„Alle Pflanzen bewegen sich. Irgendwie. Die meisten aber nicht so wild, dass sie herum marschieren und Leute belästigen.“
Die Invasorenfilme der 50er und 60er trieben schon merkwürdige Blüten und doch erschien vorliegendes Werk so nachhaltig, dass sich ein moderner Klassiker wie „28 Days Later“ einiger Passagen bediente. Nicht ganz zu Unrecht, denn in Sachen Endzeitstimmung sieht das Szenario über weite Teile recht atmosphärisch aus.
London: Marine-Soldat Masen (Howard Keel) hat Glück im Umglück, als er nach einer OP einen Kopfverband trägt, der seine Augen bedeckt. Als er diesen im Krankenhaus abnimmt, muss er feststellen, dass nahezu alle Menschen infolge eines Meteoritenschauers erblindet sind. Zudem mutieren Alienpflanzen zu menschenfressender Botanik. Am Bahnhof stößt Masen auf das ebenfalls sehende Mädchen Susan (Janina Faye). Gemeinsam versuchen sie sich nach Frankreich durchzuschlagen…
Es ist die erste Verfilmung des Romans „Day of the Triffids“, die unter der Regie von Steve Sekely entstand. Der in den Credits nicht genannte Freddie Francis steuerte im Nachhinein einen Nebenhandlungsstrang bei, da die fertige Version nur eine Laufzeit von 57 Minuten aufwies. Hier geht es um ein Forscherehepaar, welches auf einem Leuchtturm festsitzt und im Verlauf ebenfalls von der garstigen Pflanze bedroht wird. Folgerichtig finden die beiden Handlungsstränge nie zusammen, jedoch sorgt der zusätzliche Schauplatz für mehr Abwechslung.
Durchaus sehenswert sind die Geschehnisse einen Tag nach dem Meteoritenschauer, als sich erblindete Menschen wie Zombies durch die Stadt tasten, während am Bahnhof Panik bei einem eintreffenden Zug ausbricht. Im Gegensatz zu einigen brennenden Kulissen, die deutlich als Modelbausätze auszumachen sind, wurde hier ein wenig mehr Aufwand betrieben.
Mit dem Auftauchen der mutierten Pflanzen, die sich im Verlauf mitsamt Wurzeln auf Wanderschaft begeben und dabei stark vermehren, ist natürlich ein entsprechender Trash-Faktor gegeben. Anfangs bewegen sich die kleinen Blümchen noch im schaukelnden Wind, doch bei einer Höhe von über zwei Metern wurden augenscheinlich einige Komparsen bemüht, sich Plastik-Ranken in Form eines Ganzkörperkostüms überzuziehen. Einige Opfer fordern die tödlichen Pflanzen zwar auch, doch allzu blutig wird es nicht, zumal die Mutationen wahlweise mit Gift arbeiten, woraufhin die Opfer mit grüner Haut am Boden liegen.
Ansonsten ist überraschend viel Bewegung im Spiel, denn Hauptfigur Masen zieht es mitsamt Anhang zunächst nach Frankreich, doch es gibt Gründe, warum er im Verlauf mit einem Eiswagen durch eine verlassene Gegend in Spanien fährt. Und es gibt wohl auch Gründe, warum nicht erblindete Knastausbrecher nichts besseres zu tun haben, als eine Party in einem Heim anzuzetteln, denn offenbar hatten die Macher Spaß am Zerkleinern von Inventar.
Mal abgesehen von einigen grobschlächtigen Schnitten und einer nicht immer sicher positionierten Kamera ist an der schlichten Form der Inszenierung nicht viel auszusetzen und auch darstellerisch ist das Kollektiv um Konzentration bemüht. Die simpel gehaltene Geschichte generiert zwar nicht übermäßig viel Spannung, doch einige atmosphärische Momente und ein angenehmer, jedoch nicht überbordender Trashgehalt komplettieren den positiven Eindruck.
7 von 10