Grabbeltisch in der Fortsetzungabteilung, unendliche Hoffnungen.
Ein recht bekannter Film als Vorlage, tolle Spezialeffekte, diskutabel – und Jahre später, doch noch der erwartbare Schnellschuß als Cash-In.
Also notieren wir: wieder mal ein hoffnungsvoller deutscher Regisseur, dem man ein schmales Budget zur Verfügung gestellt hat, damit er die FX-Fans zum Kollektivsabbern bringt, obwohl erwartbar ist, daß da nur dürftige Qualität zu erwarten ist. Revolutionäre Tricks haben ihren Preis.
So ist denn „Hollow Man 2“ auch nur ein konventioneller Aufwasch geworden, das Projekt aus dem Originalfilm wurde weitergeführt, jetzt ist ein Supersoldat (muhar, Muckel Christian Slater brauchte wohl nur drei Drehtage, was versicherungstechnisch noch begründbar war) „on the rampage“ und meuchelt alle Beteiligten, weil psychotisch.
Sein bevorzugtes Opfer aus irgendwelchen Gründen die blonde Uschi, die ihm ein Antiserum mixen kann und ein Bullizist, der an den Killer seine Kollegin verloren hat. Den Plot kennt man beim Start sofort, dennoch kümmert sich der Film hauptsächlich darum, das alles noch mal für die Protagonisten durchzukauen.
Ansonsten gibt’s eine Verfolgungsjagd nach der anderen, die Effekte beschränken sich aber meist auf Kleinigkeiten wie perlendes Wasser im unsichtbaren Gesicht, Blutspritzer oder Sprühfarbe, ansonsten sind die wackeren Statisten gefragt, die hier dutzendweise durch die Gegend kippen, weil der „hohle“ Verfolger wohl ein Grobmotoriker ist, größtenteils aber auch, damit man noch weiß, wo er jetzt ist.
Das alles wurde an Spardrehorten reizlos zusammengegipst, weil es dort recht wenig kostet, die Hetzjagd auf den Polizisten ist natürlich haarsträubend und die Entscheidung, einen Unsichtbaren nur dann fangen zu können, wenn man selbst unsichtbar ist, schön blöd, aber ebenso nebensächlich wie eigentlich alles, was in knapp 85 Minuten so alles vorgeht. Die obligate Verwandlungsszene hat man dann übrigens noch aus Archivmaterial zusammengestückelt, so ungeschickt, daß man gar nicht mehr sehen kann, was alles vorgeht.
Alles in allem dröge Fastfood-Ware, nicht allzu offensiv beknackt, aber langweilig und reizlos hoch zwei.
Falls es jemanden vor gar nichts graut, dann kann er ja, schmeckt aber fade. Der Regisseur dreht jetzt übrigens Folgen für „Ghost Whisperer“ ab, muß noch entscheiden, ob das Fort- oder Rückschritt ist. (3/10)