten handelsüblichen Vertreter, die den Focus lediglich auf ein manchmal überzogenes Action-Spektakel legen, hier wird durch etliche Kleinigkeiten viel mehr offenbart, als man eigentlich erwarten kann. Zudem ist "Platoon Leader" auch mit einer erstklassigen Grundstimmung ausgetattet, die dem Geschehen eine sehr authentische Note verleihen, der Hauptschauplatz des dichten und schier undurchdringlichen Dschungels tut dabei sein Übriges, um einen insgesamt überdurchschnittlich guten Gesamteindruck zu hinterlassen. Man verspürt das richtige Nam-Feeling und fiebert mit der kleinen Gruppe von US-Soldaten mit, wenn sie sich immer wieder gegen den überlegenen Gegner stellen. Natürlich bleibt es auch in diesem Film nicht aus das ein wenig Patriotismus mitschwingt, zudem ist es ja auch schon fast als selbstverständlich anzusehen, das die Nord-Vietnamesen als wahre Bestien und die Amerikaner als die Guten hingestellt werden. An diese Dinge hat man sich gewöhnt, so das dieser Punkt keine wirkliche Überraschung sein dürfte.
Insgesamt gesehen handelt es sich bei "Platoon Leader" um einen Film, den man ziemlich schnell unterschätzen kann. Die Geschichte beinhaltet viel mehr Qualität als man im ersten Moment annimmt und artet zu keiner Zeit in ein überladenes Action-Szenario aus. Das macht diese Produktion in meinen Augen sehr sympathisch und verleiht ihr durchaus eine Menge Klasse. Aaron Norris hat im Prinzip alles richtig gemacht und liefert hier den Beweis dafür, das er auch Filme mit einem gewissen Tiefgang auf die Beine stellen kann.
Fazit:
Die gelungene Mischung aus Action und nachdenklich stimmenden Passagen macht "Platoon Leader" zu einem überzeugenden Gesamtpaket, das man sich immer wieder gut anschauen kann. Überzeugende Darsteller, eine gute Story und sehenswerte Kampfhandlungen lassen keinerlei Wünsche offen, so das man ohne Bedenken eine Empfehlung für diesen B-Movie aussprechen kann.
7/10