"Die Bande des Schreckens" ist ein ordentlicher, man möchte fast schon sagen, routinierter Edgar-Wallace-Film, wenngleich er erst der vierte der erfolgreichen Wallaceverfilmungen der 1960er Jahre ist.
Ein jahrelang gesuchter Scheckbetrüger, Clay Shelton, wird endlich von Scotland Yard gefasst. Verantwortlich ist dafür Inspector Long, der schon im Vorfeld auf die Ergreifung dieses Täters gewettet hat und deshalb beim Yard auch nur der "Wetter" heißt. Da Shelton auch des Mordes überführt wird, ereilt ihn das Todesurteil. Vor seiner Hinrichtung bittet er alle, die an seiner Ergreifung beteiligt waren in seine Zelle und schwört ihnen tödliche Rache.
Nachdem Shelton hingerichtet wurde, ereignen sich mehr oder weniger mysteriöse Todesfälle und die an der Ergreifung Beteiligten müssen einer nach dem anderen "ins Gras beißen". Ist Shelton aus dem Grab zurückgekehrt, um Rache zu nehmen? Der Verdacht liegt nahe, denn bei einer Exhummierung finden die Beamten des Yard in Sheltons Sarg nur Steine und eine "Todesliste", die der "unbekannte" Täter abzuarbeiten scheint. Auch Inspector Long steht auf der Liste, weshalb er ein großes Interesse hat, den Fall aufzuklären.
Der Fall nimmt immer mehr an Fahrt auf und am Ende hat Long nicht nur den wahren Täter demaskiert, er findet auch eine Frau fürs Leben.
Das Schauspielerensemble setzt sich aus vielen bekannten Gesichter der ersten drei Wallace-Verfilmungen zusammen. Da ist der überzeugend agierende Joachim Fuchsberger als Inspector Long, da sind Karin Dor als seine weibliche "Partnerin" und Eddi Arent in der Buffo-Rolle des Polizefotografen Edwards. In den Nebenrollen (man mag das Wort nicht nennen, denn die Mimen agieren meist brilliant) begegnen wir Fritz Rasp, Dieter Eppler, Elisabeth Flickenschildt, Ernst Fritz Fürbringer und natürlich Karl Georg Saebisch in einer Doppelrolle. Alle auch die unbekannteren Schauspieler können überzeugen.... und doch gerät der Plot doch einwenig vorhersehbar, hat man den "unbekannten" Täter recht bald identifiziert, weshalb hier m.E. nur eine 6er Wertung möglich ist. Vielleicht liegt es auch an der Vorlage von Edgar Wallace, andererseits hätten Drehbuch und Regie hier ruhig noch mehr Fragen offen lassen dürfen, als eine allzu durchsichtige Shelton-Maske beim Showdown.
Trot dieser Einschränkungen kann der Film gut unterhalten und man bekommt eine abendfüllende, über weite Strecken spannende Krimikost geboten.