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Chris, ein junger Deutscher, verliert durch eine reichlich dumme Aktion in einem nicht näher genannten afrikanischen Land seinen Pass. Damit wird die Heimreise zum Problem. In einer Hafenkneipe wird er auf die Crew eines Schiffes aufmerksam, daß demnächst nach Europa auslaufen soll. Um wieder nach Hause zu kommen beschliesst er sich als blinder Passagier auf das Schiff zu schleichen. Bereits nach kurzer Zeit wird er entdeckt und von der sehr zwielichtigen Crew mitsamt des Kapitäns dazu aufgefordert sich seine Überfahrt durch die Mitarbeit an Bord zu verdienen.

Als plötzlich einer der Seeleute vermisst wird stößt die Crew bei der Suche nach ihm auf weitere blinde Passagiere mit denen sie nicht so zimperlich umgehen wie mit Chris. Die Afrikaner werden kurzerhand auf hoher See über Bord geworfen. Geschockt durch diesen Vorfall versucht Chris mehr über die Crew und ihren Kapitän zu erfahren und stößt dabei auf ein Geheimnis aus der Vergangenheit. 

Man könnte jetzt meinen man hätte es hier mit einem Thriller zu tun, dies ist aber nur bedingt der Fall. Vielmehr handelt es sich für meine Begriffe um ein Drama, daß mit Thriller-Elementen aufgepeppt werden sollte um etwas interessanter zu erscheinen.Geglückt ist dies allerdings nicht. Der dramatische Teil der Story wirkt zu bieder und konstruiert um zu überzeugen oder gar zu unterhalten. Die andere Seite, der Thriller-Part, würde funktionieren, wird aber vom Drehbuchautor leider konsequent in die Dramaebene umgeleitet. Und dabei bleiben einige Fragen unbeantwortet wie z.B. diejenige nach der Person, die die Seeleute über Bord warf/umbrachte. Am Ende war bloß noch die Afrikanerin an Bord und die wird ja wohl nicht die beiden Schachspieler zusammen überwältigt und über Bord geworfen haben…

Um das Drehbuch dann noch vollends zu versauen hat sich der Autor, wahrscheinlich mit einer Flasche Küstennebel im Kopf, dann noch einige selten dämliche Szenen und Klischeefiguren aus den Fingern gesogen und fertig war die Laube. Will sagen, ein weiterer Film, den keiner braucht. 

Schauspielerisch kann man hier eigentlich niemand einen Vorwurf machen. Wirklich schlecht ist keiner der Darsteller – richtig gut leider auch nicht, was aber wie bereits erwähnt am Drehbuch liegt. Auch Regie, Musik, Kamera usw. sind absolut in Ordnung, können aber meinen Eindruck des Films nicht entscheidend verbessern. 

Bei „Cargo“ handelt es sich um einen in dieser Form ziemlich überflüssigen Streifen, der eigentlich niemanden so wirklich befriedigt. Die Thriller-Fans genauso wenig wie die Freunde des gepflegten Dramas.

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