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Ein junger Gitarrist (Ralph Macchio) will unbedingt den Blues lernen und entführt zu diesem Zweck einen alten Blues-Mundharmonikaspieler (Joe Seneca) aus einem Altersheim in einer US-Grossstadt, um mit ihm ins Mississippi-Delta zu fahren, wo der alte Mann noch eine Rechnung offen hat. Er hat nämlich vor langer Zeit seine Seele dem Teufel verkauft, um als Musiker Erfolg zu haben. Und die hätte er gerne wieder zurück (da sich der Erfolg leider nicht eingestellt hat). Unterwegs lernt der Gitarrist, was es heisst, den Blues zu haben: Man muss ihn nämlich leben. Und der Bluesmusiker merkt, dass man mit dem Teufel keine Geschäfte machen soll. Trotzdem gibt es ein Happy End.

Action-Spezialist Walter Hill lieferte hier eine kleine Perle ab. Auch wenn "Crossroads" manchmal wie ein (moralisierendes) Märchen ist, und kein Klischee ausgelassen wird (Frau weg? Spiel den Blues, Mann!) kommt die Essenz des Blues rüber. Ein etwas wirklichkeitsfremdes, aber spannendes und liebevoll gemachtes Filmchen über Musik, Liebe und was es heisst, von der Hand in den Mund zu leben. Und das Gitarren-Duell am Schluss, wo Ralph Macchio gegen Supergitarrist Steve Vai antreten muss, ist ein Hammer. Ein Film für Blues- und Metalfans.

Ry Cooders Soundtrack ist gewohnt magisch. Cooder übernahm auch alle Gitarrenmusik, die von Schauspieler Ralph Macchio vorgeführt wird. Dieser lernte zwar für den Film, Gitarre zu spielen, die Töne stammen aber alle von Cooder. Wundergitarrist Steve Vai, der den finsteren Jack Butler darstellt (Macchios Gegner beim Schlussduell in der Hölle) spielte mal in der Band von Frank Zappa, anschl. bei den Metallern Alkatrazz, stieg Mitte der Achtziger in die Band des ehemaligen Van-Halen-Sängers David Lee Roth ein und veröffentlichte anschliessend einige Soloalben.

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